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Reiseziele, die man 2023 laut „Fodors“ nicht mehr besuchen sollte

Laut Reiseführer „Fodors”

Diese Reiseziele sollten Urlauber 2023 besser nicht mehr besuchen

Venedig
Zu den Reisezielen, die man laut „Fodors“ nicht mehr besuchen sollte, gehören italienische Touristenhochburgen wie VenedigFoto: Getty Images

Venedig, die Amalfi-Küste, Amsterdam – nur eine kleine Auswahl an beliebten Reisezielen, die man laut dem Reiseführer „Fodors“ im Jahr 2023 nicht besuchen sollte. Nicht etwa, weil dort Gefahren für Touristen lauern, sondern weil sie selbst eine zunehmende Bedrohung für die Infrastruktur und Umwelt der Orte darstellen. TRAVELBOOK erklärt es genauer und zeigt die ganze „No-List“ auf.

2022 haben sich 29 klimabedingte Katastrophen ereignet, die jeweils Schäden im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar verursacht haben. So steigt der Reiseführer „Fodors“ in seinen aktuellen Beitrag ein, in dem es darum geht, welche Reiseziele man bis auf Weiteres nicht besuchen sollte. Denn: „Vielleicht versucht die Welt uns damit zu sagen, dass wir uns bremsen sollten“, und zwar im Hinblick aufs Reisen. Der Tourismus sei schuld an rund acht Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, und sollte deshalb insbesondere an bestimmten Orten eingedämmt werden.

Reiseziele, die man nicht mehr besuchen sollte

Zu den Reisezielen, die man 2023 laut „Fodors“ nicht mehr besuchen sollte, gehören allen voran die beliebten, stets stark frequentierten Touristenhochburgen – „kulturelle Hotspots, die von Überfüllung und Ressourcenverknappung geplagt sind“. Weiterhin stehen auf der diesjährigen „No List“ Naturattraktionen, denen die Menschen eine Pause gönnen sollten, damit sie sich regenerieren können, sowie von Wassernotstand betroffene Orte.

Es gebe extreme Bewegungen, die den Tourismus gänzlich abschaffen wollen. Doch das kann vor einem wirtschaftlichen Hintergrund – schließlich sind viele Orte und Regionen auch auf den Konsum durch Besucher angewiesen – laut „Fodors“ nicht die Lösung sein. Grundsätzlich ist ein respektvoller Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen nötig. Und wo diese (z. B. die Wasserbestände) besonders knapp sind, kann man beim „Aqueduct – World Resources Institute“ einsehen. Weiterhin sollte man niemandem mehr erklären müssen, dass Abfall in Abfalleimer gehört – ganz egal, wo man sich gerade befindet und wie anonym man sich dort vermeintlich fühlt.

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Frankreichs Steilküsten

„Fodors“ führt Küstenerosion an, also den fortschreitenden Abbau von weltweiten Küsten aufgrund von unter anderem Wettereinflüssen und Wellen. Davon seien die französischen Steilküsten aktuell besonders stark betroffen.

Étretat, Steilküste in Frankreich
Étretat in FrankreichFoto: Getty Images

Doch noch schwerwiegender als der Einfluss durch Witterungen sei der durch ungewohnte Touristenanstürme in der jüngeren Vergangenheit. Etwa in Étretat in der Normandie sei die Infrastruktur schlichtweg nicht darauf ausgerichtet. Im vergangenen Jahr sei dort das gesamte Klärsystem zusammengebrochen, nachdem die kleine Gemeinde von Menschenmassen förmlich überrannt worden war. Darüber hinaus hat der intensive Fußgängerverkehr zu mehreren Erdrutschen geführt. „Es muss eine Balance gefunden werden“, befindet Étretats Stadtrat Jean-Baptiste Renié gegenüber „Fodors“. Zwar sei Tourismus erwünscht. Doch man arbeite an Möglichkeiten, ihn etwas zu regulieren. Zumal es auch für Besucher selbst keine zufriedenstellende Erfahrung sei, „wenn sie keinen Parkplatz, keine Essgelegenheit und keine Toilette finden“.

Lake Tahoe in Kalifornien

Im Zuge der Corona-Pandemie habe es rund um den Lake Tahoe in der kalifornischen Sierra Nevada einen beachtlichen Zuzug gegeben. Hinzu kam am beliebten, großen Süßwassersee der Besuch von Touristen, was spätestens in der Kombination eine permanente Verkehrsbelastung bedeutete. Die Strände und Wasserwege seien über lange Phasen stets überfüllt gewesen. Darüber habe der einst für sein kristallklares Wasser bekannte Lake Tahoe (unter anderem durch Verschmutzungen) einzutrüben begonnen. Im Idealfall würden Touristen weiterhin und zahlreich kommen – „aber wir alle müssen der Natur auch mal eine Auszeit geben“, erklärt Andy Chapman vom Reiseverband Travel North Tahoe Nevada.

