12. Januar 2026, 11:32 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wer im Hotel Urlaub macht, möchte sich entspannen und möglichst unbefangen bewegen können. Dazu gehört beispielsweise, bei Fragen oder Wünschen zum Hörer zu greifen, um mit der Rezeption zu sprechen, oder es sich auf dem Hotelbett bequem zu machen. Doch genau diese alltäglichen Dinge dürften Ihnen bei künftigen Hotelaufenthalten schwerfallen, wenn Sie jetzt weiterlesen. TRAVELBOOK verrät, welche Stellen im Hotelzimmer laut Insidern besonders starke Keimherde sind – und warum sich das kaum vermeiden lässt.
Wo die meisten Keime im Hotelzimmer lauern
Natürlich weiß jeder Hotelgast, dass er nicht der Erste ist, der ein Zimmer bewohnt. Dennoch geht man wohl davon aus, dass die Spuren früherer Gäste vor dem nächsten Check-in gründlich beseitigt werden. Die Realität sieht jedoch anders aus: Für die Reinigung eines Standardzimmers bleiben dem Personal oft nur 10 bis 30 Minuten – gründliches Arbeiten ist unter diesem Zeitdruck kaum möglich. Entsprechend geht es bei der Zimmerreinigung vor allem darum, dass alles sauber aussieht. Doch der äußere Anschein sagt wenig über die tatsächliche Sauberkeit aus, sind Keime schließlich mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
Zahnputzbecher
„Wenn der Zahnputzbecher nicht einzeln in Folie verpackt ist, sollte man ihn auf keinen Fall benutzen.“ Das erklärt ein Hotelmitarbeiter gegenüber TRAVELBOOK, der anonym bleiben möchte – und er ist nicht der Erste, der diese Warnung ausspricht. Bereits zuvor hatte eine Insiderin mit Erfahrung als Reinigungskraft in Hotels bestätigt, dass oft dieselben Lappen oder Handtücher für mehrere Aufgaben verwendet werden, darunter auch zum Polieren von Zahnputzgläsern, Tassen und anderen Gläsern, nachdem sie zuvor im Bad im Einsatz waren. Eklige Details dazu finden Sie hier.
Generell sollten Sie im Hotel von Bechern und Gläsern die Finger lassen – und erst recht die Lippen. In vielen Hotelzimmern werden Barutensilien, Kaffeetassen an der Kaffeestation und andere Gegenstände oft von Hand „gereinigt“, das heißt mit dem oben beschriebenen Lappen abgewischt, statt sie in die Spülmaschine zu geben. Aufgrund der auf ihnen verbleibenden Keime können sie leicht zu Brutstätten für Bakterien werden, warnt eine Mikrobiologin beim Reiseportal „Fodor’s“. Demnach können sie verschiedenste Umweltbakterien und sogar fäkalassoziierte Bakterien wie E. coli beherbergen. Die Aufnahme dieser Bakterien kann im schlimmsten Fall schwere Krankheiten verursachen.
Wasserkocher
Wir bleiben beim Trinken – oder auch nicht. Unser Insider rät dringend davon ab, den Wasserkocher zur Zubereitung von Heißgetränken zu verwenden. Es sei nämlich nicht unüblich, dass das Gerät von Hotelgästen zweckentfremdet werde. Tatsächlich liest man immer wieder, dass darin getragene Socken und Unterwäsche gewaschen werden, da dies mit einem Kochwaschgang in der Waschmaschine vergleichbar sei. Ein gesundheitliches Risiko stellt das zwar in den seltensten Fällen dar, wie ein Ernährungswissenschaftler TRAVELBOOK in diesem Beitrag erklärt. Doch so richtig lecker ist die Vorstellung eines Sockenaufgusses in der Tasse auch nicht.
Teppichboden, Matratzen und das Bett
Ebenso im Bett und in der Matratze des Hotelzimmers spielen sich aus hygienischer Sicht problematische Prozesse ab. Denn darin sammeln sich abgestorbene Hautzellen, Körperfette und Körperflüssigkeiten früherer Hotelgäste – ideale Bedingungen für Keime.
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Eine besondere Warnung gilt dabei für das oft unterschätzte Kopfteil des Betts. Wie „Fodor’s“ ausführlich erklärt, können sich dort besonders leicht Keime ansammeln, da beim Niesen oder Husten Krankheitserreger auf diese Fläche gelangen. Wenn Hotelgäste den Kopf darauf ablegen oder es mit den Händen berühren, können sich dort unter anderem Pilze, Hausstaubmilben, Schimmel, abgestorbene Hautzellen und Körperfette ansammeln. Insbesondere stoffbezogene Kopfteile sind bei der routinemäßigen Reinigung kaum zu berücksichtigen. Lehnen Sie sich also besser nicht an das Kopfteil. Oder legen Sie ein Handtuch dazwischen.
Diese Stellen im Hotelzimmer sind die größten Keimherde
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Keimschleudern im Badezimmer
Wasserhahngriffe und Duscharmaturen seien aufgrund der Kombination aus Feuchtigkeit und häufiger Nutzung besonders anfällig für Keime, wie „Fodor‘s“ erklärt. Demnach greifen Gäste nach dem Toilettengang häufig mit ungewaschenen Händen nach den Wasserhahn- oder Duschknöpfen und hinterlassen dabei Keime, die sich nicht einfach abspülen ließen. Badezimmer sind zwar für den Umgang mit Wasser konzipiert, verfügen jedoch nicht immer über eine ausreichende Belüftung. Tatsächlich sind Badezimmer mit Fenstern in Hotels eine Seltenheit. Das Problem: Staut sich Feuchtigkeit in Spalten und Belüftern, begünstigt dies das Wachstum von Mikroorganismen.
Und sogar das Toilettenpapier im Hotelzimmer kann voller Keime sein – etwa dann, wenn das Hotelpersonal es faltet und vorher nicht auf angemessene Hygiene geachtet hat. Werden zwischen dem Putzen einer von anderen Gästen verunreinigten Toilette und dem Falten des Toilettenpapier-Dreiecks aus Zeitmangel nicht die Hände gewaschen, kann es dazu kommen, dass sich Keime auf dem gefalteten Ende ablagern. Dadurch kann sich das Risiko erhöhen, im Intimbereich an einem Pilz zu erkranken. Dies bestätigte TRAVELBOOK der Gynäkologe Dr. Christian Albring.
Fernbedienung, Telefonhörer und Co.
Obwohl Fernbedienung und Telefonhörer unterschiedliche Geräte sind, lassen sie sich gut zusammenfassen – ergänzt um Türgriffe, Fenstergriffe und ähnliche häufig berührte Oberflächen. Bei allen liegt die erhöhte Keimbelastung vor allem daran, dass sie ständig mit bloßen Händen angefasst werden. Besonders Fernbedienung und Telefonhörer gelten als stark verkeimt, da sie bei der Zimmerreinigung oft übersehen werden und sich Viren und Bakterien ungestört vermehren können.
Nun wissen wir um die Keimbelastung. Die Reiselust sollte uns das jedoch nicht nehmen. Eine Möglichkeit wäre, das Hotelzimmer vor dem Bezug mit Desinfektionsspray zu behandeln – doch vermutlich etwas übertrieben. Wie der Allgemeinmediziner Dr. med. Michael Feld TRAVELBOOK erklärte, bedeuten Keime im Hotelzimmer nicht automatisch eine Gefahr für jeden. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Beitrag.