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Wichtige Infos für Thailand-Reisende

Bangkok will im November wieder für Touristen öffnen

Bangkok Thailand Corona
Ursprünglich sollte Thailands Hauptstadt Bangkok bereits im Oktober wieder für Touristen öffnen. Nun wurde der voraussichtliche Neustart um einen Monat nach hinten verschoben.Foto: Getty Images

Mit speziellen Projekten haben thailändische Inseln wie Phuket und Koh Samui seit Juli einen Tourismus-Neustart gewagt. Nun will Bangkok folgen. Die Lage im Überblick.

Thailands beliebte Hauptstadt Bangkok wird sich voraussichtlich erst im November wieder für internationalen Tourismus öffnen. Um wieder Besucher zu empfangen, müssten mindestens 70 Prozent der Einwohner der Mega-Metropole vollständigen Impfschutz haben, zitierte die Zeitung „Bangkok Post“ am Dienstag (21. September) den örtlichen Gouverneur Aswin Kwanmuang. Derzeit seien erst 42 Prozent der Bürger doppelt geimpft. Schätzungen zufolge hat die Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner. Bangkok war vor der Corona-Pandemie eine der meistbesuchten Städte der Welt, 2019 kamen noch mehr als 22 Millionen Besucher.

Wenn die Impfkampagne fortschreite wie bisher, könnte Bangkok in der ersten oder zweiten Novemberwoche geöffnet werden, so die Stadtverwaltung. Weitere Bedingungen seien aber, dass die Infektionszahlen weiter sinken und die Krankenhäuser nicht überfüllt sind. Zuletzt wurden in der Großstadt etwa 2700 bis 2800 neue Fälle pro Tag gemeldet. Wenn alle Kriterien erfüllt seien, solle über die Leitlinien und Regeln für eine Öffnung entschieden werden.

Deutschland hat das von der Corona-Pandemie stark betroffene Thailand am 8. August als Hochrisikogebiet eingestuft. Derweil sinken die Infektionszahlen in dem Land mit 70 Millionen Einwohnern jedoch langsam. Am Montag (20. September) meldeten die Behörden 12.709 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Mitte August hatte die Zahl noch bei Rekordwerten von mehr als 22.000 gelegen.

Corona-Modellprojekt: „Sandbox“

Nachdem seit dem 1. Juli Phuket und später auch Koh Samui und die Nachbarinseln Koh Phangan und Koh Tao wieder Urlauber aus dem Ausland empfangen, können Touristen inzwischen auch andere beliebte Urlaubsdestinationen in Thailand besuchen. Das Center for Economic Situation Administration (CESA) hatte bereits Ende Juli vorgeschlagen, dass Touristen, die Phuket im Rahmen des sogenannten Sandbox-Programms besuchen, ihre Reise im Rahmen eines 7+7-Formats verlängern dürften. Dieser Vorschlag hatte das Center for COVID-19 Situation Administration (CCSA) Mitte August abgesegnet. Seitdem können Urlauber aus dem Ausland sieben Tage auf der Insel Phuket bleiben und dann für mindestens sieben Tage ein weiteres „Pilotziel“ besuchen.

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Zu den Zielen, die seit dem 16. August für ausländische Touristen geöffnet sind, zählen insgesamt sechs Urlaubsregionen in den thailändischen Provinzen Krabi und Phang Nga. Diese sind: Koh Phi Phi, Koh Ngai und Railay Beach sowie Khao Lak, Koh Yao Yai und Koh Yao Noi. Allerdings müssen die Teilnehmer des Sandbox-Programms vor ihrer Reise nach Thailand für jede Strecke ein sogenanntes Certificate of Entry (COE) beantragen. Das Außenministerium hat das Registrierungssystem bereits freigeschaltet.

Zuvor mussten Urlauber mindestens 14 Tage auf Phuket bleiben, bevor sie – sofern sie negativ auf Corona getestet waren – ein anderes Reiseziel in Thailand besuchen durften.

Was Koh Samui-Urlauber bei der Einreise beachten sollten

Nach Phuket hatte Mitte Juli auch Thailands zweitgrößte Insel Koh Samui ein Modellprojekt für ausländische Touristen gestartet: „Samui Plus“. Seitdem dürfen vollständig Geimpfte aus 69 Ländern wieder quarantänefrei auf der beliebten Insel Urlaub machen, darunter auch aus Deutschland. Teilnehmer an dem Projekt „Samui Plus“ müssen sich in den letzten 21 Tagen vor ihrer Abreise in ihren Heimatländern aufgehalten haben. Zudem müssen Touristen einen negativen PCR-Test vorweisen und sich auch während ihres Urlaubs auf Koh Samui mehrfach testen lassen. Auch der Nachweis einer speziellen Krankenversicherung ist Pflicht.

Zur Verfügung stehen spezielle Hotels, die im Vorfeld gebucht werden müssen. Anders als auf Phuket dürfen Touristen auf Koh Samui aber die ersten drei Tage das Hotelgelände nicht verlassen und dürfen auch danach bis zum Ende der ersten Woche nur bestimmte Regionen der Insel besuchen. In der zweiten Woche können Gäste sich dann frei bewegen und auch auf die Nachbarinseln Koh Phangan und Koh Tao fahren.

