Traumurlaub im Indischen Ozean

16 Dinge, die mich an Mauritius fasziniert haben

Kristallklares Wasser, schneeweißer Korallensand, saftige Vegetation und schwarze, vulkanische Bergmassive: Das muss, Quatsch, das IST das Paradies! Autorin Anna Keßler war noch noch nie an einem Ort, an dem sich ihre Bedürfnisse und Wünsche an ein Reiseziel grandioser erfüllt haben. Bei TRAVELBOOK zeigt sie ihre persönlichen Highlights aus zwei Wochen Traumurlaub auf Mauritius.

Keine Termine, keine Absichten, hin und wieder an der mit Rum gefüllten, frischen Kokosnuss nippen: Urlaub ist völlige Entpflichtung, und ich nehme das sehr, sehr ernst. Entsprechend das Programm für die ersten beiden Tage im Beachcomber-Hotel auf der Halbinsel Le Morne im äußersten Südwesten der Insel: 30 Schritte vom Bett zur Sonnenliege am Traumstrand.

Kann man machen: Die Seele baumeln lassen auf Mauritius

Die gelbe King Coconut

Zuerst wird die nähere Umgebung erkundet. Ein erster „Ausflug“ innerhalb der 100 Hektar (140 Fußballfelder) großen Hotelanlage bringt mich auf die Palme. Ich bin auf der Suche nach der Königsklasse der Kokosnüsse: der länglichen, gelben King Coconut. Ihr unfassbar leckeres Wasser wirke bei körperlichem Stress und Verdauungsproblemen Wunder, erzählt mir Beach-Barmann Arjoon.

Kokosnüsse am Strand

Wer hat die Kokosnuss geklaut?
Foto: Anna Keßler

Der mauritische Rum

Reizende Kellner am Strand öffnen die Kokosnuss anschließend gern, um das wirklich sehr leckere Kokoswasser zugänglich zu machen. Pimpen kann man das Ganze mit einem Schuss mauritischem Zuckerrohr-Rum. Den gibt es auf Mauritius ohne Ende, denn das grüne Gold, wie Zuckerrohr hier auch genannt wird, bedeckt fast 80 Prozent der Insel. Eine der sechs Destillerien, die daraus edle Rumsorten oder Dinge wie Kokos- oder Zimtlikör machen, ist die Rhumerie de Chamarel, die von Le Morne in 30 Autominuten zu erreichen ist. Hier kann man sich durch das gesamte Angebot schwipsen.

Der Sonnenaufgang

Erstaunlicherweise habe ich es irgendwie geschafft, am anderen Tag mein nächstes Häkchen auf der To-Do-Liste zu setzen: den Sonnenaufgang anschauen. Die Tage auf Mauritius sind kurz, also heißt es: So viel davon mitnehmen, wie nur irgendwie geht. Die Sonne geht gegen 6 Uhr auf – und wer sich kurz vorher aus dem Bett an den Strand kugelt, kann das faszinierende Licht vor Sonnenaufgang bewundern.

Sonnenaufgang auf Mauritius

Einen einsamen Sonnenaufgang am Hotelstrand erleben. Foto: Anna Keßler

Das echte Leben abseits der Hotelanlage

Auch wenn im eigenen Hotel kein Wunsch offen bleibt, sollte man die Anlage unbedingt mal verlassen, um dem echten Leben auf Mauritius zu begegnen. In Le Morne beispielsweise spielt sich das öffentliche Leben am Wochenende an den öffentlichen Stränden ab. Sagen Sie auf jeden Fall „JA!“, wenn Ihnen ein Glas Rum angeboten wird, es könnte sehr lustig werden!

Gruppe an einem öffentlicher Strand

„Sie müssen unbedingt ein Glas Rum mit uns trinken!“ – da kann man einfach nicht Nein sagen
Foto: Anna Keßler

Das Mittagessen mit Aussicht

Eine der schönsten Mauritius-Ansichten bietet die Terrasse des Restaurant Le Chamarel mit Blick über den saftig-grünen Wald, die türkisblaue Lagune, den Le Morne Brabant und den Indischen Ozean. Kleiner Wermutstropfen: Romantische Stimmung kommt nicht auf, die einmalige Lage hat sich bei den Veranstaltern von Gruppentouren rumgesprochen. Lokale Speisen zu absolut akzeptablen Preisen. Bei diesem Ausblick aber Nebensache.

