Ranking nach Fläche

Die 7 kleinsten Länder Europas

Monte Carlo in Monaco
Monte Carlo ist der berühmteste Bezirk von Monaco, dem zweitkleinsten Staat in Europa (und weltweit)
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Wer durch Europa reist, der hat meist Frankreich, Spanien und Italien auf der Liste. Und wem der Mittelmeerraum zu touristisch ist, für den darf es auch ein Balkantrip oder eine Skandinavien-Tour sein. Europas sogenannte Zwergenstaaten – manchmal nur einige Hektar groß – hat jedoch kaum jemand auf dem Schirm. TRAVELBOOK verrät, wo die Mini-Nationen zu finden sind und warum sich eine Reise dorthin lohnt.

1. Vatikanstadt, 0,44 Quadratkilometer

Staatsoberhaupt der Wahlmonarchie-Enklave mit ca. 1000 Einwohnern mitten in Italien ist natürlich der Papst. Vatikan ist außerdem der einzige Staat der Welt, dessen Amtssprache Latein ist.

Der Vatikan bei Sonnenuntergang

Der Vatikan ist nicht nur der kleinste Staat Europas, sondern auch der kleinste Staat der Welt
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Wen es nach Rom verschlägt, der darf auf einen Vatikanbesuch nicht verzichten: Der Petersdom, der Petersplatz und die Sixtinische Kapelle von Michelangelo gehören zu den beeindruckendsten Bau- und Kunstwerken des Kontinents. Dazu kommen 14 Museen, in denen man Werke von Raffael, da Vinci, besagtem Michelangelo und Tizian bestaunen kann.

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2. Monaco, 2,02 Quadratkilometer

Monaco ist der zweitkleinste Staat des europäischen Kontinents und auch der zweitkleinste im weltweiten Vergleich. Das Land liegt komplett von Frankreich umschlossen an der Mittelmeerküste nahe der italienischen Grenze. Bekannt wurde der Zwergenstaat, als die Schauspiel-Diva Grace Kelly in den 1950er-Jahren den damaligen Fürsten Rainier III. heiratete. Seitdem ist Monaco als Spielplatz der Reichen und Schönen bekannt und stellt die Kulisse zahlreicher Hollywoodfilme dar. Im berühmtesten Stadtteil des Fürstentums, Monte Carlo, steht außerdem das berühmteste Kasino Europas, das Casino de Monte Carlo.

Casino de Monte Carlo

Monaco ist vor allem für seine Kasinos berühmt. Im Foto: das berühmte Casino de Monte Carlo
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Doch Vorsicht dem, der länger in dem Fürstentum verweilen möchte: Die Mieten und Immobilienpreise in Monaco gehören zu den teuersten der ganzen Welt. Daher zieht es vor allem die Gutbetuchten hin. Als Ausgleich gibt es nämlich keine Einkommensteuer, keine Erbschaftsteuer, und im Ausland begangene Finanzvergehen werden nicht verfolgt.

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3. San Marino, 61 Quadratkilometer

San Marino behauptet gerne von sich selbst, die erste Republik Europas zu sein. Genau wie der Vatikan und Monaco ist das Land eine Enklave: Es liegt auf italienischem Territorium. Der Zwergstaat ist der fünftkleinste der Erde und befindet sich unweit von Rimini. Etwa 30.000 Menschen leben in San Marino, wo die Menschen italienisch sprechen, einen ausgeprägten Nationalstolz haben und sich nicht als Italiener empfinden. Die berühmteste Attraktion im beschaulichen San Marino ist der Berg Monte Titano, auf dem gleich drei mittelalterliche Festungen thronen.

Guaita Festung in San Marino

San Marino ist die älteste Republik Europas
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In San Marino gibt es außerdem ein Foltermuseum und eine Reihe Staatszeremonien, die von den Einwohnern enthusiastisch gefeiert werden. Die Natur ist ebenso schön wie in Italien: Immergrüne Wälder, Berge, romantische Täler und imposante Architektur.

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4. Liechtenstein, 160 Quadratkilometer

Liechtenstein ist der sechstkleinste Staat der Erde und eines der ganz wenigen Länder mit einer konstitutionelle Erbmonarchie. Bedeutet: In dem reichen Fürstentum hat der Monarch das Sagen. Zwischen Österreich und der Schweiz gelegen, besitzt das Land eine idyllische Alpenlandschaft mit Almwiesen und sanften Tälern. Touristisches und kulturelles Zentrum des Staates ist die Hauptstadt Vaduz.

