Bevölkerungsdichte: 0,0

11 skurrile Fakten über Grönland

Grönland
Grönland: Viel Natur und wenig Menschen, hier die „Stadt“ Tasiilaq, Einwohnerzahl etwa 2000
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Dass Grönland die größte Insel der Welt ist, wissen viele. Doch bestimmt kennen Sie nicht alle Fakten über das am dünnsten besiedelte Land der Erde – wetten?

Oder hätten Sie auf Anhieb gewusst, dass Grönlands Hauptstadt Nuuk heißt, oder dass es im Vergleich zu seiner Fläche das am dünnsten besiedelte Land der Welt ist? TRAVELBOOK stellt insgesamt 11 Fakten über Grönland vor.

Grönland ist mehr als sechsmal so groß wie Deutschland

Laut der Seite „Länderdaten“ hat Grönland eine Fläche von 2.166.000 Quadratkilometern – und damit mehr als sechsmal so viel wie Deutschland, das auf eine Fläche von 357.580 Quadratkilometern kommt. Noch skurriler wird es allerdings, wenn man die Einwohnerzahlen vergleicht. Im vergleichsweise winzigen Deutschland leben fast 83 Millionen Menschen, und damit mehr als 1480-mal so viele Menschen wie auf Grönland mit seinen nur etwa 56.000 Einwohnern.

Grönland ist das am dünnsten besiedelte Land der Welt

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Die Mini-Siedlung Pittufik – in Grönland gibt es gerade einmal 16 Städte mit insgesamt 56.000 Einwohnern
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Gerade einmal 16 größere Städte zählt die Insel, wobei auch hier die Dimensionen im Vergleich zu Deutschland stark abweichen: Nuuk, Grönlands Hauptstadt, hat laut „Visit Greenland“ gut 17.000 Einwohner, abgelegene Siedlungen in Ostgrönland wie Ittoqqortoormiit gerade einmal ein paar hundert. Das macht Grönland laut „Telegraph“ und zahlreichen weiteren Quellen zum am dünnsten besiedelten Land der Welt. Bevölkerungsdichte nach Dezimalzahlen gerundet, in Personen pro Quadratkilometer: 0,0. Dennoch heißt Grönland in der Sprache der Inuit „Kallalit Nunaat“ – Land der Menschen.

Grönland ist fast dreimal so groß wie die zweitgrößte Insel der Welt

Gegen sie sind alle anderen Inseln Zwerge: Grönland ist beispielsweise fast dreimal so groß wie Neuguinea, die zweitgrößte Insel der Welt. Das selbe ist es mit Borneo als Nummer 3 der Liste, Madagaskar auf der vier passt fast viermal hinein. Neuseeland mit seiner Nord- und Südinsel würde gar mehr als achtmal auf die Fläche von Grönland passen. Laut „Visit Greenland“ begeben sich die Menschen auf Grönland, da es so wenige Straßen gibt, übrigens am liebsten per Boot oder Hundeschlitten auf Reisen. Das Land hat mit Air Greenland aber auch eine eigene Fluggesellschaft, die 14 über das gesamte Land verteilte Flughäfen ansteuert.

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Die längste Straße auf Grönland misst gerade einmal 37 Kilometer

Weite Teile von Grönland sind mit Eis überzogen, das unter normalen Umständen, bzw. klimatischen Bedingungen, niemals taut – das ist auch der Grund dafür, warum der Bau landesweiter, zusammenhängender Straßen so gut wie unmöglich ist. So ist auch keine einzige Stadt über Straßen mit einer jeweils anderen verbunden. Die längste von ihnen beginnt in dem kleinen Nest Kangerlussuaq, das sowohl einen internationalen Flughafen hat, als auch vom amerikanischen Militär als Stützpunkt genutzt wird. Gerade einmal 37 Kilometer zieht sie sich vom Hafen der Stadt bis zum sogenannten Point 660, wo das grönländische Festlandeis beginnt, ein mehrere hundert Kilometer durchmessender Panzer. Ein deutscher Autobauer hat hier zeitweise sogar einmal seine Autos unter extremsten Bedingungen getestet und dafür eine „Straße“ auf das Eis gebaut, doch die Natur hat diese inzwischen wieder verschluckt.

Vier Fünftel Grönlands sind mit Eis bedeckt

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Der Russel-Gletscher bei Kangerlussuaq ist einer von Grönlands Eisgiganten
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Wir erinnern uns, Grönland hat eine Gesamtfläche von 2.166.000 Quadratkilometern. Davon sind laut „WELT“ gerade einmal 410.000 Quadratkilometer eisfrei, also etwa ein Fünftel – ein Gebiet, das immer noch fast so groß ist wie ganz Schweden. Wie überall auf der Welt schmilzt aber auch auf Grönland das Eis mit einer dramatischen Geschwindigkeit, was man zum Beispiel am Point 660 sehen kann, einer beliebten Touristenattraktion des Landes. Noch kann man hier auf dem Eis wandern und sogar im Zelt übernachten, doch endlose Geröllfelder zeugen auf erschreckende Weise davon, wie weit es einmal reichte. Würde gar das gesamte Inlandeis abschmelzen, würde der Meeresspiegel weltweit um sechs bis sieben Meter steigen.

