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Pläne für die Playa de Palma auf Mallorca

Dieser Abriss soll den Ballermann grundlegend verändern

Playa de Palma auf Mallorca
Die Mauer am Playa de Palma ist einer der Störfaktoren in den Plänen für den neuen Ballermann Foto: AFP via Getty Images
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Anna Wengel
Freie Autorin

9. März 2026, 16:13 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Palma soll zur mediterranen Kulturhauptstadt avancieren, vielleicht sogar Kulturhauptstadt Europas 2031 werden. Dabei stört die Playa de Palma, der Ballermann, wie er hierzulande im Volksmund heißt. An dem soll sich künftig einiges ändern. TRAVELBOOK hat mit Palmas Tourismusstratege Pedro Homar über die Pläne gesprochen.

„Wir brauchen Sie nicht. Wir wollen Sie nicht“ – Pedro Homar, Leiter der Stiftung Fundación Turismo Palma 365, findet klare Worte, wenn es um das exzessive Feiervolk am Ballermann geht. Im Interview mit TRAVELBOOK erklärt er, wie Mallorca künftig mit den traditionellen Besuchern an der Playa de Palma verfahren will. Angesichts des angestrebten Wandels auf der Baleareninsel und der Bewerbung Palmas als Kulturhauptstadt 2031 (TRAVELBOOK berichtete) wird der bei den Deutschen beliebte Partystrand immer mehr zum Problem.

Ballermann wird nicht verschwinden

Mehr als die Hälfte der Ballermann-Urlauber sind Deutsche. Hinzu kamen zuletzt vor allem Briten, Polen, Ungarn, Niederländer sowie vereinzelt ein paar weitere Nationalitäten. Und die wollen an der Playa de Palma vor allem eins: feiern. Oder im Ballermann-Sprech ausgedrückt: saufen. Am besten bis zur Ekstase. Respektvoller Umgang untereinander, gegenüber anderen Touristen oder Einheimischen ist dabei oftmals Mangelware. Ein Problem, das die spanische Baleareninsel schon seit Längerem versucht zu beheben.

Der Ballermann gehört laut dem Tourismusexperten für bestimmte Gruppen zum Kollektivwissen – als Narrativ einer bestimmten Art von Party- und Urlaubskultur. „Ehrlich gesagt bezweifle ich aufrichtig, dass er verschwinden wird“, sagt Homar. Es gebe eine Nachfrage nach dieser Art von Erlebnis – „das ist Realität“. Gleichzeitig gebe es jedoch „auch eine andere Realität: Es wird immer schwieriger, dieses exzessive Verhalten auf den Straßen zu haben“.

Höhere Strafen, mehr Polizei

Entsprechend will man das Feiervolk auf Mallorca verstärkt in seine Schranken weisen: „Es wird eine Erhöhung der Strafen geben“, prognostiziert Palmas Tourismusstratege. Unternehmen, Bars und Clubs sollen demnach künftig stärkere Strafen treffen, wenn sie sich nicht an die geltenden Gesetze halten. Darüber hinaus soll es in Zukunft mehr Bußgelder geben sowie „mehr Polizei auf den Straßen, die jene Touristen verfolgt, die sich nicht ordentlich benehmen wollen“, sagt Homer im TRAVELBOOK-Interview.

„Wir verstehen, dass Sie im Urlaub sind. Spanien ist ein sehr soziales Land, und es ist Teil des sozialen Aspekts des Landes, sich auf eine Terrasse zu setzen und ein, zwei, drei, vier Biere zu trinken. Wir machen das mit unseren Freunden, mit unseren Familien, das ist Teil unserer Kultur“, erklärt Homer und ergänzt: „Aber das bedeutet nicht, dass man es nicht respektvoll tun kann. Wenn Sie also Ihre Biere auf der Terrasse mit Ihren Freunden trinken, plaudern und über das Fußballspiel von gestern Abend sprechen und über das Leben reden – kein Problem.“ Das sei weiterhin möglich und erwünscht. „Aber: Wenn Sie sich entscheiden, das auf die Straßen oder an den Strand zu verlagern – vergessen Sie’s. Wir brauchen Sie nicht. Wir wollen Sie nicht. Das ist nicht die Art Touristen, die wir wollen“, sagt Homer. Spaß und Ballermann werden seiner Ansicht nach weitergehen. Die Art und Weise werde sich jedoch verändern.

