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In Thailand

Darum ist Koh Tao als „Todesinsel“ bekannt

Koh Tao
Koh Tao ist eine beliebte thailändische Urlaubsinsel – doch mysteriöse Todesfälle sorgen für Aufsehen Foto: Getty Images
Sarah Bachmann
Volontärin

9. September 2026, 13:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Kristallklares Meer, weiße Sandstrände und tropische Temperaturen. Die thailändische Taucherinsel Koh Tao ist seit Jahren als Urlaubsparadies bekannt. Doch neben positiven Reiseberichten ranken sich mittlerweile auch zahlreiche Meldungen über mysteriöse Todesfälle um die Insel. TRAVELBOOK wirft einen Blick auf die rätselhafte Geschichte von Koh Tao.   

Rund 85 Kilometer von Surat Thani entfernt liegt die thailändische Insel Koh Tao. Als kleine Schwester der um einiges bekannteren Insel Koh Samui beworben, ist es heute auch der Ruf als „Todesinsel“, der Aufmerksamkeit auf die Insel zieht. So starben hier bereits zehn Urlauber, viele davon unter rätselhaften Umständen.

Trauminsel im Golf von Thailand

Mit seinen malerischen Stränden hat sich die rund 21 Quadratkilometer große Insel Koh Tao im Laufe der Zeit nicht nur unter Backpackern, sondern auch bei Luxusreisenden einen Namen gemacht. So gehören die Abschnitte Shark Bay, Sairee Beach sowie Jansom Bay zu den unumstrittenen Highlights der Insel. Bei Schnorchel- und Tauchausflügen lassen sich ebenfalls Korallenriffe, Meeresschildkröten und seltene Fischarten entdecken. Und auch mit seinen unzähligen Beach-Bars, unberührten Naturlandschaften und Aussichtspunkten lockt das Inselparadies regelmäßig eine Vielzahl von Besuchern an.

Mysteriöse Verbrechen auf der Insel

Doch die Idylle des Urlaubsparadieses wurde im Jahr 2014 erstmals getrübt, als die Leichen eines britischen Touristen-Pärchens am Strand des bekannten „Sairee Beach“ gefunden wurden. Dabei sorgte besonders das undurchsichtige Ermittlungsverfahren der thailändischen Polizei für internationales Aufsehen. Bis heute hegen einige Menschen laut „SZ“ Zweifel daran, dass es sich bei den zwei mutmaßlichen Tätern wirklich um die Mörder des Touristenpaars handelt.

Koh Tao Strand
Koh Tao ist für seine traumhaften Strände bekannt Foto: Pictures From History/Universal

Nach dem Mord an den britischen Touristen im September 2014 ereigneten sich auf Koh Tao weitere Todesfälle – wobei es sich bei den Opfern vorwiegend um Touristen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren handelt. So fand man wenige Monate später einen weiteren jungen Briten tot in der Nähe eines Felsens am Sai Nuan Beach.

Und die Reihe tragischer Ereignisse setzte sich in den folgenden Jahren weiter fort. Die Zeitung „Thai Examiner“ nennt folgende Fälle:

  • 2015: Eine 23-jährige Britin wird tot in einem gemieteten Bungalow aufgefunden.
  • 2015: Ein Franzose wird erhängt auf dem Balkon seines Bungalows entdeckt.
  • 2016: Ein Brite wird nach einer Auseinandersetzung tot in einem Pool gefunden.
  • 2016: Die Leiche eines französischen Anglers wird auf dem Festland entdeckt.
  • 2017: Eine belgische Backpackerin wird erhängt im Dschungel aufgefunden.
  • 2023: Ein britischer Tauchlehrer stirbt an Herzversagen.
  • 2024: Ein britischer Tourist wird nach exzessivem Alkoholkonsum tot in einem Graben entdeckt.

2025 sorgten weitere Opfer für Schlagzeilen. Im Januar wurde ein 21-jähriger Ire tot in seinem Bungalow-Resort aufgefunden. Er starb laut Obduktion an akutem Herzversagen. Im März desselben Jahres brach auf einem Touristenboot vor Koh Samui ein Feuer aus und sank. Während 15 Urlauber und sieben Crew-Mitglieder gerettet werden konnten, blieb eine 26-Jährige aus London verschwunden. Laut „BBC“ könnte sie sich auf der Toilette des Bootes befunden haben, als das Feuer ausbrach.

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Mangelnde Aufklärung

Während einige der Todesfälle eindeutig geklärt werden konnten, sind bei anderen noch viele Fragen offen. Besonders der Fall der belgischen Backpackerin Elise Dallemagne, deren Leiche man 2017 an einem Baum erhängt im Dschungel von Koh Tao aufgefunden hatte, erscheint mysteriös. Während die örtlichen Behörden von Suizid ausgehen, sind die Eltern der damals 30-Jährigen überzeugt, dass ihre Tochter sich niemals habe umbringen wollen und ein Dritter beteiligt sein müsse. Laut einem Bericht des Portals „Thailand Spezialisten“ hatte Elise bereits ein Ticket zum Weiterflug nach Bangkok gebucht und im Vorfeld keinerlei Anzeichen von Depressionen gezeigt.

Im Hinblick auf die Aufklärung einiger der Todesfälle stehen vor allem die thailändischen Behörden in der Kritik. So lösen mangelnde Transparenz bei den Ermittlungsverfahren und lückenhafte Beweislagen immer wieder Zweifel bei den Angehörigen der Verstorbenen aus. Laut WELT wehren sich die Behörden dabei vehement gegen den „Makel der sogenannten Todesinsel“.

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Sind die Todesfälle ein Grund zur Sorge?

Was oder wer tatsächlich hinter den rätselhaften Ereignissen steckt und ob es sich in einigen Fällen sogar um Verbrechen handelt, bleibt weiterhin unklar. Buchautor und Reisesicherheitsexperte Sven Leidel schätzt die Sicherheit in Thailand im Gespräch mit TRAVELBOOK wie folgt ein: „Nach meiner Einschätzung ist die allgemeine Risiko- und Bedrohungslage in Thailand als mittelhoch einzuschätzen (3 auf einer Skala von 1 bis 5). Kleinkriminalität ist höchstwahrscheinlich das größte Risiko für Touristen.“ Zugleich rät das Auswärtige Amt reisenden Frauen in Thailand, genau auf die eigene Sicherheit, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden, zu achten.

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