Animierte Weltkarte zeigt

So groß (oder klein) sind die Länder WIRKLICH!

Auf den Weltkarten, wie wir sie kennen, werden die Länder der Erde verzerrt dargestellt, weil ihr Maßstab Europa ins Zentrum stellt. Manche Länder erscheinen dann im Vergleich viel größer oder kleiner, als sie tatsächlich sind. Wie das Größenverhältnis der Staaten zueinander wirklich ist, zeigt eine neue animierte Karte!

Unsere heutige Weltkarte geht auf den Belgier Gerhard Mercator zurück, der 1569 die noch immer gebräuchliche zweidimensionale Projektion des Erdballs entwickelte, die als „Mercator-Projektion“ bekannt wurde. Das Problem: Auf dieser Karte wird das Verhältnis der Länder zueinander verzerrt – und das in keinem geringen Ausmaß, wie diese animierte Karte veranschaulicht.

Sie wurde von dem Klima-Daten-Analyst Neil Kaye entwickelt und zeigt zum Beispiel, dass Länder wie Kanada, Russland und Grönland nicht annähernd so groß sind, wie wir glauben. Während es in der Mercator-Ansicht etwa scheint, als wäre Nordamerika so groß wie Afrika, rückt seine Karte die Größe der Kontinente in die richtige Perspektive und zeigt, dass Afrika in der Realität drei Mal so groß ist.

Kaye, der für den Klimadienst Met Office arbeitet, entwickelte die Karte, indem er die Größe jedes Landes in ein Programm namens Ggplot lud. Im Anschluss erstellte er die endgültige Karte mit einer stereographischen Projektion. Dies ist eine Abbildungsfunktion, die eine Kugel auf eine Ebene projiziert.

Bei Reddit schreibt Kaye allerdings, dass er bei einigen Ländern manuelle Anpassungen machen musste.

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Warum ist die Mercator-Karte so verzerrt?

Auf  zweidimensionalen Landkarten kann die Erde bzw. die Größe der Länder und Kontinente zueinander niemals exakt dargestellt werden. Denn bei der zweidimensionalen Darstellung einer gekrümmten Fläche kann man immer nur eine unvollständige Version der Wirklichkeit zeigen: Entweder man stellt Flächen und Abstände orginalgetreu dar, oder aber Winkel und Abstände. Alle drei Faktoren zugleich kann man zweidimensional nicht korrekt darstellen.

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Deshalb sehen viele Länder und Kontinente im Verhältnis zueinander kleiner oder größer aus, als sie tatsächlich sind. Weil Mercator Europa als seine Heimat ins Zentrum der Karte rückte, wirkt zum Beispiel unser Kontinent auf der üblichen Darstellung viel größer, als er tatsächlich ist. Das gilt auch für die USA. Besonders groß wirken auch Länder wie Grönland oder Russland. Die Staaten der südlichen Hemisphäre wirken dagegen in der Mercatordarstellung viel kleiner, als sie es der Fläche nach wirklich sind.

Durchbruch für die Karthographie und die Navigation: Die Mercatorkarte

Die Mercatorkarte war ein Durchbruch für die Karthographie und die Navigation
Foto: dpa picture alliance

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Interaktive Karte von thetruesize.com

Auch mit der interaktiven Karte von thetruesize.com kann man das Phänomen eindrucksvoll beobachten: Die Website ermöglicht es, einzelne Länder auf der Landkarte zu verschieben.

TRAVELBOOK hat einige Beispiele zusammengestellt, die zeigen, wie falsch unser Verständnis von den Ländergößen teilweise ist.

Deutschland passt von der Fläche her ungefähr sechs Mal in Grönland. Auf unserer gängigen Karte wirkt Deutschland aber winzig klein – und Grönland riesig. Zieht man unser Land Richtung Norden, verändert sich das Größenverhältnis deutlich.

Deutschland passt von der Fläche her ungefähr sechs Mal in Grönland. Auf unserer gängigen Karte wirkt Deutschland aber winzig klein – und Grönland riesig. Zieht man unser Land Richtung Norden, verändert sich das Größenverhältnis deutlich.
Foto: thetruesize.com

China wirkt noch viel größer als ohnehin schon, wenn man es in Richtung Norden verschiebt

China wirkt noch viel größer als ohnehin schon, wenn man es in Richtung Norden verschiebt
Foto: thetruesize.com

Indonesien wächst plötzlich immens, wenn man es ins Verhältnis zu den auf der Karte geltenden Maßstäben nach Norden verzieht

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Foto: thetruesize.com

Und Russland? Wird in Höhe des Äquators plötzlich optisch viel kleiner.

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Foto: thetruesize.com

 

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