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Entspannt und günstig

Die besten Tipps für die schöne Halbinsel Hel an Polens Ostseeküste

Hel Polen
Natur pur und endlose Kilometer Traumstrände: Das ist die Halbinsel Hel an der polnischen OstseeFoto: Getty Images

Ein Urlaub auf Polens Halbinsel Hel verspricht entspannen Ostee-Urlaub zu kleinen Preisen – Traumstrände, frischer Fisch und Dorf-Romantik inklusive. TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann sagt, wo es am schönsten ist.

Er gehört für viele Deutsche genauso zum Sommer wie die Eiswaffel und der Sonnenschein: ein Urlaub an der Ostsee. Und nicht nur in Deutschland gibt es an der Küste wunderschöne kleine Städte und traumhafte Strände, sondern auch in unserem Nachbarland Polen. Besonders bekannt und beliebt ist die Halbinsel Hel, eine mehr als 30 Kilometer lange Landzunge, wo sich ein verträumtes Dorf an das nächste reiht, man in alten Küstenwäldern lange Spaziergänge machen und mit etwas Glück sogar Robben beobachten kann.

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Unsere Tipps für die Halbinsel Hel in Polen

In Orten wie Jastarnia fahren die Fischer noch jeden Tag aufs Meer hinaus, daher gibt es hier und eigentlich überall auf Hel immer den frischesten Fisch zu kaufen, ob nun geräuchert oder direkt auf den Teller, und das alles zu vergleichsweise sehr kleinen Preisen. Die Halbinsel ist vor allem bei den Polen selbst derart beliebt, dass kleine Siedlungen, die den Rest des Jahres über auch als Geisterstädte durchgehen könnten, im Sommer aus allen Nähten platzen.

Hel
Idyllisch: Die Stadt Hel und ihr HafenFoto: Getty Images

Für Surfer, Spaziergänger und Sonnenanbeter

Nicht selten findet man dann entlang der gesamten Hauptstraße (die meist auch die einzige Straße ist) jede Menge bunter Geschäfte, die billiges Spielzeug, Strandartikel und alle erdenklichen (und meist sehr kalorienreichen) Köstlichkeiten verkaufen. Abends auf der Promenade scheint die ganze Welt unterwegs zu sein, rattern Karussels, dröhnen häufig laute Bässe mit den bekanntesten polnischen Hits. Kite- und Windsurfer schätzen Hel wegen seiner idealen Bedingungen, um ihren Sport auszuüben, und entlang der Strände finden sich zahlreiche Bars, so dass man nicht einmal zum Essen nach Hause muss, sondern den ganzen Tag in der Sonne brutzeln kann – viele Polen nehmen aber gefühlt ohnehin ihren gesamten Hausrat mit an den Strand.

Auch interessant: Halbinsel Hel: Hier macht man Urlaub inmitten von Weltkriegs-Bunkern

Wer Abkühlung sucht, ist (zumindest im Sommer) mit einem Sprung in die kalte Ostsee gut beraten – oder aber mit einem Spaziergang durch die lichten Küstenwälder, wo sich alte Kiefern im sanften Wind wiegen und Schatten spenden. Ein besonders schöner Abschnitt liegt zwischen den Orten Karwia und Jastrzębia Góra, vor allem zum Sonnenuntergang hat man hier von der Steilküste aus einen wunderbaren Ausblick auf das Meer und den Strand. Die beiden Orte liegen zwar nicht auf der Halbinsel selbst, aber kurz davor und damit nur wenige Fahrminuten entfernt.

Skurrile Sehenswürdigkeiten auf Hel in Polen

Die Strände von Hel sind auch in einer anderen Hinsicht wohl weltweit einmalig, denn hier finden sich überall noch alte Bunker, Relikte der dunklen Vergangenheit aus dem Zweiten Weltkrieg. Heute kann man viele von ihnen betreten oder bei einer Führung besichtigen, wobei es aber durchaus zweifelhafte Anbieter gibt, bei denen man sogar Gasmasken aufsetzen oder mit alten Waffen schießen darf. Ein harmloseres Vergnügen, zumal auch für die ganze Familie geeignet, ist sicher der Besuch des Fokariums in dem Ort Hel: Hier leben Robben, die bei den regelmäßig statt findenden Fütterungen Kunststücke vorführen. Dabei werden die Tiere aber nicht einfach zur Schau gestellt, sondern man lernt etwas über ihr Leben in der freien Wildbahn, zudem kommt der Eintritt auch dem Tierschutz zugute.

Polen
Das Fokarium in Hel ist nicht nur ein Besuchermagnet, sondern hilft auch erfolgreich bei der Bestandserhaltung der RobbenpopulationFoto: dpa Picture Alliance

Faszinierend ist auch die Geschichte hinter der Einrichtung: Sie nahm einst eine kleine Population einer Robbenart auf, die vom Aussterben bedroht war – durch den Schutz und die Versorgung in der Station konnten immer wieder Tiere ausgewildert werden, und so ist ihre Population heute wieder auf 30.000 angewachsen.

Sehenswert ist auch die lange Mole in Jurata, auf der man bei einem Spaziergang quasi auf dem Wasser wandelt, ohne sich die Füße nass zu machen. Wer sich nicht mit dem Auto fortbewegen möchte, findet entlang der gesamten Küstenlinie einen asphaltierten Fahrradweg, der zwar durch eine Begrenzung abgetrennt, aber dennoch direkt neben der Straße verläuft. Entspannter geht es da bei einem Strandspaziergang zu – entlang sowohl der West- als auch der Ostküste von Hel verläuft dieser hier fast durchgehend und ohne Bebauung.

Ausflug von Hel nach Danzig

Wer einen Urlaub auf Hel bucht, den erwartet vor allem viel Entspannung, doch auch Freunde der Kultur kommen voll auf ihre Kosten, denn man kann von hier aus problemlos einen Tagesausflug in die ehemalige Hansestadt Danzig machen. Diese beeindruckt heute noch durch ihr Architektur und die sehr gut erhaltenen alten Häuser am Hafen. Zugegeben, hier gibt es gerade im Sommer oft Massen an Touristen, und es mutet schon etwas seltsam an, dass gefühlt wirklich jeder Laden Souvenirs aus Bernstein verkauft.

Danzig selbst ist trotz seiner historischen Kulisse aber durchaus zeitgemäß, so gibt es hier neben alteingesessenen Restaurants mit deftiger Hausmannskost auch vegane Restaurants und ein lebendiges Nachtleben. Das Museum des Zweiten Weltkrieges beeindruckt durch eine wahrhaft bombastische Aufarbeitung, bei dem in den gewaltigen Hallen schon mal ganze Straßenzüge nachgebaut wurden, um das Thema entsprechend zu veranschaulichen. In einem Nebengebäude des Museums kann man in sehr modernen Räumen aber auch übernachten und ist dann auch zu Fuß schnell im Stadtzentrum.