In Spanien

Touristen baden in giftigem Bergsee und müssen ins Krankenhaus

Der Baggersee am Monte Neme
Er sieht toll aus, sein Wasser ist jedoch giftig: der Baggersee am Monte Neme
Foto: Getty Images

Für ein schönes Instagram-Foto riskieren scheinbar immer mehr Touristen ihre Gesundheit. Nachdem erst vor einigen Wochen ein giftiger See in Russland Aufmerksamkeit erregte, kommt nun ein ebenfalls verseuchter See im spanischen Galicien dazu. Der See am Berg Monte Neme ist zwar wegen seiner leuchtend blauen Farbe sehr beliebt, ein Bad endet aber im schlimmsten Fall im Krankenhaus, wie nun auch einige Influencer erfahren mussten.

 Hintergrund ist, dass es sich um eine alte Wolfram-Mine handelt.

Der Abbau von Wolfram am Monte Neme begann im Ersten Weltkrieg, erreichte aber während des Zweiten Weltkriegs seinen Höhepunkt, als Hitler seinen Verbündeten Franko dazu aufforderte, den Stoff abzubauen. Damals konnte dieses Material nur in den spanischen Regionen León, Cáceres und Galicien sowie in Portugal gefunden werden. In den 80er Jahren wurde die Mine zwar geschlossen, doch das Wasser in dem See ist immer noch mit dem chemischen Element belastet – und Wolfram ist hochgiftig.

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Hautreizungen und Erbrechen möglich

Deswegen endeten die Badeausflüge mehrerer Instagram-Touristen kürzlich auch im Krankenhaus. Denn der Kontakt mit dem Wasser führe bei kürzeren Aufenthalten zu Haut- und Augenreizungen, und wer versehentlich Wasser schlucke, riskiere Verdauungsstörungen, Erbrechen und Durchfall, wie ein Arzt der spanischen Tageszeitung „Publico“ sagte, die zuerst über die Fälle berichtet hatte. Ein kurzes Bad habe aber keine schweren Folgen, so der Arzt.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hatten schon mehrere Instagramer angegeben, dass sie nach einem Bad in dem Wasser krank geworden seien, eine Person musste auf Grund einer allergischen Reaktion sogar zwei Wochen in einem Krankenhaus bleiben. Auch eine Influencerin namens Uxía litt nach einem Bad an einer zweiwöchigen allergischen Reaktion, sagte allerdings, dass ihr zwar „ein bisschen schlecht“ gewesen sei, es aber das Foto wert gewesen wäre.

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Allerdings stellt man, wenn man bei Instagram nach Posts zum See am Monte Neme sucht, schnell fest, dass die wenigsten Besucher wirklich IN das Wasser gehen. Die überwiegende Mehrheit bleibt am Ufer stehen und macht ein schönes Foto mit dem leuchtend blauen Wasser im Hintergrund – und das ist natürlich unproblematisch.

 

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