Einmal um den Stiefel rum!

Das ist der perfekte Roadtrip durch Italien!

Zahlreiche Städte voller kultureller, architektonischer und archäologischer Highlights, eine traumhafte Küste mit tollen Stränden und idyllischen Fischerdörfern – wer einen Urlaub in Italien plant, hat die Qual die Wahl, wohin es denn nun genau gehen soll. Warum nicht einfach von allem etwas sehen – auf einem Roadtrip durchs Land? TRAVELBOOK-Autor Francesco Marino hat eine Route zusammengestellt, die Sie in etwa zwei Wochen einmal rund um den Stiefel führt.

Start- und Endpunkt: Rom

Wenn Sie mit dem eigenen Auto anreisen, sollten Sie den Roadtrip in Verona starten. Ansonsten empfehle ich als Start- und Endpunkt Rom. Von der città eterna, der „Ewigen Stadt“ mit ihrer einzigartigen Geschichte und Architektur, kann man schließlich nie genug sehen. Zudem hat Italiens Hauptstadt gleich zwei Flughäfen, da findet sich mit Sicherheit ein günstiger Flug. Sowohl in Ciampino (wird u.a. von Ryanair und Wizz Air angeflogen) als auch am Hauptflughafen in Fiumicino kann man sich bequem einen Mietwagen nehmen, wobei ich unbedingt empfehlen würde, in Roms Zentrum nicht mit dem Auto zu fahren – zu chaotisch! Stattdessen bietet sich an, den Wagen entweder erst nach dem Erkunden der Stadt anzumieten, oder ihn im Küstenvorort Lido di Ostia abzustellen. Von dort aus fährt die Bahnlinie Roma-Lido bis zum Bahnhof Ostiense an der Porta San Paolo, es besteht eine direkte Anbindung an die U-Bahn, die Sie mitten ins Zentrum bringt.

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Mindestens zwei Tage sollten Sie einplanen, um Rom zu entdecken, besser drei. Das Gute: Roms historisches Zentrum ist zwar groß, lässt sich aber mit bequemen Schuhen sehr gut zu Fuß erkunden. Ein idealer Ausgangspunkt für eine erste Tour ist die Spanische Treppe, denn man kommt schnell auch zu anderen Sehenswürdigkeiten wie dem Trevi-Brunnen, dem Pantheon, der Piazza Navona, dem Forum Romanum, dem Kolosseum und dem Petersplatz. Weitere tolle Insider-Tipps für Rom finden Sie hier.

Rom hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass ein ganzes Leben kaum ausreicht, um alles zu sehen

Neapel

Auf der Weiterfahrt Richtung Neapel sollten Sie unbedingt einen Abstecher nach Castel Gandolfo machen, das etwa 40 Autominuten südlich von Rom liegt. Das Dorf, oberhalb des Albaner Sees, ist vor allem berühmt als Sommerresidenz, in der die Päpste schon seit Jahrhunderten ihren Urlaub verbringen. Daneben gibt es eine kleine sehenswerte Altstadt.

Auf der A1 geht es dann weiter in Richtung Süden, die Fahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden. Neapel, die malerische Stadt am Fuße des Vesuvs, ist berühmt ist für ihre leicht chaotische Lebendigkeit und die Lebensfreude seiner Einwohner. Sie können die Geburtsstadt der Pizza natürlich nicht wieder verlassen, ohne eine solche auch probiert zu haben. Machen Sie sich bereit, es wird die beste Pizza, die Sie je gegessen haben! Nicht umsonst wurde die neapolitanische Pizza kürzlich in Kulturerbe der Unesco aufgenommen. Von Neapel aus bietet sich zudem ein Ausflug zu Ruinen der antiken Stadt Pompeji an, die bei einem verheerenden Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurde.

Neapel

Blick über Neapel mit dem Vesuv im Hintergrund
Foto: Getty Images

Tropea

Die Weiterfahrt Richtung Süden erfolgt über die legendäre SS163, die wohl schönste Panoramastraße Italiens. Die sogenannte Amalfitana, die den Golf von Neapel und den Golf von Salerno verbindet, ist etwa 40 Kilometer lang und bietet traumhafte Aussichten auf das Meer und die Küste. Nach der Fahrt auf der Autobahn (die meisten italienischen Autobahnen sind übrigens gebührenpflichtig) durch mehrere Nationalparks erreichen wir schließlich die Region, die die Spitze des Italienstiefels bildet: Kalabrien.

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Die Küsten und Strände der Tyrrhenischen Seite Kalabriens sind einfach unbeschreiblich. Tropea gehört zu den beliebtesten Badeorten in Kalabrien und ist ideal für diejenigen, die Sandstrände lieben. Hier können Sie sonnige Tage, eine leichte Meeresbrise, kristallklares Traumwasser und leckeres Essen genießen. Tropea ist auch der ideale Ort für Taucher und zum Schnorcheln.

Die Kirche Santa Maria dell’Isola steht auf einem Sandsteinfelsen an der Küste von Tropea
Foto: Getty Images

Lecce

Auf der Weiterfahrt durchqueren wir Kalabrien, fahren zunächst nach Norden Richtung Salento und biegen dann Richtung Lecce an. Die Hauptstadt der Region Apulien wird von vielen wegen ihres künstlerischen Erbes und der prachtvollen Bauten im Barockstil auch als „Florenz des Südens“ bezeichnet. In Lecce kann man wunderbar entspannen, frischen Fisch essen und leckeren Wein trinken. Zudem befinden sich ganz in der Nähe einige wunderbare Strände.