Grönland war tatsächlich mal grün

Der Name bedeutet übersetzt „grünes Land“, den es laut „Visit Greenland“ von seinem Wikingerherrscher Erik dem Roten vor mehr als 1000 Jahren erhielt, als dieser wegen Mordes von Island verbannt wurde. Nach der Entdeckung Grönlands siedelte er auf den Gebieten der heutigen Orte Qassiarsuk und Nuuk. Fakt ist: Im Sommer gibt es besonders im Süden und Südwesten der Insel heute noch viele grüne Flächen, vor 2,5 Millionen Jahren soll laut Forschern gar die gesamte Insel noch grün gewesen sein – Grönland eben.

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Auf Grönland ist fermentierter Vogel eine Delikatesse

Während sich andere eine Pizza oder einen Hamburger schmecken lassen, essen einige Grönländer laut „Visit Greenland“ gerne fermentierten Papageientaucher, lokal Kiviaq genannt. Man nehme so viele Vögel wie möglich, nähe sie in einem Sack aus Robbenfell zusammen und vergrabe das Ganze für etwa drei Monate mit Steinen beschwert unter der Erde. Das „Ergebnis“ wird anschließend gekocht, der Geschmack ist angeblich ähnlich dem von Gorgonzola. Würden Sie sich trauen, das selbst herauszufinden?

Grönland feiert zwei Mal Silvester

Nein, auf Grönland gilt kein anderer Kalender als beispielsweise in China. Da Grönland aber offiziell ein Teil von Dänemark ist, und die Dänen mit ihrer Zeit vier Stunden vor der grönländischen liegen, kann am Silvesterabend auf Grönland gleich zwei mal gefeiert werden: Zur dänischen Mitternacht ist es hier gerade einmal 20 Uhr, was dann als Einstimmung genutzt wird, quasi eine Eröffnungsfeier für den Abend. Nach einem gemeinsamen Essen mit der Familie und/oder Freunden wird dann zum „echten“ Jahreswechsel einfach noch einmal angestoßen und geböllert.

Grönland hat den wohl exklusivsten Golfclub der Welt

Nun ja, statt exklusiv könnte man vielleicht extrem sagen, denn Rasen wie auf den anderen Greens dieser Welt gibt es nicht. Der 18-Loch-Parcours von Kangerlussuaq besteht quasi vollständig aus Gestein und Geröll. Laut „New York Times“ entstand der Golfplatz bereits 1986, angelegt von zwei Helikopter-Piloten der Air Greenland. Das Par, also die Standard-Anzahl an Schlägen für die Bewältigung der 18 Löcher, beträgt 72, und wer heute kommt, den erwartet dann doch ein ziemlich exklusives Vergnügen: Der Kangerlussuaq Golfclub hat laut Aussage eines einheimischen Tourführers aktuell zwei aktive Mitglieder.

Grönland hat den größten Nationalpark der Welt

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Extrem erfolgreicher Export: Bis zu 25.000 Moschusochsen soll es heute in Westgrönland geben. Die Tiere wurden aus dem Osten des Landes angesiedelt.
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Keine Schutzzone im klassischen Sinne wie Yellowstone oder die Sächsische Schweiz, wurde einfach kurzerhand die gesamte Fläche von Nordost-Grönland in einen Nationalpark umgewandelt – laut der Seite „Danish Museum“ immerhin schlappe 971.245 Quadratkilometer, und damit fast dreimal die Fläche von Deutschland. In dieser Gegend wohnen kaum Menschen, dafür kamen von dort in den 60er Jahren 27 Moschusochsen in den Westen des Landes, die für einen anderen bizarren Grönland-Rekord sorgten: Die Population der Tiere ist aufgrund der angenehmeren klimatischen Bedingungen laut dem „Grönländischen Institut für natürliche Ressourcen“ mittlerweile auf schätzungsweise bis zu 25.000 angewachsen.

Grönland gehört zu Dänemark, aber…

Grönland ist ein selbstverwaltetes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, gehört geographisch aber zum nordamerikanischen Kontinent. Vielleicht dachte US-Präsident Donald Trump daran, als er im Sommer 2019 laut äußerte, er wolle die Insel gerne kaufen – mehrere Stützpunkte unterhalten die Amerikaner ja dort bereits, unter anderem in Kangerlussuaq, und die Thule Air Base ganz im Norden. Schon 1868 sollen die USA laut „Zeit“ darüber nachgedacht haben, nach dem Erwerb von Alaska auch noch Island und Grönland zu kaufen. 1946 machte die Regierung Truman den Dänen für die Insel dann ein ganz konkretes Angebot über 100 Millionen Dollar. Umgekehrt war bereits 1917 ein spektakulärer Kauf über die Bühne gegangen: Dänemark trat die heutigen US-Virgin Islands für 25 Millionen Dollar ab – heute entspräche das einem Wert von 500 Millionen Dollar.

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