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Schluss mit Handtuch-Krieg

Immer mehr Hotels führen feste Regeln für Sonnenliegen ein

Alle Liegen reserviert und keiner da? Hotels wollen künftig dagegen vorgehen
Alle Liegen reserviert und keiner da? Hotels wollen künftig dagegen vorgehen Foto: Getty Images
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Redakteurin

16. Juli 2026, 13:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Der tägliche Wettlauf um die besten Plätze am Pool gehört in vielen Ferienanlagen seit Jahren zum Urlaubsalltag. Noch vor dem Frühstück werden Liegen mit Handtüchern belegt – zum Ärger vieler Gäste. Nach einem aufsehenerregenden Gerichtsurteil reagieren nun immer mehr Hotels in Europa mit neuen Konzepten, die dem Handtuch-Reservieren ein Ende setzen sollen.

Gerichtsurteil sorgt für Aufmerksamkeit

Ein Familienurlaub auf der griechischen Insel Kos wurde für einen Urlauber aus Düsseldorf zum Auslöser eines erfolgreichen Gerichtsverfahrens. Nach seinen Angaben waren im Sommer 2024 sämtliche 400 Sonnenliegen des Fünf-Sterne-Hotels Grecotel Kos Imperial durch Handtücher blockiert. Das Gericht sprach ihm daraufhin eine Entschädigung von rund 990 Euro gegen seinen Reiseveranstalter zu.

Hotels vergeben Liegen bereits beim Check-in

Um Streitigkeiten und mögliche Klagen zu vermeiden, setzen zahlreiche Hotels inzwischen auf feste Vergabesysteme. So erhalten Gäste ihre Sonnenliege direkt bei der Anreise.

Im St. George Beach Hotel & Spa Resort auf Zypern wird jedem Gast ohne zusätzliche Kosten eine feste Liege zugewiesen. Auf seiner Internetseite wirbt das Hotel mit den Worten: „Wir bemühen uns, die Wünsche unserer Gäste zu erfüllen, damit jeder die Möglichkeit hat, seinen bevorzugten Platz am Pool oder am Strand zu bekommen.“ Auch das Sunrise Beach Hotel, das Grecian Bay Hotel und das Olympic Lagoon Resort auf Zypern vergeben ihre Sonnenliegen nach diesem Prinzip.

Auch interessant: Hier müssen Strandbesucher ihren Platz per App buchen

Reservierung der Sonnenliege per App

Das Fünf-Sterne-Hotel Iberostar Selection Sabila auf Teneriffa setzt auf eine digitale Lösung. Dort können Gäste ihre Liege bis zu 48 Stunden im Voraus per App reservieren. Wird der Platz bis 10.30 Uhr nicht genutzt, verfällt die Reservierung.

Auch das The Sea Hotel by Grupotel in Can Picafort auf Mallorca bietet dieses System an. Nach dem Check-in können Gäste ihre Strandliegen über die Hotel-App oder an der Rezeption buchen. Für zwei Liegen und einen Sonnenschirm werden 15 Euro pro Tag berechnet. Die Reservierung gilt ausschließlich für den Strandbereich und ist zeitlich begrenzt.

Ungenutzte Liegen werden geräumt

Im Vier-Sterne-Hotel Amàre Beach auf Ibiza werden reservierte Liegen freigeräumt, wenn sie länger als 30 Minuten ungenutzt bleiben. Der Berliner Rechtsanwalt Roosbeh Karimi hält dieses Vorgehen für zulässig: „Das Hotel kann so etwas in der Hausordnung festlegen.“

Praktisch bedeutet das, dass Hotelmitarbeiter Handtücher nach Ablauf der festgelegten Zeit entfernen und an einem bestimmten Ort aufbewahren. „Dann muss man sich das Handtuch abholen und wieder eine neue Liege suchen“, sagt Karimi.

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Kreuzfahrtreedereien greifen ebenfalls durch

Nicht nur Hotels verschärfen ihre Regeln. Auch auf Kreuzfahrtschiffen werden ungenutzte Liegen zunehmend konsequent freigeräumt.

Die britische Reederei P&O Cruises setzt dabei auf das sogenannte „Lonely-Lounge“-Prinzip. „Wenn die Liege länger als 30 Minuten ungenutzt bleibt, werden die persönlichen Gegenstände zum Aufbewahrungsplatz für verlassene Liegen gebracht“, heißt es hier.

Auch NCL geht gegen reservierte, aber ungenutzte Liegen vor. Bei Carnival Cruise Line markieren Mitarbeiter zunächst verlassene Plätze mit Klebestickern. Nach 40 Minuten werden Handtücher und andere Gegenstände entfernt und sicher verwahrt.

Reiseexpertin erwartet neuen Standard

Lisa Henning von der britischen Reiseagentur Inspire geht davon aus, dass reservierbare Sonnenliegen künftig zum festen Bestandteil vieler Urlaubsangebote werden. „Viele unserer Kunden legen großen Wert darauf, wo ihr Hotelzimmer liegt. Genauso kann ich mir vorstellen, dass sie sicher sein möchten, eine Sonnenliege am richtigen Platz zu bekommen – und bereit sind, dafür zu bezahlen“, erklärt sie gegenüber „Daily Mail“.

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