Die Piazza del Duomo mit der Kathedrale in Lecce
Foto: Getty Images

Vieste

Als Zwischenstopp auf der langen Fahrt zwischen Lecce und Urbino habe ich mir das ehemalige Fischerdorf Vieste am „Sporn“ des italienischen Stiefels ausgesucht. Die Stadt ist spektakulär auf Felsen gebaut, die ins Wasser ragen, hier kann man wunderbar in einer Bar sitzen und den Sonnenuntergang beobachten.

Vieste

Das gemütliche Vieste in Apulien eignet sich für einen entspannten Zwischenstopp
Foto: Getty Images

Urbino

Am nächsten Morgen geht es weiter entlang der Adriaküste Richtung Norden. Der nächste Stopp ist Urbino in den Marken. Die Marken sind eine Region in Mittelitalien mit Orten voller Charme, Geschichte und Tradition, die eine wichtige Rolle in der italienischen Renaissance gespielt haben. Urbino ist ein echtes Juwel dieser Region und zählt wegen seiner Architektur und Kulturgeschichte zum Weltkulturerbe der Unesco. Der Palazzo Ducale ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt. Die etwas erhöht gebaute Lage erlaubt eine traumhafte Aussicht auf das Umland.

Urbino

Mittelalterliche Bauten in Urbino
Foto: Getty Images

Bologna

Nur zwei Stunden entfernt von Urbino liegt Bologna, der zentrale Knotenpunkt in Nord-Italien auf dieser Reise. Bologna wird von Touristen oft unterschätzt, dabei handelt es sich um eine sehr dynamische und lebendige Stadt, die die Tradition der Region Emilia-Romagna mit der Modernität eines sehr internationalen Publikums vermischt. Das Zentrum ist ein wahres Beispiel mittelalterlicher Schönheit mit engen Gassen, die Boutiquen, Trattorien und charakteristische Bars verbergen. Zudem kommt aus der Emilia-Romagna das beste Essen der Welt – Parmesan, Parma-Schinken, Bolognese, Mortadella, um nur einige davon zu nennen. In kleinen Geschäften werden Nudeln jeglicher Art angeboten, von den Decken hängen ganze Schinken und in den Regalen türmen sich Käselaibe. Der „Torre degli asinelli“ (auf Deutsch „der Eselsturm“) ist das Wahrzeichen der Stadt. Für Bologna sollten Sie zwei Tage einplanen.

Ein Spezialitäten-Geschäft in Bologna
Foto: Getty Images

Verona

Weiter geht’s in die Region Venetien … aber nicht nach Venedig! Die Stadt der Kanäle, Gondeln und Brücken haben wir bewusst bei diesem Roadtrip ausgespart, da man ohnehin nicht mit dem Auto hineinfahren kann. Wer genug Zeit mitbringt und noch nie in Venedig war, sollte sich einen Abstecher dorthin natürlich trotzdem nicht entgehen lassen. Ansonsten ist Verona, die Stadt der barocken Architektur und Schauplatz des Dramas um Romeo und Julia, eine gute Alternative, da es weniger teuer und weniger chaotisch ist, aber dennoch viel zu bieten hat. Wer kann, sollte sich Karten für ein Konzert in der Arena von Verona sichern – ein unvergessliches Erlebnis.

Verona

Verona liegt am Fluss Adige
Foto: Getty Images

Cinque Terre

Dreieinhalb Stunden dauert die Fahrt zur zwölf Kilometer langen, zerklüfteten Küstenlinie der Cinque Terre in Ligurien. Die bunten Häuser, die sich in steile Hänge schmiegen, zählen zu den am meisten fotografierten Orten der Welt. Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore müssen Sie unbedingt besuchen.

Manarola, Cinque Terre

Traumhafte Fotokulisse: die bunten Häuser von Manarola, einer der Orte der Cinque Terre
Foto: Getty Images

Siena

Von der ligurischen Küste geht es weiter in die Toskana… aber nicht nach Florenz! Florenz ist das Symbol dieser Region, aber touristisch sehr überlaufen. Ich möchte Ihnen deshalb ein fast ebenso eindrucksvolles und faszinierendes alternatives Reiseziel nahelegen: Siena! Die Piazza del Campo und der Dom sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Stadt, die durch die typische mittelalterliche Struktur der Toskana gekennzeichnet ist. Siena ist zudem eine ausgezeichnete „Low Cost“-Lösung im Vergleich zum deutlich teureren Florenz.

Siena

Siena liegt eingebettet in die wunderschöne Landschaft der Toskana
Foto: Getty Images

Rückkehr nach zwei Wochen

Der Roadtrip endet mit der Rückkehr von Siena nach Rom. Auf der A1 dauert die Fahrt etwa drei Stunden. Am Ende werden Sie mehr als 2800 Kilometer zurückgelegt und mehr als 30 Stunden am Steuer gesessen haben. Für den perfekten Roadtrip durch Italien sollten Sie mindestens zwei Wochen einplanen. Wenn Sie mehr Zeit mitbringen, umso besser: Unterwegs bieten sich noch viele weitere Orte für einen Abstecher an, etwa San Gimignano in der Toskana, der Kleinstaat San Marino nahe der Adriaküste oder der Gardasee nicht weit von Verona. Und natürlich die vielen Fischerorte und Strände an der langen Küste des Bel Paese.

DAS ist der perfekte Roadtrip durch Deutschland

Die Stationen des Italien-Roadtrips im Überblick:

  1. Rom (Start- und Endpunkt)
  2. Neapel
  3. Tropea
  4. Lecce
  5. Vieste
  6. Urbino
  7. Bologna
  8. Verona
  9. Cinque Terre
  10. Siena

 

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