Ab sofort teurer

Taxipreise auf Mallorca gestiegen

Taxen in Palma de Mallorca
Das dürfte vielen Mallorca-Urlaubern gar nicht schmecken: Taxifahren auf der Insel ist ab sofort teurer
Foto: Getty Images

Taxifahrten auf Mallorca kosten ab sofort mehr Geld. Obwohl die Preiserhöhung bereits im Frühjahr 2019 beschlossen wurde, ist sie erst jetzt inkraft getreten – und löst bei Einheimischen Ärger aus...

Taxifahren auf Mallorca ist ab sofort deutlich teurer: Mittels einer am 2. März 2020 inkraft getretenen Gebührenverordnung der Stadtverwaltung wurden jetzt die neuen Preise für Taxifahrten auf der Insel bekannt gegeben.

Gäste müssen ab sofort für eine Fahrt vom bzw. zum Flughafen generell einen Aufschlag von 4,40 Euro zahlen, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet – zuvor waren es 2,90 Euro.

Auch der Mindestpreis erhöht sich

Zudem steigt auch der Mindestpreis, den Gäste für eine Fahrt vom bzw. zum Flughafen zu zahlen haben: Statt wie bislang 13 Euro kostet eine Fahrt tagsüber nun mindestens 16 Euro – nachts liegt die Minimalgebühr bei 18 Euro. Inhaber der sogenannten „Targeta Ciutadana“ oder „Targeta Intermodal“ müssen aber, unabhängig von der Uhrzeit, weiterhin mindestens 13 Euro entrichten.

Auch interessant: Mallorca: Keine Alkohol-Flatrate mehr in Hotels

Auch für jeden gefahrenen Kilometer dürfen die Taxifahrer ab sofort mehr berechnen, nämlich 93 statt wie bislang 88 Cent. Nachts wie auch an Sonn- und Feiertagen gilt wie bisher der Festpreis von 1,10 Euro. Der Mindestpreis, den das Taxameter bereits bei der Anfahrt anzeigt, erhöht sich um 5 Cent auf nun 2,15 Euro (tagsüber) bzw. 2,50 Euro (nachts).

Taxifahrer ärgern sich über Stadtverwaltung

Statt sich jedoch über die künftigen Mehreinnahmen zu freuen, ärgern sich die Taxifahrer von Palma de Mallorca über ihre Stadtverwaltung: Diese hat es nämlich versäumt, den Fahrern pünktlich zur Einführung der neuen Gebühren entsprechende Aufkleber zur Verfügung zu stellen, die die Gäste über die neuen Tarife informieren sollen. Zu einer solchen Information gegenüber ihren Kunden sind die Taxifahrer aber gesetzlich verpflichtet, weshalb viele von ihnen nun wütend sind.

Ohnehin war es ein langer Weg bis zu der nun gültigen Preiserhöhung – sie war bereits im Frühjahr 2019 beschlossen worden, konnte jedoch wegen zahlreicher behördlicher Verzögerungen und technischer Pannen nicht früher effektiv umgesetzt werden. Für die Taxifahrer ist die Preiserhöhung dennoch ein Grund zur Freude: Wie „Ultima Hora“ berichtet, waren zuvor die Tarife seit 2012 nicht mehr angehoben worden.

Das ändert sich 2020 auf der Insel

Bereits am 17. Januar 2020 hat Mallorcas Regierung ein Eilgesetz verabschiedet, demnach es Hotels in den Orten Magaluf und Playa de Palma sowie auch in Sant Antoni de Portmany auf Ibiza künftig verboten ist, ihre Gäste mit einer Alkohol-Flatrate zu locken. Auch Happy-Hour-Angebote sind ab sofort verboten – das heißt Geschäfte und Kioske, die Alkohol verkaufen, müssen bereits um 21.30 Uhr schließen und dürfen nicht vor 8 Uhr morgens öffnen. Sukzessive will man das Verbot der Flatrates auf der ganzen Insel umsetzen.

Spannende Videos rund ums Thema Reisen gibt’s übrigens auf unserem YouTube-Kanal – hier abonnieren!

Auch das sogenannte „Balconing“, also das Springen vom Balkon z.B. in den Hotelpool, soll künftig effektiver verfolgt werden – so droht Gästen, die dabei erwischt werden, künftig der unverzügliche Rauswurf aus ihrer Unterkunft, wie TRAVELBOOK bereits berichtete.

 

Kampf dem Plastikmüll

Die Balearen-Regierung hat zudem ein neues Abfallgesetz verabschiedet, das sogenannte„Ley de resi duos y suelos contaminados“. Laut der Organisation „Futouris”, die sich für nachhaltigen Tourismus einsetzt, sollen damit bis 2021 zehn Prozent der Plastikabfälle eingespart werden, bis 2030 gar zwanzig Prozent. Ganz verboten werden sollen Produkte aus Einwegkunststoff wie Plastikstrohhalme, -besteck und  -geschirr, sowie auch Kaffeekapseln.  Auch soll der anfallende Müll effektiver recycelt sowie Urlauber auf die Möglichkeit der aktiven Teilnahme an der Müllreduktion hingewiesen werden.

Auch interessant: Die 10 einsamsten Buchten auf Mallorca

Konkrete Maßnahmen umfassen zum Beispiel das künftige Verbot von Plastikbechern im Poolbereich von Hotels. Auch soll es Strohhalme nur noch auf Nachfrage geben, in den Hotelzimmern statt kleinen Duschgeltuben nur noch große Spender stehen. An Frühstücksbuffets soll es zudem künftig keine einzelnen Portionspackungen mehr geben.

Busfahren wird nachhaltiger

Auch der Busverkehr soll auf der Baleareninsel künftig umweltfreundlicher sein, so kündigten die lokalen öffentlichen Verkehrsbetriebe die Anschaffung von weit mehr als 200 komplett neuen Bussen an, 216 davon mit nachhaltigem Antrieb. Nur noch drei werden künftig mit Diesel fahren, wohingegen 198 Busse einen Erdgasantrieb haben werden, neun einen zu 100 Prozent elektrischen und weitere neun Elektro-Hybriden sein werden.

Die Einteilung der Busse erfolgt in den drei Zonen Ponent, Nord und Levant/Migjorn und wird für eine Laufzeit von zehn Jahren bis zu maximal einer halben Milliarde Euro kosten. Auch verbessert werden soll das Streckennetz, so dass Busse auf der Linie zwischen Cala Bona und Cala Minor nach Manacor sowie auf der Strecke von Campos und Llucmajor nach Palma künftig 15 Minuten Zeit einsparen werden. So wolle man „im Hinblick auf das private Fahrzeug wettbewerbsfähig“ sein.

Auch interessant: Die 5 schönsten Wanderwege auf Mallorca

Mallorca leidet unter Kreuzfahrt-Tourismus

Auch werde man längere Busse mit erhöhter Fahrgastkapazität und verbesserter Barrierefreiheit einsetzen, sowie neue Busverbindungen schaffen. Der Fahrkartenkauf soll zudem auch online möglich sein, um Wartezeiten beim Einsteigen zu verringern.

Was sich dagegen 2020 zum Leidwesen vieler Einheimischer auch weiterhin nicht ändern wird, ist der regelrechte Ansturm von Kreuzfahrtschiffen auf die Insel – bis zu sieben an einem Tag werden es in diesem Jahr sein. Das bedeutet einen Andrang von bis zu 17.000 Touristen gleichzeitig, der Hafen von Palma soll dieser Art von Tourismus gar mittels Investitionen in dreistelliger Millionen-Höhe noch angepasst werden, wie TRAVELBOOK berichtete.