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Umstrittene Pläne

Auf Lombok soll das „Miami Indonesiens“ entstehen

Lombok Marina Bay City
Die Küste mit türkisfarbenem Meer vor dem Ort Buwun Mas auf Lombok. Hier soll die Smart City „Marina Bay City“, ein riesiges Tourismusprojekt, entstehen. Foto: picture alliance/dpa/Marina Bay City/Lombok
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Anna Wengel
Freie Autorin

25. September 2025, 14:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Lombok galt bislang als Geheimtipp neben der touristisch überfluteten Nachbarinsel Bali. Dank eines neuen Luxusprojekts könnte sich das demnächst ändern. TRAVELBOOK hat die Infos.

Fast leere Sandstrände an klarem türkisfarbenen Wasser. Wildwuchernde Natur links und rechts der teils unbefestigten Straßen, über die wir mit unserem Roller fuhren. Eine einzelne, einfache Strandbar, an der sich am Abend sämtliche Backpacker trafen. So erinnere ich mich an meinen Besuch auf Lombok. Dieses Bild dürfte bald der Vergangenheit angehören, denn Balis Nachbarinsel Lombok will deren touristische Anziehungskraft künftig mit seiner Marina Bay City mindestens kopieren. Die gilt schon jetzt als neues „Miami Indonesiens“.

Luxus-Stadt auf Lombok

Auf der indonesischen Insel entwickelt sich damit aktuell ein Mega-Projekt, eine Smart-City, wie es die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. Auf 149 Hektar schönster Küstenlage im Südwesten Lomboks entsteht die Marina Bay City, mit Resorts, Hochhaus-Luxusvillen, einer internationalen Schule, einer Marina und Zäunen, die die neuen Bewohner vom Rest der Insel abschotten. Finanziert wird das 850-Millionen-Euro-Projekt in Buwun Mas von Investoren aus Australien.

Auf der zugehörigen Projektseite werben die Verantwortlichen um weitere Investoren, die sich einen Anteil an „Indonesiens nächstem Top-Lifestyle- und Tourismusziel“ sichern sollen. Und das ist nicht einmal allzu teuer, zumindest aus europäischer oder australischer Sicht. Die Villenpreise starten bei 75.000 AUS-Dollar, umgerechnet 42.138 Euro. Angeboten wird vom Studio bis hin zur riesigen Mansion alles. Für eine Luxusimmobilie in traumhafter Umgebung klingt das erst einmal nicht allzu schlecht. Vorausgesetzt, der Plan geht auf. Was ist aber mit dem, was durch dieses Projekt zerstört wird?

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Massentourismus demnächst auch auf Lombok?

Bali ist ein Beispiel dafür, wie Massentourismus zuvor wunderschöne, besinnliche Orte zerstören kann. Schon als ich vor zehn Jahren Bali, Lombok und die Gili-Inseln besuchte, taten das etliche Touristen mit mir. Und doch war es schön, sehr schön sogar. Etliche Orte zeigten sich in ihrer traumhaften balinesischen Ursprünglichkeit, zahlreiche Strände waren fast menschenleer. Auf Lombok war für unseren damals Mitt-Zwanziger-Anspruch fast schon zu wenig los. Ursprünglich und authentisch, so habe ich Lombok seitdem im Kopf. Und das soll demnächst ein Ende haben? Statt kleiner Fischerdörfchen Hochhäuser und Luxusresorts? Bali ächzt mittlerweile unter den Touristen, dem ewigen Müll und Daneben-Benehmen so vieler Europäer, Amerikaner, Australier und Co., die statt die balinesische Kultur zu würdigen, ihr eigenes Ding durchziehen. Diese Zukunft erwartet nun offenbar auch Lombok, das bislang immer als Geheimtipp gegolten und eine ehrliche Erfahrung indonesischer Trauminseln in all ihrer Ursprünglichkeit versprochen hat. Wie schade.

Traditionelles Boot am Strand von Lombok
Wird der indonesische Geheimtipp Lombok bald zum Massenziel? Foto: Getty Images

Und wie empfinden die Bewohner Lomboks die geplanten Änderungen? Die dpa schreibt von einer „Mischung aus Hoffnung und Sorge“ und zitiert den Dorfchef Rochidi mit den Worten: „Früher haben Investoren nur Land gekauft und es dann brachliegen lassen (…), jetzt wird wirklich gebaut. Wir hoffen, dass unsere Leute Arbeit finden und profitieren können.“ Die Investoren in Buwun Mas versprechen laut dpa hingegen „solarbetriebene Fahrzeuge, Abfallverwertungssysteme und faire Jobs für die Einheimischen“.

Resort im Zuhause der Komodowarane

Und wie der dpa-Text anklingen lässt, scheint die Verwandlung Lomboks vom Geheimtipp in ein Luxus- und Massenreiseziel nicht das einzige derartige Projekt in der Umgebung zu sein. Auch auf der kleinen, von Menschen unbewohnten Insel Padar, Heimatort der Komodowarane, soll künftig ein Mega-Resort entstehen. Mit Villen, Spa, Restaurants und Hochzeitskapelle.

Komodowaran im Komodo-Nationalpark
Komodowarane zählen zu den gefährdeten Tierarten Foto: Getty Images

Padar ist Teil des Komodo-Nationalparks, eines UNESCO-Weltnaturerbes und einer der wenigen Lebensorte der gefährdeten Riesenechsenart. Laut dpa soll das neue Resort mitten im Lebensraum der größten Echsenart der Welt entstehen, sie schreibt von Überschneidungen mit Brut- und Futterplätzen. Entsprechend warnen Umweltexperten davor, dass die Bauarbeiten die Fauna stören könnten. TRAVELBOOK berichtete bereits im Jahr 2021 von dem geplanten Ausbau des Tourismus in Indonesien und den Folgen für seine Bewohner.

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