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Das ist die ideale Reiseroute durch Kolumbien

Bei einer Rundreise durch Kolumbien sollte auch das „Valle de Cocora“ nicht fehlen
Bei einer Rundreise durch Kolumbien sollte auch das „Valle de Cocora“ nicht fehlen Foto: Getty Images
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Julia Mähl
Julia Mähl

26. Juni 2026, 10:12 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Kolumbien war für TRAVELBOOK-Autorin Julia Mähl lange nur ein weißer Fleck auf der Landkarte – genauso wie ganz Lateinamerika. Bevor sie den ersten Fuß aus dem Flugzeug setzte, legten ein paar wenige Instagram-Reels und TikToks den Grundstein für ihre Vorstellungen zu Flora und Fauna, und auch ihr Wissen über Land und Leute hielt sich sehr in Grenzen. Nachdem sie sechs Wochen durchs Land gereist ist, verrät sie nun ihre liebsten Stopps und wie viel Zeit man einplanen sollte.

Nach sechs Wochen intensiver Reisezeit weiß ich, dass sich hinter Kolumbien weiße Sandstrände, sattgrüner Dschungel, pulsierendes Stadtleben und kleine, verschlafene Orte verstecken. Für alle, denen das Land – wie mir – aber noch groß und unbekannt vorkommt, habe ich hier die perfekte Reiseroute. Sie vereint nicht nur sehenswerte Highlights, sondern auch die verschiedenen Facetten des Landes, und fühlte sich auch für einen Lateinamerika-Newbie wie mich sicher an.

Start in Bogotá

Wir haben unsere Route in Bogotá gestartet. Die Hauptstadt Kolumbiens ist für viele der Beginn ihrer Reise. Sie hat einen großen Flughafen und ist von vielen Ländern aus gut zu erreichen. Wer sich im Vorhinein über die Stadt informiert, hört immer wieder dasselbe: Bogotá ist kein Muss, lässt sich aber oft nicht vermeiden.

Das stimmt an sich, aber eben nicht nur. Meiner Meinung nach kann man zwei Nächte Bogotá guten Gewissens auf der Reise durch das Land einplanen. Als Viertel für Unternehmungen und Unterkunft empfehle ich „La Candelaria“. Hier fühlt man sich nicht nur sicher, sondern kann den Tag über auch zwischen kleinen Cafés und Restaurants hin und her schlendern, den Aufstieg auf den Berg „Monserrate“ wagen und abends in einer der Bars den Tag ausklingen lassen. Außerdem finden sich in Bogotá einige Museen wie zum Beispiel das Goldmuseum „Museo del Oro“, in denen man sich über Kultur und Geschichte des Landes informieren kann.

Der Berg Monserrate lässt sich auch mit der Seilbahn erklimmen. Von dort aus hat man einen tollen Blick über Bogotá
Der Berg Monserrate lässt sich auch mit der Seilbahn erklimmen. Von dort aus hat man einen tollen Blick über Bogotá Foto: Getty Images

Mehr als zwei Nächte braucht es in Bogotá aber auf keinen Fall. Dafür gibt es viel zu viele grandiose Stopps auf dem Weg durch Kolumbien.

Zwei bis drei Nächte in Salento

Einer davon ist mit Sicherheit dieser kleine Ort in den Bergen: Salento liegt etwa sieben Stunden von Bogotá entfernt und ist gut mit einem der Busse zu erreichen. Sowohl der Ort selbst als auch die Region rundherum sind für ihren guten Kaffee bekannt – womit wir an dieser Stelle auch gleich bei meiner ersten Ausflugs-Empfehlung sind. Wer Salento besucht, sollte sich auf keinen Fall den Besuch einer Kaffeeplantage entgehen lassen. Bei vielen davon kann man zusätzlich zur Führung über das Gelände auch Extras hinzubuchen, zum Beispiel ein Tasting oder einen Röstkurs. Gerade letzterer ist eine echte Herzensempfehlung meinerseits.

Zu den bekanntesten Attraktionen rund um Salento gehört auch ein Besuch im „Valle de Cocora“, das einen regelrechten Hype auf Social Media ausgelöst hat. Mit seinen meterhohen, schlanken Palmen und der fantastischen Aussicht ins Grüne ist das Tal aber noch weit mehr als nur ein beliebter Foto-Spot. Wer sich vorher über die Strecke informiert, kann hier auch tolle Wandertouren machen oder Führungen buchen.

Ein Besuch im „Valle de Cocora“ lohnt sich auf jeden Fall
Ein Besuch im „Valle de Cocora“ lohnt sich auf jeden Fall Foto: Getty Images

Ein weiterer Spot auf der Bucketlist rund um Salento ist der Ort Filandia. Man erreicht ihn – wie die meisten Orte – mit dem lokalen Transportunternehmen „Willys Ride“, das einen mit dem Jeep von A nach B bringt. Filandia hat einen ähnlichen Charme wie Salento, weswegen ein Besuch eher optional ist, wenn man vielleicht lieber einen ganzen Tag in Salento einplanen möchte, um das Städtchen zu erkunden, tassenweise Kaffee zu trinken, Trucha (gegrillte Forelle) zu essen oder auf den Aussichtspunkt „Alto de la Cruz“ zu spazieren.

Auch interessant: 9 Dinge, die Sie in Kolumbien auf keinen Fall tun sollten

Medellín ist ein Muss

Zu meinen Highlights in Kolumbien gehört definitiv die Großstadt Medellín. Das liegt zum einen an der aufregenden Geschichte, die sie innehat – immerhin waren hier in den 1980er Jahren die Narcotraficantes und Pablo Escobar eine große Sache. Wer also Lust hat, eine Führung durch die Stadt zu machen, kann bei den diversen angebotenen „Free Walking Tours“ noch einiges dazulernen.

