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In Italien und Frankreich

Diese deutsche „Benimmregel“ müssen Sie im Urlaub nicht anwenden

Ins Wort fallen? In Italien oder Frankreich kein Affront!
Eine Angewohnheit, die Sie vielleicht unhöflich finden, ist für französische oder italienische Gesprächspartner ganz normal Foto: Getty Images/georgeclerk
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Laura Pomer
Freie Autorin

24. April 2026, 10:12 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Eine Benimmregel, die in Deutschland als das Mindeste des Erwartbaren gilt, sehen Franzosen und oft auch Italiener deutlich lockerer. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass es ihnen an Höflichkeit fehlt. Andere Länder, andere Sitten: TRAVELBOOK erklärt, auf welche für Deutsche zunächst ungewohnte Verhaltensweise Sie sich im Urlaub einstellen dürfen.

Bestimmt kennen auch Sie die Situation: Ihr Gegenüber führt einen Gedanken aus, und Ihnen brennt dazu längst eine Erwiderung auf der Zunge. Doch die Höflichkeit gebietet es, den Gesprächspartner erst einmal ausreden zu lassen, auch auf die Gefahr hin, dass der eigene Geistesblitz dabei verloren geht. Das Beschriebene ist übrigens ein eher deutsches Szenario – beispielsweise in Frankreich erlebt man es so eher nicht.

In Frankreich ist es nicht unhöflich, anderen ins Wort zu fallen

Das klingt zunächst vielleicht ein wenig nach Klischee. Doch was Sie womöglich auch aus französischen Filmen kennen und vielleicht sogar charmant finden, gründet auf der echten französischen Kommunikationskultur. So sind Unterhaltungen zwischen Franzosen in der Regel sehr lebhaft. Häufig sprechen sie dabei sogar gleichzeitig.

„Im Gespräch ist es (in Frankreich, Anm. d. Red.) tendenziell üblich, seinem Gesprächspartner ins Wort zu fallen, um seinen Gedanken aufzugreifen und weiter auszuführen.“ So steht es in einer Veröffentlichung des Sprachreisenvermittlers „Sprachenmarkt“. Und weiter: „Dieses aktive Zuhören zeigt Interesse und Aufmerksamkeit.“

Wenn unterschiedliche Gesprächskulturen aufeinandertreffen …

Es handelt sich also um eine andere Sichtweise auf die Gesprächskultur. Anderen ins Wort zu fallen, wird dabei eher positiv verstanden – als Zeichen lebhafter Beteiligung an einer Unterhaltung. Vielen Menschen jedoch, die sich als Urlauber oder aus beruflichen Gründen in Frankreich aufhalten, ist das nicht bewusst.

Wie auch das französische Jobportal „Connexion Emploi“ erklärt, gehört gegenseitiges Unterbrechen ebenso im französischen Berufsalltag häufig dazu. Dort wird es als Ausdruck von Interesse, Engagement und aktiver Teilnahme an einer Diskussion gewertet. Gerade Beschäftigte aus dem Ausland kennen diese Gesprächsregeln jedoch nicht immer. Der Beitrag gibt deshalb Hinweise, wie man in solchen Situationen angemessen reagieren kann.

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Auch in Italien gehört „Unterbrechen“ zur Kommunikation

Ähnlich verhält es sich im Nachbarland Italien. „Ich versichere Ihnen, dass wir Italiener uns ständig ‚unterbrechen‘“, schreibt ein Nutzer auf „Reddit“. Aus seiner Sicht handele es sich dabei jedoch vor allem aus angloamerikanischer Perspektive überhaupt um eine Unterbrechung. In seiner Kultur sei es normal, sich in ein Gespräch einzuschalten, wenn man direkt auf etwas reagieren wolle, das die andere Person gesagt hat. Das Gleiche gelte demnach neben Franzosen auch für Spanier und Griechen.

Gleichzeitig könne der Nutzer nachvollziehen, dass diese Gesprächsweise etwa für Amerikaner ungewohnt sei und mitunter als unhöflich wahrgenommen werde. Gerade in seinem Berufsalltag bei einem US-Unternehmen erlebe er das regelmäßig. Und umgekehrt habe er selbst erst mühsam lernen müssen, mit eigenen Wortmeldungen zu warten, bis das Gegenüber vollständig ausgesprochen hat.

Üblich, aber nicht überall beliebt

Der allgemeine Tenor der „Reddit“-Diskussion fällt differenziert aus. Auch wenn gegenseitiges Unterbrechen in Ländern wie Italien oder Frankreich häufiger vorkommt und gesellschaftlich stärker toleriert wird, heißt das nicht automatisch, dass man es als angenehm empfindet. Mehrere Nutzer schreiben, sie empfänden es durchaus als unhöflich oder störend. Sie hätten sich aber an diese Form der Gesprächsführung gewöhnt.

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