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Hotel-Chef packt aus

Hotelzimmer nicht säubern lassen? Reinigungskräfte hassen es!

Reinigungskräfte stören sich an manchem Verhalten von Hotelgästen
Reinigungskräfte müssen beim Betreten von Hotelzimmern manchmal mit dem Schlimmsten rechnen, denn einige Hotelgäste verhalten sich – auf gut Deutsch gesagt – wie Schweine Foto: Getty Images / Nastasic
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Laura Pomer
Freie Autorin

14. April 2026, 15:21 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der Kunde ist König, und so auch der Gast im Hotel. Doch das sollte nicht nur bedeuten, dass das Personal um sein Wohl bemüht ist. Auch auf Seiten der vermeintlichen „Könige“ ist ein gewisses Maß an Rücksicht und Anstand gefragt. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Viele Hotelgäste verhalten sich respektlos, indem sie etwa Zimmer hinterlassen, die für das Reinigungspersonal deutlich mehr Arbeit bedeuten als nötig – und dabei mitunter unschöne Überraschungen … TRAVELBOOK hat mit Insidern aus dem Bereich Hotellerie gesprochen und Angewohnheiten gesammelt, die in der Praxis keinen Platz mehr haben sollten.

Verhalten von Hotelgästen, das Reinigungskräfte besonders nervt

Zugegeben, im Urlaub oder auf Städtereisen haben die Erlebnisse außerhalb des Hotelzimmers meist Vorrang vor Dingen wie dem ordentlichen Verstauen der eigenen Kleidung. Doch zwischen einer kleinen Unordnung und den Schlachtfeldern, die mancher Hotelgast zurücklässt, liegen Welten, wie TRAVELBOOK aus Insider-Kreisen erfährt.

Etwa eine Reinigungskraft bei einer internationalen Hotelkette, die anonym bleiben möchte, berichtet aus ihrem Arbeitsalltag – und der ist nicht immer angenehm. Zwar habe sie Verständnis dafür, dass Gäste ihre Zimmer nicht geschniegelt vorfinden lassen. „Diesen Zustand herzustellen, gehört schließlich zu unserem Job“, sagt sie. Bei manchen Verhaltensweisen jedoch fehle es schlicht an einem Mindestmaß an Respekt.

Extremes Chaos im Zimmer anrichten

Wie unsere Insiderin versichert, herrscht in ihrem Berufszweig Einigkeit darüber, dass es zu dem Nervigsten am Verhalten von Hotelgästen gehört, ein großes Chaos und Dreck im Zimmer anzurichten. Wenn die Oberflächen vollgestellt sind, müssen die Reinigungskräfte erst einmal sortieren. Doch das Sortieren, Organisieren oder Verstauen von Dingen gehört nicht zu ihren Aufgaben. Sie sind darauf geschult, die Zimmer zu reinigen.

„Grundsätzlich sind sehr schmutzige Zimmer, die viel Zeit in Anspruch nehmen, für Reinigungskräfte im Hotel besonders problematisch.“ Das bestätigt Jonas Schnabel, Geschäftsführer des Hotels Fiorentina in Frankfurt am Main, auf TRAVELBOOK-Nachfrage. Die Angestellten arbeiten demnach „wie Maschinen, werden aber oft pro Zimmer bezahlt, vor allem, wenn Fremdfirmen eingesetzt werden. Das kann bedeuten, dass Reinigungskräfte für eine ganze Stunde so viel beziehungsweise wenig verdienen wie für eine auf 30 Minuten angesetzte Arbeit.“

Das Zimmer nicht aufräumen lassen

Ein bei Reinigungskräften ebenfalls unbeliebtes Verhalten von Hotelgästen ist es, wenn diese ihr Zimmer gar nicht reinigen lassen – aus dem eben vorgestellten Grund. Werden die Reinigungskräfte pro Zimmer bezahlt, wie Hotelier Schnabel schilderte, fehlt ihnen in diesem Fall somit die Einnahme.