Liechtenstein

Liechtenstein wirkt wie aus einer anderen Zeit
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Das Schloss, dass die Stadt überragt, darf jedoch nur von außen bewundert werden. Der Fürst von Liechtenstein wohnt dort nämlich und möchte nicht gestört werden. Daher wird ein Ausflug nach Vaduz vor allem Alpinsport-Anhängern empfohlen; für Wanderer und Kletterer bietet das Land viele Traum-Locations, die nicht so überlaufen sind wie die Bergmassive in Österreich und der Schweiz.

5. Malta, 316 Quadratkilometer

Malta ist fast genauso katholisch wie der Vatikan, hier sieht man überwiegend die Flagge des Heiligen Stuhls wehen. Dafür spricht man statt Latein eine Variante des Arabischen: das Maltesische. Die Insel wurde im Laufe ihrer Geschichte von allen Großmächten des Mittelalters erobert. Zweite Staatssprache ist jedoch Englisch, daher hat sich Malta als beliebtes Ziel für Sprachreisen entwickelt. Das milde Klima, die wunderschöne Altstadt der Hauptstadt Valletta und die Grotten und Strände machen das Land zu einem echten Urlaubsparadies. Malta besteht aus drei Inseln: der gleichnamigen Hauptinsel, Gozo und Comino.

Die Bucht von Valetta

Der prächtige Hafen von Valletta
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Während sich der Tourismus vor allem auf das prächtige Valletta mit seinen Kathedralen, bunten Fischerbooten und der ausgeprägten Partyszene konzentriert, gibt es auf Comino die Blaue Lagune zu besichtigen: eine Bucht mit unvergleichlich klarem und tiefblauem Wasser. Geheimtipp in Valletta: Jedes Jahr findet dort Ende April das traditionelle Feuerwerksfestival statt. Nachts kann man dann auf eines der vielen begehbaren Dächer der Altstadt steigen und das opulente Licht-Kunstwerk bestaunen.

6. Andorra, 468 Quadratkilometer

Die meisten kennen den Namen Andorra aus dem Schulunterricht als fiktives Land in Max Frischs Parabel gegen den Faschismus. In Wirklichkeit ist es der größte der Zwergenstaaten Europas und genau wie Monaco und andere Zwergenstaaten eine Steueroase. Viele Touristen kommen nur in die kleine Bergnation zwischen Frankreich und Spanien, um billig Alkohol und Tabak zu kaufen. Dabei lohnt sich das Land vor allem für einen fantastischen Ski-Urlaub: Andorra ist die größte Wintersportdestination in den Pyrenäen. Wer aber auf kulturelle Sehenswürdigkeiten aus ist, wird in Andorra kaum auf seine Kosten kommen. Die wenigen Städte sind sehr vom Einkaufstourismus und gewaltigen Shoppingmalls geprägt.

Ein klassisches Dorf in Andorra

Ein klassisches Dorf in Andorra
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7. Luxemburg, 2586 Quadratkilometer

Luxemburg ist flächenmäßig kein Zwergenstaat mehr, aber mit fast 2.600 Quadratkilometern ebenfalls ein sehr kleines Land. Es handelt sich um das letzte Großfürstentum Europas und um den kleinsten der Benelux-Staaten. Luxemburg grenzt an Belgien, Frankreich und Deutschland. Die gleichnamige Hauptstadt ähnelt dem französischen Straßburg, nur ist sie noch viel verwunschener. Die gesamte Altstadt mit ihren antiken Brücken, romantischen Kanälen und Palästen ist Unesco-Weltkulturerbe.

Häuser am Alzette Fluss in Luxemburg
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Die spannendste Sehenswürdigkeit bei einem Kurztrip nach Luxemburg sind die unterirdischen Befestigungsgänge der Stadt, ein labyrinth-ähnliches Tunnelsystem. Zwischen März und Oktober sind die Tunnel für Touristen zugänglich.

Für Naturfreaks hat das Land auch einiges zu bieten: Im Norden gibt es mit den Ardennen eine atemberaubende Gebirgskette zu erkunden. Kulinarisch merkt man dem Staat die Nähe zu Frankreich und Deutschland an: Die Speisen wie Käse und Brot haben eine ähnlich hohe Qualität wie bei den Franzosen, die Üppigkeit der Gerichte erinnert eher an Deutschland.

 

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