Seit den späten 90ern hat sich die Stadt sehr verändert. Es wurde aktiv gegen das einst düstere Image gearbeitet und Medellín hat sich seitdem zu einer echten Metropole gemausert. Zeit hier zu verbringen, macht vor allem jenen Spaß, die gerne essen, Bars ausprobieren und feiern gehen. Am bekanntesten – und auch am sichersten – ist das Viertel „El Poblado“. Wer aber nicht mitten im Geschehen wohnen möchte, ist auch mit dem Viertel „Laureles“ gut bedient. Hier liegt der Fokus weniger auf Party und die Nachbarschaft fühlt sich ein wenig mehr nach „echtem“ Leben an.

Wer Zeit hat, sollte von Medellín aus auf jeden Fall auch einen Ausflug nach Guatapé machen, die Comuna 13 oder die Comuna 4 besuchen und – falls Interesse besteht – auch dem Pablo-Escobar-Museum einen Besuch abstatten. In Medellín lohnen sich vier bis fünf Nächte.

Ruhe in Palomino

Von der geschäftigen Großstadt Medellín geht es an die Karibikküste. Wer will, kann sich auch hier einen Bus buchen – der dauert allerdings 17 Stunden und ist nur unwesentlich günstiger als ein Flug nach Santa Marta, weswegen ich eher davon abraten würde.

Von Santa Marta aus führt eine öffentliche Buslinie an der Küste entlang, mit der man problemlos alle Highlights abklappern kann. Die Reihenfolge ist optional, wir haben es von hinten nach vorne gemacht und sind zuerst nach Palomino gefahren.

Hier in Santa Marta führt eine Buslinie entlang der Küste
Hier in Santa Marta führt eine Buslinie entlang der Küste Foto: Getty Images

Der verschlafene Ort an der Küste ist vielleicht nicht der mit den schönsten Stränden, hat dafür aber einen Charme, der nicht nur uns (fast) zum Bleiben bewegt hätte. Viele kleine Läden und Restaurants, schöne Unterkünfte und eine durchweg entspannte Atmosphäre sorgen hier für Urlaubsfeeling, das schon den ein oder anderen zum Dauergast gemacht hat. Ich empfehle vier Nächte für alle, die auf ihrer Reise in Ruhe ankommen und durchatmen möchten.

Tayrona-Nationalpark an der Küste

Ein absolutes Highlight an der Karibikküste ist der Tayrona-Nationalpark. Auf weitläufigen Dschungelpfaden kann man sich hier bis zum Strand durchschlagen und den Wandertrip mit einem Besuch am Postkarten-Beach „Cabo San Juan del Guía“ krönen. Meine persönliche Empfehlung ist es aber, nicht dort zu bleiben, sondern lieber nach rechts oder links weiterzuwandern. Dort sind die Strände genauso schön, aber wesentlich ruhiger.

Wer mag, kann auch im Park übernachten und den Sonnenuntergang von der Hängematte aus direkt am Meer beobachten. Definitiv ein einzigartiges Erlebnis, vor allem, wenn man mehrere Tage hintereinander wandern gehen möchte.

Wir haben uns allerdings für eine Unterkunft direkt am Eingang des Parks entschieden und sind nach einem anstrengenden Wandertag lieber mit dem immer gleichen Bus zum „Los Cocos“-Strand gefahren. Der ist ein echter Traum – nahezu ohne Menschen und mit absoluter Traumkulisse.

Hier kann man die Seele baumeln lassen
Hier kann man die Seele baumeln lassen Foto: Getty Images
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Vielfältige Natur in Minca

Ebenfalls auf der Strecke, dieses Mal aber rechts von Santa Marta, findet sich der Ort Minca. Wer ihn besuchen möchte, wird mit Minibussen in den Dschungel gefahren und kann sich dann vor Ort vom kleinen Stadtzentrum noch einen weiteren Transport zur jeweiligen Unterkunft buchen. Meine Empfehlung für Minca: Ich würde mir jederzeit wieder ein schönes Hostel mit Pool und Aussicht buchen, dort Sonnenuntergänge genießen, wandern und zur Ruhe kommen. Wer ein Faible für Birdwatching hat, kommt in dieser Region ebenfalls auf seine Kosten, denn die Natur rund um Minca ist bekannt für ihre Vielfalt. Je nach Route kommt man auch an kleinen Kaffeefincas oder Wasserfällen zum Baden vorbei. Zwei bis drei Nächte sind für diese eher entspannte Region aber ausreichend.

Schlusspunkt in Cartagena

Wer für seine Reise durch Kolumbien nach einem bunten Abschied sucht, ist mit Cartagena bestens bedient. Die Stadt liegt etwa fünf Stunden von Santa Marta entfernt und ist damit ebenfalls gut mit dem Bus zu erreichen. Obwohl sie am Meer liegt, wartet Cartagena mit eher unspektakulären Stadtstränden auf. Macht aber nichts, denn statt am Wasser zu liegen, kann man hier zum Beispiel durch die bunte Innenstadt spazieren, das Viertel „Getsemaní“ besuchen, mit dem Fahrrad zu Sunset-Spots fahren, abends tanzen gehen oder sich durch die karibisch geprägte Küche probieren. Genug definitiv, um sich drei bis vier Tage ohne Probleme zu beschäftigen.

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