Kennen Sie die Liparischen Inseln?

So schön sind Siziliens kleine Schwestern

Lipari ist die größte der äolischen Inseln. Hier gibt es eine richtige kleine Stadt mit vielen Shops, Bars und Restaurants.
Lipari ist die größte der äolischen Inseln. Hier gibt es eine richtige kleine Stadt mit vielen Shops, Bars und Restaurants.
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Die äolischen Inseln aus der Luft betrachtet. Sie gehören zu einer Vulkankette, die sich vom Vesuv bei Neapel bis zum Ätna auf Sizilien erstreckt.
Die äolischen Inseln aus der Luft betrachtet. Sie gehören zu einer Vulkankette, die sich vom Vesuv bei Neapel bis zum Ätna auf Sizilien erstreckt.
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Echtes, feuriges Temperament hat die Insel Vulcano. Schon im Hafen wird man von dem typischen Schwefelgeruch empfangen, der sich über die ganze Insel zieht. In der römischen Mythologie galt die Insel als Schmiede des Vulcanus, des römischen Gottes des Feuers. Unterseeische Fumarolen erhitzen im sogenannten „Toten Feld“ parallel zur Küste das Meer und halten es ganzjährig auf einer angenehmen Temperatur – sehr zur Freude der Badegäste.
Echtes, feuriges Temperament hat die Insel Vulcano. Schon im Hafen wird man von dem typischen Schwefelgeruch empfangen, der sich über die ganze Insel zieht. In der römischen Mythologie galt die Insel als Schmiede des Vulcanus, des römischen Gottes des Feuers. Unterseeische Fumarolen erhitzen im sogenannten „Toten Feld“ parallel zur Küste das Meer und halten es ganzjährig auf einer angenehmen Temperatur – sehr zur Freude der Badegäste.
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Der Krater von Vulcano ist relativ einfach zu besteigen. Der letzte Ausbruch fand Ende des 19. Jahrhunderts statt – Gefahr durch Lava oder Gesteinsbrocken besteht also derzeit nicht.
Der Krater von Vulcano ist relativ einfach zu besteigen. Der letzte Ausbruch fand Ende des 19. Jahrhunderts statt – Gefahr durch Lava oder Gesteinsbrocken besteht also derzeit nicht.
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Die Insel Stromboli besteht aus einem einzigen Vulkankegel, über dem fast immer eine Rauchwolke zu sehen ist. Der Vulkan ist seit 1934 durchgehend aktiv, wenn auch nur auf geringem Niveau.
Die Insel Stromboli besteht aus einem einzigen Vulkankegel, über dem fast immer eine Rauchwolke zu sehen ist. Der Vulkan ist seit 1934 durchgehend aktiv, wenn auch nur auf geringem Niveau.
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Auf eigene Faust darf der Stromboli seit ein paar Jahren nicht mehr bestiegen werden, aber es gibt geführte Touren, bei denen ein Guide die Teilnehmer ab 400 Metern aufwärts bis zum Kraterrand führt. Am meisten empfehlen sich Touren bei Nacht oder in der Dämmerung, weil das Lava-Schauspiel dann besonders beeindruckend ist.
Auf eigene Faust darf der Stromboli seit ein paar Jahren nicht mehr bestiegen werden, aber es gibt geführte Touren, bei denen ein Guide die Teilnehmer ab 400 Metern aufwärts bis zum Kraterrand führt. Am meisten empfehlen sich Touren bei Nacht oder in der Dämmerung, weil das Lava-Schauspiel dann besonders beeindruckend ist.
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Die meisten Einwohner von Stromboli, etwas mehr als 500 an der Zahl, leben im gleichnamigen Ortsteil im Nordosten der Insel. Größere Schäden durch Eruptionen gab es zuletzt im Jahr 2003, als zwei Häuser von metergroßen Gesteinsbrocken getroffen wurden. Außerdem werden durch Lavaströme ins Meer immer wieder kleinere Flutwellen ausgelöst.
Die meisten Einwohner von Stromboli, etwas mehr als 500 an der Zahl, leben im gleichnamigen Ortsteil im Nordosten der Insel. Größere Schäden durch Eruptionen gab es zuletzt im Jahr 2003, als zwei Häuser von metergroßen Gesteinsbrocken getroffen wurden. Außerdem werden durch Lavaströme ins Meer immer wieder kleinere Flutwellen ausgelöst.
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Blick von Stromboli zum vorgelagerten Felsen Strombolicchio („kleiner Stromboli“), auf dem ein weißer Leuchtturm thront
