Gut für Urlauber

Für diese Autobahnstrecken in Österreich brauchen Sie keine Vignette

Eine Mautstation in Österreich
Seit Ende 2019 fällt für einige Strecken in Österreich keine Maut mehr an (Symbolfoto)
Foto: Getty Images

Das österreichische Autobahn- und Schnellstraßennetz ist größtenteils gebührenpflichtig. Auf einigen für deutsche Urlauber wichtigen Streckenabschnitten muss man aber seit Ende vergangenen Jahres keine Maut mehr bezahlen.

Wie der „ADAC“ auf seiner Webseite mitteilt, handelt es sich dabei um folgende Streckenabschnitte:

  • A1 Westautobahn (Grenzübergang Walserberg bis Salzburg-Nord), Land Salzburg

  • A12 Inntalautobahn (Grenzübergang Kiefersfelden bis Kufstein-Süd), Tirol

  • A14 (Grenzübergang Hörbranz bis Hohenems), Vorarlberg

  • A7 (Mühlkreisautobahn, neue Donaubrücke in Linz – noch im Bau), Oberösterreich

  • A26 (Linzer Westring – noch im Bau), Oberösterreich

Besonders freuen können sich Touristen, die nach Salzburg oder Kufstein bzw. von dort nach Kitzbühel weiterreisen möchten. Denn durch den Wegfall der Gebühren auf der A1, A12 und A14 kommen sie jetzt Maut-frei an ihr Ziel. Auch wer über Lindau am Bodensee in die Schweiz reist, muss seit Ende letzten Jahres nichts mehr zahlen. Der ADAC begrüßte die Entscheidung: „Durch den Wegfall und der damit verbundenen Rückverlagerung des Maut-Umgehungsverkehrs auf die Autobahn können die Schadstoff-Immissionen verringert, die Verkehrssicherheit erhöht und hohe Bußgelder vermieden werden.“ Vor allem erhofft man sich von der Initiative, dass sich damit der Ausweichverkehr über Landstraßen und kleine Ortschaften verringert.

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Mautbefreiung stößt auf Gegenwehr

Wie TRAVELBOOK im Dezember auf Anfrage vom österreichischen Verkehrsministerium erfuhr, fürchten allerdings einige Gemeinden in Vorarlberg, die Maut-Befreiung könnte ihnen mehr Verkehrsbelastung bringen. Einige von Ihnen (Hohenems, Altach, Götzis, Dornbirn, Lustenau und Diepoldsau) haben daher angekündigt, vor das Verfassungsgericht in Wien zu ziehen. Dieter Egger, Bürgermeister von Hohenems, sagte dazu in einer Pressemitteilung: „Die Mautbefreiung zwischen Hohenems und Hörbranz löst kein Verkehrsproblem, sondern verlagert es nur von einer Gemeinde in die andere. Das Problem wird (…) schlicht auf den Abfahrtsknoten Hohenems-Diepoldsau verlagert, welcher ohnehin schon unter der Verkehrsbelastung ächzt.“ Er nannte den Beschluss zudem „emissionssteigernd und klimaschädlich“.

Egger empört: „Hier wird buchstäblich über eine Region mit 100.000 Anwohnern drübergefahren!“ Auch im Verkehrsministerium selbst sieht man die Entwicklung kritisch, wie eine Sprecherin mitteilte: „Wir rechnen damit, dass uns so jährlich 28 Millionen Euro entgehen.“ Dieses Geld würde normalerweise von der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG), einer Tochter des Ministeriums, zum Bau und der Sanierung von Straßen und Tunneln eingesetzt. Außerdem befürchte man nun Folge-Anträge von anderen Gemeinden.

Aufgrund der Corona-Pandemie und seit Monaten nahezu still stehendem Durchreiseverkehr in Österreich dürfte es allerdings schwierig sein, bereits einen etwaigen Effekt der Mautbefreiung auf die Verkehrsbelastung und/oder Emissionen festzustellen.

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