Die Aussicht von der Terrasse des Chamarel Restaurants

Die Aussicht von der Terrasse des Chamarel mit Blick auf den Le Morne Brabant (ganz links hinten). Foto: Anna Keßler

Die Delfine

30 heftig-ruckelige Bootsminuten, raus aus der Lagune – dann waren sie plötzlich da: eine Gruppe von 40, vielleicht 50 wilden Delfinen. Wer sich traute, tauchte ab – und genoss den Anblick unter Wasser. Delfine unter und neben mir. Ein unbeschreibliches Gefühl. Die rund zweistündigen Speedboad-Trips werden auf ganz Mauritius angeboten, sind aber nicht ganz günstig. Tipp: Tun Sie sich mit anderen Touristen zusammen.

Delfin-Tour

Plötzlich tauchen Delfine auf: ein besonderer Moment
Foto: Anna Keßler

Tipp Nr. 2: Kombinieren Sie Touren! In Le Morne ist es vom Delfin-Watching nur ein Katzensprung zu einer weiteren, einzigartigen Sehenswürdigkeit: dem Crystal Rock. Sieht nicht nur genial aus, ist auch ein absoluter Schnorchel-Tipp.

Das Schnorcheln am Crystal Rock

Der pilzförmige Fels ragt mitten aus der Lagune und ist so etwas wie der Eiffelturm von Mauritius. Außerdem kann man rund um den Crystal Rock im schulterhohen Wasser wunderbar schnorcheln (und kleine Glitzerfische sehen). Wer selbst mit dem Kanu hinpaddeln will, kann dies vom Strand des Paradis Beachcomber Hotels tun. Ein bisschen Kondition braucht man aufgrund der Strömung allerdings schon.

Crystal Rock

Der Crystal Rock in Le Morne im Südwesten der Insel ist eines DER Wahrzeichen von Mauritius
Foto: Anna Keßler

Schnorcheln auf Mauritius

Abtauchen und staunen: die atemraubende Unterwasserwelt von Mauritius
Foto: Anna Keßler

 

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Hier kann man jeden Wassersport ausprobieren

Mauritius ist ein Mekka für Kitesurfer, Windsurfer und Wellenreiter. Die eingeschlossene Lagune vor Le Morne bietet perfekte Bedingungen für alle Könner-Stufen: überall stehtiefes Wasser, meist auflandiger Wind. Im meinem Hotel ist das gesamte Wassersport-Angebot gratis – logisch, dass ich alles mindestens einmal ausprobiert habe! Wasserski, surfen, segeln, Kanu und Katamaran segeln – hier wird nicht lange gefackelt. Kurze Einweisung und los!

Surfen lernen auf Mauritius

Fünf Minuten Einweisung durch den Surflehrer, dann geht’s auch schon los
Foto: Anna Keßler

Etwa drei Kilometer weiter an der Südwestspitze von Le Morne, liegt One Eye, das Revier der Profis mit extremen Strömungen und starkem Wind – einer der weltweit besten Spots zum Kitesurfen.

 

Die Wanderung auf den Le Morne Brabant

Die Schönheit der Insel erschlägt einen fast, wenn man sich vom Strand in die Höhe begibt auf eines der vulkanischen Bergmassive. Traumhaft ist beispielsweise die Wanderung auf den 556 Meter hohen Le Morne Brabant im äußersten Südwesten der Insel. Ich habe beim Wandern selten so heftig geschwitzt, aber diese Aussicht (und der erfrischende Wind oben) war es wert:

Für diese atemraubende Aussicht hat sich der schweißtreibende Aufstieg auf den 556 Meter hohen Le Morne Brabant im Südwesten von Mauritius mehr als gelohnt!

Für diese atemraubende Aussicht hat sich der schweißtreibende Aufstieg auf den 556 Meter hohen Le Morne Brabant im Südwesten von Mauritius mehr als gelohnt!
Foto: Anna Keßler

Der Le Mourne Brabant gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und hat eine traurige Vergangenheit. Als 1835 die Sklaverei abgeschafft wurde, kamen Briten auf den Berg, um den Geflohenen zu sagen, dass sie frei sind. Doch viele Sklaven konnten das nicht glauben und sprangen in den Tod, um der gefürchteten Gefangenschaft zu entgehen.