Blick von Stromboli zum vorgelagerten Felsen Strombolicchio („kleiner Stromboli“), auf dem ein weißer Leuchtturm thront
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Blühender Oleander auf Stromboli. Fast überall auf den äolischen Inseln sind die Häuser und Mauern weiß getüncht. Wegen der engen Gassen fahren außer auf der Hauptinsel Lipari keine Autos. Die Einwohner selbst sind mit Mopeds oder elektrischen Caddys unterwegs, die auf den Inseln auch als Taxis für Touristen dienen.
Blühender Oleander auf Stromboli. Fast überall auf den äolischen Inseln sind die Häuser und Mauern weiß getüncht. Wegen der engen Gassen fahren außer auf der Hauptinsel Lipari keine Autos. Die Einwohner selbst sind mit Mopeds oder elektrischen Caddys unterwegs, die auf den Inseln auch als Taxis für Touristen dienen.
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Auch Geschichtsfans kommen in Lipari auf ihre Kosten. Sehenswert ist zum Beispiel der alte Kreuzgang der Kirche San Bartolomeo, die auf einem Felsen 60 Meter über dem Meer steht. Auch die alte Burganlage aus dem 16. Jahrhundert, die auch das archäologische Museum von Lipari beherbergt, ist einen Besuch wert.
Auch Geschichtsfans kommen in Lipari auf ihre Kosten. Sehenswert ist zum Beispiel der alte Kreuzgang der Kirche San Bartolomeo, die auf einem Felsen 60 Meter über dem Meer steht. Auch die alte Burganlage aus dem 16. Jahrhundert, die auch das archäologische Museum von Lipari beherbergt, ist einen Besuch wert.
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Boote am Strand von Lipari. Das Meer rund um die äolischen Inseln eignet sich gut zum Schnorcheln.
Boote am Strand von Lipari. Das Meer rund um die äolischen Inseln eignet sich gut zum Schnorcheln.
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Ein absolutes Muss ist eine Bootstour rund um die Inseln. Manche Bucht ist nur vom Wasser aus zu erreichen.
Ein absolutes Muss ist eine Bootstour rund um die Inseln. Manche Bucht ist nur vom Wasser aus zu erreichen.
Foto: Getty Images
Gemütlich und schick zugleich geht es auf Panarea zu, der mit nur 3,4 Quadratkilometern kleinsten äolischen Insel. In den Sommermonaten verwandelt sich die Gegend um den winzigen Hafen in eine regelrechte Partymeile, mit noblen Nachtclubs und Sushi-Bars.
Gemütlich und schick zugleich geht es auf Panarea zu, der mit nur 3,4 Quadratkilometern kleinsten äolischen Insel. In den Sommermonaten verwandelt sich die Gegend um den winzigen Hafen in eine regelrechte Partymeile, mit noblen Nachtclubs und Sushi-Bars.
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Filicudi ist ideal für Individualisten, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchen. Die 9,5 Quadratkilometer große Insel entstand vor Millionen Jahren als erste des Archipels.
Filicudi ist ideal für Individualisten, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchen. Die 9,5 Quadratkilometer große Insel entstand vor Millionen Jahren als erste des Archipels.
Foto: dpa Picture Alliance
Salina ist die grünste der äolischen Inseln. Viele Süßwasserquellen sorgen dafür, dass zwischen den beiden erloschenen Vulkanen die Trauben für den beliebten Malvasia wachsen.
Salina ist die grünste der äolischen Inseln. Viele Süßwasserquellen sorgen dafür, dass zwischen den beiden erloschenen Vulkanen die Trauben für den beliebten Malvasia wachsen.
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Zwischen Festland und Inseln verkehren , Tragflächenboote.
Zwischen Festland und Inseln verkehren , Tragflächenboote.
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Sizilien-Urlaub mal anders: Ein echter Geheimtipp sind die der Küste vorgelagerten Äolischen oder auch Liparischen Inseln. Winzige Buchten, autofreie Gässchen und brodelnde Vulkankrater machen Lipari, Vulcano, Panarea & Co. zum perfekten Ziel für Individualisten und Abenteurer. TRAVELBOOK über Siziliens kleine Schwestern, die alle ihren ganz eigenen Charakter und Charme haben.


