19. Mai 2026, 13:10 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Welche Länder sind die besten Land der Welt? Und was macht ein Land eigentlich zum besten? Das beantwortet das US-amerikanische Nachrichtenmagazin „US News & World Report“ jährlich mit einem großen Ranking. TRAVELBOOK stellt die drei besten Länder der Welt vor und zeigt die Top 20.
Ein Land kann noch so reich sein, hält es seine Bewohner an der Kandare oder verpestet seine Industrie die Luft so sehr, dass diese, um frische Luft zu schnappen, reingehen müssen, wird es sich kaum in den Rängen der besten Länder der Welt aufhalten dürfen. Das zeigt sich in diesem Jahr am Beispiel USA, die es im landeseigenen Ranking zu den besten Ländern der Welt trotz Spitzenplatzierungen in Sachen Wirtschaft und Tourismus angesichts des mangelnden Naturschutzes und Gesundheitswesens nicht einmal in die Top 10 schafften. Ähnlich sieht es in anderen starken wie stark wachsenden Wirtschaftsnationen aus, wie etwa in China oder Japan. Dahingegen finden sich erstaunlich viele europäische Länder in den Reihen der Besten, auch Deutschland ist dabei.
Das Ranking
Bevor wir uns nun die besten Länder der Welt genauer anschauen, klären wir zunächst einmal, was ein Land besonders gut macht. Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin „US News & World Report“ hat auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Wharton School der University of Pennsylvania an dieser Frage gearbeitet und stellt in seinem Bericht fest: „Das zentrale Problem nationaler Leistungsfähigkeit besteht nicht darin, in einem Bereich Exzellenz zu erreichen, sondern darin, ein Gleichgewicht zwischen verschiedenen Aspekten des nationalen Wohlergehens herzustellen.“ Wer dieses Gleichgewicht verschiedener Faktoren zu einem hohen Maß erreicht, darf sich zu den besten Ländern der Welt zählen.
Das US-Magazin unterscheidet für sein Ranking in acht Kategorien: Kultur und Tourismus, Wirtschaftsentwicklung, Regierungsführung, Gesundheit, Infrastruktur, Natur, Chancen und Bürgerbeteiligung. Innerhalb dieser Kategorien gibt es Unterkategorien, 24 an der Zahl, die wiederum zusammengesetzt sind aus 100 einzelnen Indikatoren zum nationalen Wohlbefinden.
Das beste Land der Welt ist …
… kein Neuling auf diesem Platz. Einmal mehr hat es die Schweiz auf dem Siegertreppchen der besten Länder der Welt nach ganz oben geschafft. Doch was macht das deutsche Nachbarland so viel besser als seine Mitstreiter?
Laut „US News & World Report“ zeichnet sich die Schweiz „durch ein weltweit führendes Gleichgewicht in allen Kategorien aus“. So belegt das kleine Land den ersten Platz sowohl in Sachen Wirtschaftsentwicklung als auch in der Regierungsführung. Zudem hält es den jeweils zweiten bei der Chancengleichheit und im Bereich Kultur und Tourismus. Das Schweizer Gesundheitswesen schafft es immerhin auf den vierten Platz. In den restlichen Kategorien zeigt die Schweiz zwar leichte Schwächen, ist in Sachen Infrastruktur, Bürgergesundheit und Naturschutz aber immer noch innerhalb der Top 20 vertreten. Das Nachrichtenmagazin resümiert: „Mit produktivem Wohlstand, stabilen Institutionen und starken Arbeitsmarktperspektiven findet die Schweiz ein Gleichgewicht in einem Rahmen, der den widerstreitenden Anforderungen moderner Staatlichkeit Rechnung trägt.“ Die Stärken sind also gleichmäßig verteilt, anders als in vielen anderen Ländern.
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Die Top 5 der besten Länder der Welt
Die Schweiz ist mit ihrer Spitzenplatzierung in der Welt alles andere als allein auf ihrem Kontinent. Die gesamte Top 5 besteht ausschließlich aus Europäern – mit etlichen weiteren, die ihnen folgen. So steht ein anderer Nachbar Deutschlands etwa auf Platz 2: Dänemark brilliert laut dem Nachrichtenmagazin mit einem „unglaublich starken sozialen Sicherheitsnetz sowie einem äußerst erfolgreichen zivilgesellschaftlichen und institutionellen Rahmen“. Darüber hinaus sind die Dänen laut dem Ranking weltweit am gesündesten, ihre Regierung und Infrastruktur belegen jeweils den zweiten Platz.