Auch interessant: Le Morne Brabant – der Berg der Sklaven

Das beste Parfum der Welt liegt morgens im Gras

Der Frangipiani, einem baumartigen Gewächs, begegnet man überall auf Mauritius. Ihre perfekt geformte Blüte sieht nicht nur wunderschön aus – sie duftet auch paradiesisch. Jeden Morgen nach dem Aufstehen habe ich die über Nacht heruntergefallenen Blüten aufgesammelt und ihren Duft eingeatmet. Ein Hauch von Vanille und Mandel, Zitrone. Hmmmm …

Frangipiani

Die Blüte der Fangipiani sieht nicht nur gut aus, sie duftet auch so. Foto: Anna Keßler

Hier wird man vom Regen gestreichelt

Während eines Tages auf der Sonnenliege unter Kokospalmen passiert es mindestens einmal, dass eine leicht eingetrübte Wolke etwas Dampf ablässt. Er kommt als lauwarmer Sprühregen herunter, so feinperlig wie aus einer Spraydose und so zart wie eine Streicheleinheit.

Tropenschauer

Der Himmel über Mauritius
Foto: Anna Keßler

Die mauritischen Rotis

Die kreolische Küche besteht aus internationalen Köstlichkeiten, die direkt aus der Natur kommen. Die Alltagsgerichte sind Cari (Currys), Daube und Rougaille – alles Fisch-, Fleisch-, oder Geflügelgerichte mit Reis, Bohnen oder Linsen, die mit Soßen und Chutneys gereicht werden. Es wird gut und scharf gewürzt: Kurkuma, Koriander, Chili, Muskat, Zimt, grüner Pfeffer. Mein Favorit: Rotis. Die Teigfladen werden beispielsweise mit Bohnen, eingelegten Zitronen, Zwiebel- und Kürbischutney und mit einer extrem scharfen, grünen Soße gegessen.

Kreolische Küche

Typisch kreolisch: kleine Teigfladen, gefüllt mit Bohnen, Chutneys, eingelegten Zitronen – und einer gefährlich-scharfen grünen Soße
Foto: Anna Keßler

 

 

Die Mauritier selbst

Auf Mauritius leben Menschen unterschiedlichster Religion und Herkunft auf engstem Raum entspannt miteinander. Hindus, Christen, Muslime und andere. Warum das so gut funktioniert? Die Einheimischen fühlen sich nicht einer bestimmten Herkunft verpflichtet, sondern als Mauritier.

Ihre Vorfahren sind Sklaven aus Afrika und Madagaskar, Arbeiter aus Indien oder China oder waren holländische, französische oder britischen Kolonialherren, die Mauritius nacheinander besetzten. Die Insel ist seit 1968 unabhängig und eine funktionierende Demokratie. 

Das Wasser!

Lagune Mauritius

Das glasklare Meer rund um Mauritius
Foto: Anna Keßler

Die Siebenfarbige Erde von Chamarel

In Chamarel ist ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen zu bewundern: Die hügelige Mondlandschaft ist wie ganz Mauritius vulkanischen Ursprungs, schimmert aber nur an dieser Stelle rötlich, blau, violett, ocker. Warum? Als Grund vermutet man die hohe Konzentration an Eisen und Aluminium im Untergrund des vulkanischen Bodens. Kommen die Metalle mit Luftsauerstoff in Kontakt, färbt sich das sandartige Lavagestein.

Die siebenfarbige Erde von Chamarel

Wirkt wie gephotoshopt – sieht aber wirklich so aus: die Siebenfarbige Erde von Chamarel
Foto: Anna Keßler

Auch interessant: Wie man im Inselparadies Mauritius ins Schwitzen kommt

Die mauritischen Sonnenuntergänge

Ein Klischee bin ich Ihnen natürlich noch schuldig: die traumhaften Sonnenuntergänge auf Mauritius. Schauen Sie mal, so sieht es aus, wenn sich auf der Insel die Sonne schlafen geht…

Sonnenuntergang auf Mauritius

Solch traumhafte Sonnenuntergänge gibt es fast jeden Abend zu bestaunen 
Foto: Anna Keßler

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