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Wer je in Sizilien war, hat sie beim Landeanflug vielleicht schon entdeckt: Wenige Kilometer vor der Nordküste erheben sich sieben Inseln aus dem Meer, einige größer, die anderen sehr klein. An ihren Hängen reihen sich weiße Häuschen wie Perlenketten aneinander.

Isole Eolie (dt. „Inseln des Windes“) heißen die sieben Inseln vulkanischen Ursprungs, deren Name auf den Gott Äolus zurückgeht. Laut griechischer Mythologie ließ Äolus sich hier nieder, nachdem er von Zeus beauftragt wurde, die Winde zu verwalten.

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Der Name ist ein wenig irreführend, denn wirklich windig ist es auf den Äolischen Inseln, die auch als Liparische Inseln bezeichnet werden, nicht, außer vielleicht in den Wintermonaten. In dieser Zeit ist hier aber sowieso kaum was los, selbst die Bewohner ziehen sich zwischen November und März gern auf das sizilianische Festland zurück.

Im August fallen die Italiener ein

Auf den größtenteils autofreien Eilanden Alicudi, Filicudi, Salina, Lipari, Panarea, Vulcano und Stromboli kann man dem Alltag wunderbar entfliehen. Außer man kommt im August, wenn alle Italiener gleichzeitig in Sommerurlaub fahren (immer um den Feiertag Ferragosto herum), dann platzen die Badeorte aus allen Nähten. Die schönste Reisezeit ist im Frühling, wenn die Oleander und Kaktusfeigen zu blühen beginnen und die Inseln langsam aus dem Winterschlaf erwachen. Und auch jetzt im Herbst ist es in Süditalien noch angenehm warm – perfekt zum Inselhopping auf dem lang gezogenen Archipel.

Party, Abenteuer, Abgeschiedenheit – jede Insel ist anders. TRAVELBOOK verrät, was Sie auf den einzelnen Inseln erwartet.

STROMBOLI
Die markanteste der sieben bewohnten äolischen Inseln, die im Deutschen auch liparische Inseln heißen, ist Stromboli. Wie ein Vulkan aus dem Bilderbuch ragt der kegelförmige Berg mehr als 900 Meter in den Himmel, raucht und spuckt regelmäßig glühende Lava. Der Großteil der gut 500 Einwohner lebt im Nordosten der Insel, in gebührendem Abstand zur „Sciara del Fuoco“ („Feuerzunge“), über die die Lavamassen des Vulkans bergab in Richtung Meer fließen. Abenteurer sollten unbedingt an einer geführten Trekking-Tour zu den Kratern des Stromboli teilnehmen. 1949 wurde auf Stromboli übrigens das gleichnamige Melodram mit Ingrid Bergmann in der Hauptrolle gedreht. An dem Haus, in dem die Schauspielerin und Regisseur Roberto Rossellini (1906-1977) damals wohnten, befindet sich noch eine Gedenktafel.