Nachbar Schweden schaffte es in diesem Jahr auf den dritten Platz des Rankings. Grund dafür sind unter anderem das besonders wettbewerbsfähige Geschäftsumfeld, die breit gefächerten gesellschaftlichen Investitionen sowie die stabile Regierung und großen Chancen im Land.
Auch Deutschland unter den Besten
Auf Platz 4 kommt nun eine Überraschung für alle, die dieses Land politisch kurz vor dem Untergang wähnen: Deutschland ist im Jahr 2026 laut dem US-amerikanischen Ranking das viertbeste Land der Welt. Und wieso? Auch hierzulande scheint das Gleichgewicht überzeugend gut zu funktionieren. Mit einem hohen Niveau im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung und einer vermeintlich „unübertroffenen sozialen Infrastruktur“, wie es im Bericht heißt. Zudem steht Deutschland in Sachen Gesundheitswesen und Arbeitsmarkt im Ranking aktuell auf dem weltweit zweiten Platz.
Die fünf besten Länder der Welt werden abgerundet durch Nachbarland Niederlande. Das überzeugt laut „US News“ mit „einer starken Gesamtregierungsführung, die auf einem äußerst zuverlässigen Arbeitsmarkt und einem erstklassigen Verkehrssystem basiert.“
Das US-Nachrichtenmagazin erklärt die Spitzenplatzierung der fünf Europäer mit ihrem „grundlegenden Bekenntnis zu soliden sozialen Sicherheitsnetzen, transparenter Regierungsführung und hochwertiger Infrastruktur“. Alle fünf räumen demnach langfristigen Investitionen in die Gesellschaft „konsequent Vorrang vor kurzfristigen Wirtschaftsbooms ein“. Diese Handlungsweise sieht das Magazin als Beweis dafür, „dass breites Wohlergehen die Grundlage für nachhaltigen nationalen Erfolg bildet“. Und nicht nur diese fünf europäischen Länder scheinen hier einen ähnlichen Ansatz zu verfolgen. So liest sich zumindest das Ranking, das gleich die ersten 13 Plätze nach Europa gibt.
Die 20 besten Länder der Welt 2026 laut „US News & World Report“
- Schweiz
- Dänemark
- Schweden
- Deutschland
- Niederlande
- Norwegen
- Vereinigtes Königreich
- Finnland
- Luxemburg
- Österreich
- Belgien
- Frankreich
- Irland
- Australien
- Island
- Singapur
- Japan
- USA
- Kanada
- Südkorea
Einordnung
„Abweichend vom wahrnehmungsbasierten Ansatz der Vorjahre“, wie „US News & World Report“ schreibt, basiert das diesjährige Ranking der besten Länder der Welt auf einer Analyse von Datensätzen seriöser Quellen. Dazu gehören unter anderem die Vereinten Nationen, die Weltbank und verschiedenen NGO’s. Es fehlt jedoch das eigene Erleben der Menschen vor Ort. Angesichts des aktuellen Unmuts hierzulande kann Deutschland an dieser Stelle gut als Beispiel dienen, spiegelt das Ergebnis im Ranking die Unzufriedenheit in der Bevölkerung kaum wider.
Um das beste Land der Welt zu ermitteln bräuchte es vermutlich beides, objektive Daten und subjektive Wahrnehmung – wenn es denn überhaupt möglich ist. Am Ende ist die Wahl der besten Länder eine subjektive, auch ein Ranking kann keine objektive Einschätzung bieten. Das zeigt auch das aktuelle Ranking von „US News & World Report“. Das definiert im Vorhinein, was die Besten ausmacht: Die Länder müssen ein gesundes Gleichgewicht schaffen, also in vielen Kategorien gute Plätze erzielen, ihre Institutionen müssen stabil und die Lebensqualität hoch sein. Auch die Gewichtung einzelner Faktoren entscheidet darüber, wo ein Land im Ranking steht. Am Ende kann das jedoch nur jeder für sich selbst entscheiden, setzt jeder seinen eigenen Fokuspunkt. Wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen zeigt der Vergleich mit anderen Rankings. Zum Beispiel diesen: Die besten Auswandererländer, die Länder mit den besten Chancen für Auswanderer und der World Happiness Report zu den glücklichsten Ländern der Erde.