Bei Ein- oder Ausreise

Was Grenzpolizisten bei der Passkontrolle überprüfen

Passkontrolle am Flughafen MŸnchen
Bei der Kontrolle am Flughafen überprüfen Beamte nicht nur, ob das Foto auf dem Ausweis mit der Person übereinstimmt – auch weitere Dinge werden gecheckt
Foto: dpa picture alliance

Jeder kennt es: Bei der Passkontrolle am Flughafen schaut sich der Beamte das Reisedokument, etwa den Reisepass oder Personalausweis, genau an, tippt mitunter rum – und manchmal dauert es „verdächtig“ lang. Doch was checken die Grenzpolizisten genau?

Bei einem deutschen Staatsbürger, der hierzulande ein- und ausreist, stehe meist nur eine Mindestkontrolle an, erklärt Michael Moser von der Bundespolizeidirektion am Flughafen Frankfurt. Dabei checkt der Beamte folgende Dinge:

  • Ist der Ausweis gültig?
  • Stimmt die Identität mit der Person überein, die vor ihm steht?
  • Gibt es Merkmale, die auf eine Fälschung des Reisepasses oder Personalausweises hindeuten? Manchmal wird das Dokument dafür auch unter UV-Licht gelegt und auch allen möglichen Winkeln betrachtet. Auch die maschinenlesbare Zeile wird auf Fälschungsindizien überprüft.

Wirkt der Reisende bei der Passkontrolle nervös?

All das prüft der Grenzbeamte mit ein paar wenigen Blicken. Natürlich achten einige Beamten dabei auch sehr genau darauf, ob Reisende während der Kontrolle Anzeichen von Nervosität zeigen, was dann eine weitere Überprüfung, dieses Mal mit dem System der Polizei, nach sich ziehen kann.

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Stichprobenartige Fahndungsabfrage

Unabhängig davon, ob sich ein Reisender verdächtig verhält, kann stichprobenartig dennoch eine Fahndungsabfrage erfolgen. Dabei wird im System der Polizei überprüft, ob der Reisende vielleicht per Haftbefehl oder als Zeuge von einem Gericht gesucht wird.

Bei Minderjährigen, die allein reisen, kommen bei der Passkrontrolle noch weitere Fragen hinzu, um sicherzustellen, dass sie nicht unerlaubt ein Land verlassen oder betreten. Zu den Fragen gehören: Was ist Ziel und Zweck der Reise? Haben die Eltern ihr Einverständnis gegeben? Sollte der Beamte Zweifel haben, werden die Erziehungsberechtigten angerufen. Eventuell müsse der Minderjährige auch erst einmal mit auf die Wache kommen, erläutert Moser.

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Drittstaatler werden intensiver geprüft

Ganz anders sieht es aus, wenn die Grenzbeamten sogenannte Drittstaatler, also Reisende ohne deutschen oder EU-Reisepass, überprüfen: Dann können neben der Ausweis- und Visumkontrolle noch weitere Fragen aufkommen, zum Beispiel zum Zweck der Reise bzw. des Aufenthalts.

Im Ausland kann die Grenzkontrolle natürlich noch einmal ganz anders aussehen. Bei der Einreise in die USA wird fast immer nach dem Zweck der Reise gefragt, zudem wird in der Datenbank ggf. überprüft, ob der Reisende bereits straffällig geworden ist in den USA, auf einer „Schwarzen Liste“ steht und ob Fingerabdrücke mit einem Verbrechen oder anderen Delikt in Verbindung stehen.