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LIPARI
Auf der Hauptinsel Lipari befindet sich die einzige richtige Stadt des Archipels. Rund 11.500 Menschen leben dauerhaft auf Lipari, in den Wintermonaten geht es hier wesentlich ruhiger zu als im Sommer. Im Norden von Lipari liegen die Überreste einer antiken Therme, die schon 1500 vor Christus in Betrieb war. In der Hauptstadt kann man Ruinen aus der Bronzezeit und der griechischen und römischen Antike bewundern. Einen Besuch wert sind auch die Kathedrale und die Festung der Stadt. Wer sich vom Trubel erholen will, besucht einen der vielen schönen Strände auf der Insel. Abends kann man wunderbar in den Gassen der Hauptstadt flanieren.

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SALINA
Nördlich von Lipari liegt Salina, die zweitgrößte der äolischen Inseln. Weil es kaum Strände gibt, geht es hier deutlich ruhiger zu als auf der Hauptinsel. Salina ist im Gegensatz zu Lipari deutlich grüner und fruchtbarer. Anders als auf den kleineren Inseln, die fast alle Lebensmittel importieren müssen, können sich die Einwohner von Salina durch ihre Anbauprodukte weitgehend selbst versorgen. Besucher sollten unbedingt den hier hergestellten süßen Malvasia-Wein probieren.

PANAREA
Panarea ist mit 3,4 km² die kleinste bewohnte Insel und ein beliebter Treffpunkt für Reiche und Schöne. Selbst internationale Promis wie Naomi Campbell, Tom Cruise oder Beyoncé urlauben gerne hier – weshalb es auf Panarea im Vergleich zu den anderen Inseln auch etwas teurer ist. Kleine Elektroautos dienen als „Taxi“ und bringen Touristen und Einheimische von einem Ende der Insel zum anderen. Panarea lässt sich aber auch gut zu Fuß erkunden. Im Südosten der Insel befindet sich ein kleiner Strand, der nur im Sommer ziemlich überfüllt ist. Am besten mietet man sich ein Boot und erkundet damit die Klippen und die unbewohnte Insel Basiluzzo, wo man übrigens auch wunderbar schnorcheln kann. Oder den einen oder anderen Promi auf seiner Jacht erspähen.
Abends wird der Bereich um den Hafen zur Partyzone. Von hier aus hat man auch einen atemberaubenden Blick auf  den gegenüber liegenden Vulkan Stromboli, der ständig aktiv ist und immer wieder Lava spuckt. Hoteltipp: Das familiengeführte Hotel Girasole im Süden der Insel, Doppelzimmer ab 150 Euro.

VULCANO
Für vulkanbegeisterte Urlauber lohnt auch ein Tagesbesuch der Insel mit dem bezeichnenden Namen Vulcano. Wer auf die Insel kommt, wird sofort den typischen Schwefelgeruch bemerken, der aus unzähligen Quellen, den so genannten Fumarolen, strömt. Der Krater des Hauptvulkans ist relativ einfach zu besteigen. Am nördlichen Zipfel der Insel kann man in einem Schlammpool baden, dessen Wasser durch unterirdische Gase erhitzt wird. Dem Schlamm werden heilende Kräfte bei Hautkrankheiten und Rheuma nachgesagt.

FILICUDI UND ALICUDI
Wer die totale Abgeschiedenheit sucht, findet sie ganz im Westen der Inselgruppe auf Filicudi und Alicudi, wo zusammen nur knapp 350 Menschen leben. Beide Inseln haben viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt, Übernachtungsmöglichkeiten gibt es nur wenige. Auf Alicudi gibt es bis heute keine Straßen, die Häuser sind stattdessen über Jahrhunderte alte Treppenwege miteinander verbunden, als Transportmittel dienen Maulesel.

Die äolischen Inseln eignen sich übrigens auch wunderbar, um sie in einen längeren Sizilien-Urlaub zu integrieren. Da man die Überfahrt mit dem Tragflächenboot mit einrechnen muss, sollte man mindestens  eine Insel-Übernachtung einplanen.

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