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Die Mauer muss weg

Bereits in der letzten Saison habe es einige Änderungen gegeben, in diesem Sommer erwarten Urlauber weitere. Mallorca habe „einen sehr ambitionierten Plan für Playa de Palma“, sagt Homer. 350 Millionen Euro sollen in den kommenden zehn Jahren in Sanierung und Veränderung der Playa de Palma fließen. „Eines der Dinge, die verschwinden könnten, ist die Mauer, die Sie rund um den Strand haben, wo sich alle hinsetzen und anfangen zu trinken“, sagt Homer. Verschwinde diese Mauer, gebe es keinen Ort mehr, an den man „einen Eimer mit zwölf Bieren mitbringen und auf dieser kleinen Mauer sitzend trinken kann“. Ursprünglich sei die Mauer gebaut worden, um dafür zu sorgen, dass der Sand nicht auf die Straße gelange und so wiederum Sand vom Strand verloren ginge. „Aber wir haben nicht daran gedacht, dass diese Mauer als Ort genutzt wird, um im öffentlichen Raum zu trinken“, erklärt der Leiter der Tourismusstiftung.

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Pläne für die Playa de Palma

Die Pläne für den neuen Ballermann beinhalten jedoch weit mehr als nur den Abriss der Mauer und die Durchsetzung bestehender Regeln. Die Playa de Palma selbst soll sich verändern, moderner, grüner und hochwertiger und insgesamt ökologisch aufgewertet werden. Die entsprechenden Pläne stellte Palmas Bürgermeister Jaime Martínez auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin, kurz ITB Berlin, vor. Der Entwicklungsplan besteht laut dem „Mallorca Magazin“ aus mehr als 30 Maßnahmen für Palma sowie die Playa de Palma. Dazu gehören Pläne für eine verbesserte Infrastruktur und Mobilität, mehr Nachhaltigkeit, zusätzlichen Wohnraum sowie mehr Sicherheit.

Grüne Zonen und eine verbesserte Infrastruktur

So plant Mallorca etwa die Errichtung fünf großer Grünzonen, deren Pläne teilweise bereits seit Längerem bekannt sind (TRAVELBOOK berichtete). Auch an der Playa de Palma sollen entsprechende Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden, um den Strand und seine Umgebung klimafreundlicher und lebenswerter zu machen. Eine davon, entlang der Camí de Les Meravelles, gibt es bereits.

Hinzu kommen verschiedene Stadtbauprojekte, wie etwa die Umgestaltung der Plaza de Les Meravelles, der Umbau des Parks Mar Jònic sowie die Einrichtung einer neuen Freizeitanlage mit Grünflächen und Sportanlagen. In Les Meravelles entsteht als Teil eines Parksystems ein Parkplatz mit mehr als 300 Stellplätzen, zugleich wird das städtische Leihfahrradsystem ausgebaut. Ein geplantes Großprojekt, dessen Bauarbeiten 2027 beginnen sollen, ist außerdem ein neues Messe- und Veranstaltungszentrum. Dort sollen auf 20.000 Quadratmetern rund 8000 Besucher Platz finden.

Höherklassige Hotels und weniger Ferienwohnungen

Neben der städtischen soll auch die touristische Infrastruktur modernisiert werden. Bereits jetzt gehören 70 Prozent der Hotels an der Playa de Palma zur Vier- oder Fünf-Sterne-Kategorie. Nun liegt der Fokus offenbar auf kleineren Drei- oder weniger Sterne-Hotels, die aufgewertet werden sollen. Außerdem könnten veraltete touristische Anlagen demnächst in Wohnanlagen oder öffentliche Einrichtungen umgebaut werden.

Gleichzeitig schränkt Palma die Bettenzahl selbst nach und nach ein, das Gleiche gilt für Lizenzen für Ferienwohnungen. Homer erklärt im Interview: „Wenn ein Hotel schließt, gehen diese Betten nicht zurück in den Markt. Diese Betten verschwinden.“ Dasselbe gelte für Apartments mit der Lizenz zur Vermietung. Entscheide sich der Besitzer einer Ferienwohnung, diese nicht weiter zu vermieten, verschwinde die Lizenz. „Wir bewegen uns also auf ein Modell zu, das darauf basiert: weniger Touristen, die mehr ausgeben“, erklärt Homer.

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