Was damit einhergehen kann, ist auf der Website der Gewerkschaft „Unit Here“ beschrieben; sie vertritt Beschäftigte aus den Branchen Hotel, Gastronomie, Casinos und Flughafen-Catering. Demnach führe die manchmal über mehrere Tage ausgelassene Reinigung häufig dazu, dass die betreffenden Zimmer noch schmutziger seien, und somit logischerweise noch aufwendiger wieder herzurichten.

„Bleibe-Zimmer“ meist schlimmer als Check-out-Zimmer

Interessant: Fachmann Schnabel weiß, dass seine Crew die Reinigung von „Bleibe-Zimmern“ – also solchen von Gästen, deren Aufenthalt noch ein wenig andauert – oft als anstrengender empfinden. Zwar fällt nach dem Check-out insgesamt mehr Arbeit an. Doch das Chaos ist dort meist „abgeschlossen“ und kann systematisch beseitigt werden.

Wertsachen herumliegen lassen

Fast noch herausfordernder als herumliegende Kleidung sind aus Sicht von Reinigungskräften offen im Zimmer verteilte Wertgegenstände. Sie bringen die Mitarbeiter nicht selten in eine heikle Situation: Oft lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob diese Gegenstände bewusst dort platziert wurden. Wenn Reinigungskräfte sie im Rahmen ihrer Arbeit bewegen oder an einen vermeintlich sichereren Ort legen, kann das später zu Missverständnissen führen – im schlimmsten Fall sogar zu einem Diebstahlsverdacht.

An der Stelle kurz zur anderen Seite des Spektrums: herumfliegender Müll. Den sollten Hotelgäste selbst entsorgen, mahnen Reinigungskräfte. Andernfalls läge es an ihnen, zu entscheiden, was tatsächlich Abfall ist und was nicht. Und gerade bei Dingen wie Verpackungen, Kassenzetteln oder Flaschen ist das nicht immer eindeutig. Grundsätzlich gelte, dass das Personal keine Gegenstände eigenmächtig entsorgen dürfe. Im Zweifel bleibt „Müll“ also liegen, und dadurch kann das Zimmer unaufgeräumt erscheinen. Beschweren sich Gäste dann darüber, ist das für die hart arbeitenden Reinigungskräfte natürlich unfair.

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Fragwürdiger Umgang mit Handtüchern

Für viele Hotelgäste scheinen Handtücher mehr zu sein als reine Handtücher. Das zeigt sich immer wieder in ihrem Verhalten, wie die anonyme Reinigungskraft erklärt. Sie werden demnach gern zweckentfremdet, etwa um Make-up zu entfernen, oder auch als Putzlappen für Schuhe oder den Boden genutzt. Die Folge können hartnäckige Flecken sein, für deren Entfernung aufwendigere Verfahren eingesetzt werden müssen, und das verursacht zusätzliche Kosten. Oft lassen sich die Flecken trotzdem nicht mehr vollständig entfernen. Solche Textilien müssen dann früher aussortiert und ersetzt werden.

Daneben werden auch gern nasse Handtücher im Bett liegen gelassen – eine besonders lästige Nachlässigkeit. „Eine nasse Matratze ist ungünstig“, schildert die Insiderin. Sie müsse dann eine ganze Weile trocknen, neu beziehen kann man das Bett somit erst später. Doch die Zimmerreinigung ist ziemlich genau geplant und bemessen. „So etwas bringt den Arbeitstag schnell mal durcheinander, im schlimmsten Fall muss eine Reinigungskraft deshalb länger bleiben.“

„Delikates“ nicht selbst beseitigen

Es ist eigentlich kaum vorstellbar. Doch das folgende Verhalten kommt offenbar häufiger vor: Immer wieder lassen Hotelgäste die Toilette ungespült und ungeputzt zurück. Um diesen Umstand weiß die General Managerin eines Karlsruher Hotels, die hier nicht namentlich genannt werden möchte, aus Gesprächen mit der Crew.

Und das ist nicht alles. Reinigungskräfte stoßen im Arbeitsalltag mitunter auf unangenehme Hinterlassenschaften – darunter auch benutzte Kondome, Hygieneartikel oder Körperflüssigkeiten im Bett oder an anderen Stellen im Zimmer. Dinge, die schließlich das Personal beseitigen muss und die für viele eine klare Grenze des Zumutbaren überschreiten.

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