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Die beliebten Reiseziele in Italien

Jedes Jahr aufs Neue ist Venedig, die romantische Lagunenstadt in Norditalien, bei Reisenden von überall auf der Welt extrem beliebt. Laut „Fodors“ waren es im Sommer 2022 durchschnittlich 80.000 Touristen am Tag, in erster Linie angelockt vom prächtigen historischen Zentrum der Altstadtinsel. Um sich das mal vorzustellen: Hier leben gerade einmal 60.000 Menschen. Die Stadt versucht bereits mit verschiedenen Mitteln, den Besucheransturm zu kontrollieren – etwa durch das Einführen einer Eintrittsgbühr. Im Sommer 2021 wurde Touristenschiffen ab einer gewissen Größe die Zufahrt ins Centro Storico verweigert. Denn Venedig ist durch seine Lage im Wasser ohnehin überschwemmungsgefährdet.

Ebenso die Amalfi-Küste gehört zu den Reisezielen, die man laut „Fodors“ im Jahr 2023 meiden sollte. Im vergangenen Sommer soll der Ansturm hier enorm gewesen sein, mit der Folge von permanenten Staus auf den Zufahrtsstraßen zu Stränden und Ortschaften.

Cornwall, England

Die Grafschaft Cornwall an der rauen südwestlichen Spitze Englands gilt als ergreifend schön und wildromantisch. Doch vor Ort stellt es sich vor allem im Sommer etwas anders dar, denn die Halbinsel zieht neben britischen Urlaubern aus der näheren Umgebung auch zahlreiche Reisende von weiter her an.

Strand, Cornwall (England)
Im Sommer sind die Strände in Cornwall überfülltFoto: Getty Images

„Cornwall leidet schwer unter der schieren Menschenmasse, der es jedes Jahr ausgesetzt ist“, schreibt „Fodors“. Für Anwohner seien die Zustände in Reisezeiten kaum auszuhalten. Die engen Gassen seien vollgestopft von Menschen, Autos und Müll. Es habe bereits Jahre gegeben, in denen Tourismusverbände offiziell darum gebeten hatten, den Stränden am Cornwell fernzubleiben. Diese Bitte will „Fodors“ nun für 2023 eindringlich wiederholen.

Amsterdam

Von verschiedenen deutschen Städten aus ist die niederländische Hauptstadt mit dem Auto ein Katzensprung und Amsterdam quasi zu jeder Jahreszeit beliebt für einen kurzen Städtetrip. Doch nicht nur bei uns. Deshalb ist die Grachtenstadt stets von Touristen bevölkert – zum Leidwesen der Amsterdamer. Das Land versucht daher, auch andere niederländische Städte für den Tourismus attraktiv zu machen, damit sich der Ansturm besser verteilt. Hierbei soll der Zehn-Jahres-Plan Perspective 2030 helfen.

Thailand

Thailand verfügt über zahlreiche Naturparks, von denen 155 im Zuge der Pandemie für Besucher geschlossen waren. Für die Anlagen war das ein Segen, schreibt „Fodors“, weshalb die Regierung daraus eine alljährliche Tradition von jeweils mindestens einem Monat machen will. Weiterhin wünscht sich Thailand eine Veränderung der Art der Touristen und bevorzugt konkret „High-End-Reisende“ gegenüber einer Vielzahl an Personen, die in den vergangenen Jahren nach Thailand gekommen sind. Man kann ahnen, was damit gemeint ist.

Reiseziele mit Wassernöten

Während man zu Hause vielleicht eher darüber nachdenkt, sparsam beispielsweise zu duschen, ist der Wasserverbrauch in Hotels gemeinhin enorm. Das erklärt die Nachhaltigkeitsorganisation Sustainable Hospitality Alliance. In Spanien etwa, dem laut „Fodors“ am zweithäufigsten besuchten Land der Welt, soll der Wasserverbrauch pro Reisendem bis zu siebenmal höher sein als der des durchschnittlichen Spaniers. Das ist an Orten, an denen ohnehin Wasserknappheit herrscht, natürlich besonders fatal. Dies gilt neben Spanien für weite Teile Europas, die im Sommer aufgrund extremer Dürren von schlimmen Waldbränden betroffen waren.

Auch auf der indonesischen Insel Bali sind Touristen für einen enormen Anteil (rund 65 Prozent) des Wasserverbrauchs verantwortlich. Ähnliches gilt für die hawaiianische Inseln Maui, wo die Versorgung verschiedener Unterhaltungsmöglichkeiten für Besucher (z. B. das Besprenkeln weitläufiger Golfplätze) hinzukommt, und in der Konsequenz der Wasserzugang für Einheimische knapp wird. „Fodors“ zitiert eine Twitter-Nutzerin, die Touristen explizit auffordert, Hawaii gart nicht mehr zu besuchen: „Sie behandeln uns wie Bürger zweiter Klasse und schneiden uns buchstäblich das Wasser ab!“

Ebenso im Westen der USA sind seit rund 23 Jahren andauernde Dürren ein ernstes Thema. Wichtige Stauseen trocknen aus, etwa der Lake Mead und der Lake Powell am Colorado River, was – wenn sich die Lage nicht bald stabilisiert – weitreichende Folgen für die Stromversorgung der ansässigen Bevölkerung haben könnte. Dem Bericht zufolge sind mehr als 1,3 Menschen auf die Wasserkraft angewiesen.

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