Was Phuket-Urlauber bei der Einreise beachten sollten

Die Einreise nach Phuket darf aktuell nur auf direktem Weg und nicht über andere Landesteile erfolgen. Des Weiteren müssen ausländische Touristen spätestens 72 Stunden vor dem Flug nach Phuket negativ auf Covid-19 getestet sein. Nach einem weiteren Test bei Ankunft mit negativem Ergebnis werden die Urlauber dann mit ausgewiesenen Fahrzeugen zu ihren Hotels gefahren.

Touristen, die im Rahmen des Sandbox-Modells auf Phuket Urlaub machen, dürfen aktuell nicht in andere Provinzen reisen. Es sei denn, sie bleiben mindestens sieben Tage auf der Insel. Während dieser Zeit müssen sie sich mehrfach auf Corona testen lassen. Des Weiteren sind Urlauber zur Nutzung einer offiziellen Tracking-App verpflichtet. Anhand dieser kann ihr Aufenthaltsort jederzeit genau nachverfolgt werden, berichtet die Deutsche Presse Agentur (dpa).

Zu den Zielen, die Phuket-Urlauber nach mindestens sieben Tagen Aufenthalt auf der Insel besuchen dürfen, zählen Koh Phi Phi, Koh Ngai, Railay, Khao Lak, Koh Yao Yai und Koh Yao Noi.

Welche Regionen könnten bald folgen?

Auch viele weitere Regionen des beliebten Urlaubslandes, darunter die Provinz Chon Buri mit dem Badeort Pattaya, das kulturelle Zentrum Chiang Mai im Norden und Prachuap Khiri Khan mit dem Ort Hua Hin, hoffen auf einen baldigen Neustart des Sektors.

Welche Einreisebestimmungen gelten aktuell für Thailand?

Ende vergangenen Jahres hatte Thailand die bis dato strikten Einreisebestimmungen für Touristen aus 56 Ländern gelockert. Nach den seither geltenden Vorschriften benötigen Touristen aus Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den USA zwar kein Visum mehr, dafür aber eine Bescheinigung darüber, dass sie 72 Stunden vor ihrer Reise nicht mit dem Coronavirus infiziert waren. Zur Einreise wird außerdem eine Sondergenehmigung, das sogenannte Certificate of Entry (COE), benötigt, welches online über die Webseite der zuständigen thailändischen Auslandsvertretung beantragt werden muss, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Webseite³.

Weitere Corona-Sicherheitsauflagen für Thailand-Urlauber

Neben dem Nachweis über einen negativen Corona-Test und der Verpflichtung, sich nach Ankunft in Thailand für 15 Tage (14 Nächte) in ein Quarantäne-Hotel zu begeben (Ausnahmen gelten für geimpfte Touristen, die im Rahmen des Sandbox-Programms auf Phuket Urlaub machen) müssen Thailand-Reisende aktuell noch einige weitere Auflagen erfüllen. Bei der Einreise muss sowohl ein gültiges Flugticket vorgelegt werden wie auch eine Krankenversicherungspolice mit einer Mindestdeckung von 100.000 USD (ca. 84.400 Euro), die u. a. Covid-19 einschließt.

Weitere Sicherheitsvorschriften bei der Einreise in Thailand sind ein Covid-19-Screening sowie die die verpflichtende Registrierung über die Tracking-App „Thailand Plus“. Die Registrierung erfolgt anhand der Daten im Certificate of Entry.

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Urlauber müssen Krankenhausaufenthalt selbst zahlen

Während der 14-tägigen Isolation in einem Quarantäne-Hotel sind mehrere COVID-19-Tests vorgeschrieben. Reisende, die positiv getestet werden, müssen sich zur weiteren Isolierung und etwaigen Behandlung in ein Krankenhaus begeben, schreibt das Auswärtige Amt (AA) auf seiner Webseite. Die Kosten für den Krankenhausaufenthalt und die Behandlung müssten die Betroffenen selbst tragen. Eine Fortsetzung der Quarantäne im gebuchten Quarantäne-Hotel sei in diesem Fall ausgeschlossen. Das AA weist ausdrücklich darauf hin, dass „die deutsche Botschaft auf die gemäß nationalen Infektionsschutzbestimmungen getroffenen Maßnahmen keinen Einfluss“ habe.

TRAVELBOOK sprach mit einer Deutschen, die sich 16 Tage zur Quarantäne in einem Hotel in Bangkok aufhielt

Rückkehr aus Deutschland

Da Deutschland Thailand als Hochrisikogebiet eingestuft hat, besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Bei der Rückreise nach Deutschland gilt eine 10-tägige Quarantäne-Pflicht, von der man sich frühestens am fünften Tag mit einem negativen Test befreien kann. Bereits vor der Einreise muss eine digitale Einreiseanmeldung vorgenommen und ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden. Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantäne-Pflicht befreit.

Drohende Massenarbeitslosigkeit wegen Corona in Thailand

Das beliebte Urlaubs- und Reiseland Thailand hatte wegen der Corona-Pandemie mehr als neun Monate lang keine ausländischen Touristen mehr ins Land gelassen. Seither krankt das Land an den wirtschaftlichen Folgen. 2019 verzeichnete Thailand noch knapp 40 Millionen Besuche ausländischer Touristen. Damals betrug der Anteil des Reise- und Tourismussektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) unterschiedlichen Quellen zufolge mehr als 10 Prozent.

Nach Schätzung des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes TAT waren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie rund vier Millionen Menschen im Tourismussektor beschäftigt. Durch die monatelange Schließung der Grenzen könnten mehr als 2,5 Millionen arbeitslos werden.

Mit Material von dpa und Reuters