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TRAVELBOOK-Autor berichtet

Diese 10 Städte weltweit haben mich am meisten beeindruckt

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Auch heute noch staunt unser Autor mitunter wie ein Kind, wenn er Städte auf der ganzen Welt bereist (Symbolfoto) Foto: Getty Images
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

19. Mai 2026, 10:11 Uhr | Lesezeit: 11 Minuten

Auf seinen Reisen hat TRAVELBOOK-Autor Robin Hartmann bereits etwa 70 Länder besucht. Immer wieder verbrachte er dabei auch längere Zeit in Städten, die ihn aus verschiedenen Gründen begeisterten. Hier verrät er, welche Städte ihn am meisten begeistert haben, wo es ihm besonders gut gefallen hat, und stellt seine persönliche Top Ten weltweit auf.

Ich will es mal ganz ehrlich sagen: Wenn ich heute verreise, dann suche ich eher die Einsamkeit der Natur, abseits vom Trubel der Städte. Aber natürlich habe ich in den vergangenen Jahrzehnten auf meinen Reisen durch etwa 70 Länder auch immer wieder Metropolen besucht, die mich aus den verschiedensten Gründen begeisterten. Städte sind nicht selten die pulsierenden Herzen eines Landes, Schmelztiegel der Kulturen und aufregender Eindrücke. Sie sind Anlaufstellen für Abenteuer, eine Kontaktbörse für Reisende, ein Mekka in Sachen Kunst und Kulinarik. Hier ist meine ganz persönliche Liste der Top-Ten-Städte weltweit.

Madrid, Spanien

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Die Gran Via ist eine der belebtesten Straßen in Madrid Foto: Getty Images

2010 kam ich erstmals für ein halbes Jahr Auslandssemester nach Madrid und verliebte mich sofort in den rauen Charme der spanischen Hauptstadt. Ich wohnte in einer belebten Zone namens Lavapiés, und hier gab es einfach alles. Märkte mit frischem Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, kleine Cafés, urige Kneipen, gute und günstige Restaurants. Noch dazu lag meine Wohnung in fußläufiger Nähe von gleich drei bedeutenden Kunstmuseen von Weltrang, allen voran dem Prado. Auch der weitläufige Retiro-Park war gleich um die Ecke, wo ich abends joggen ging und am Wochenende Künstlern und Gauklern bei ihren Shows zuschaute.

Im Stadtzentrum an der Plaza de Sol verdiente ich mir in der belebten Fußgängerzone mit meiner Gitarre ein bisschen Geld für die Nächte, in denen es zu jedem Gläschen leckere Tapas umsonst mit dazu gab. Bei Spielen der beiden Fußballklubs Real und vor allem Atlético Madrid jubelte ich mit den Einheimischen über jedes Tor, und beim Gassigehen mit meinem Adoptivhund Tuna kam ich leicht ins Gespräch und polierte mein ohnehin schon gutes Spanisch nochmals gehörig auf. Damals arbeitete ich auch für einen mittlerweile verstorbenen, seinerzeit sehr bekannten Journalisten, der mich immer wieder zu kulturellen Veranstaltungen oder auch einfach nur auf Trinkgelage mitnahm.

Am meisten in Erinnerung geblieben sind mir aber meine mitunter tagelangen Spaziergänge entlang des Manzanares-Flusses. Im Stadtzentrum von Madrid kann man sich, sofern gut zu Fuß, sehr viele Sehenswürdigkeiten in Schrittgeschwindigkeit erschließen. So zum Beispiel einen echten ägyptischen Tempel oder den Königspalast. In den Jahren darauf zog es mich immer wieder wochenlang nach Madrid, und es ist bis heute neben meiner Heimat Berlin die einzige Stadt, in der ich mir vorstellen könnte, irgendwann noch einmal länger zu leben.

Porto, Portugal

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Porto ist eine der schönsten Städte Portugals Foto: Getty Images

Es gibt Städte, die haben einfach einen ganz besonders entspannten Vibe. Portugals Hauptstadt Lissabon fand ich auch schön, aber viel zu überlaufen, dafür blühte ich in Porto umso mehr auf. In der Innenstadt kann man alles fußläufig erreichen, ein Spaziergang entlang des Douro-Flusses und über die imposante Brücke Dom Luis I. gehören dabei zum Pflichtprogramm. Genauso wie ein Besuch im Stadtteil Vila Nova da Gaia, wo zahlreiche Portweinhersteller ihre Keller haben. Bei einer Verkostung in den kühlen Gewölben bekommt man ein Stück flüssiger Kultur zu schmecken, die Porto auf die Landkarte von Genießern weltweit gesetzt hat. Wer seinem Magen etwas zutraut, probiert anschließend eine Francesinha.

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Hierbei werden verschiedene Sorten Wurst und Fleisch zwischen zwei Toastbrotscheiben gequetscht, das Ganze dann mit geschmolzenem Käse und einer Bier-Soße überbacken. On top sozusagen kann man sich auch noch ein Spiegelei bestellen, Pommes frites gehören aber in jedem Fall dazu. Auch im Winter ist es in Porto nicht selten so mild, dass man in den unzähligen kleinen Bars und Cafés auch abends noch gemütlich draußen sitzen kann. Vom Flughafen aus ist man innerhalb einer halben Stunde mitten im Leben. Wer an der zentralen Haltestelle Aliados aussteigt, kann sein Porto-Abenteuer sofort mit allen Sinnen beginnen.

Bamberg, Deutschland

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Bamberg ist die Bierhaupstadt der Welt, und auch sonst gibt es hier viel Schönes zu sehen Foto: Getty Images/Westend61

Es müssen nicht immer die ganz großen Städte und Namen von Weltrang sein. Wobei, Bamberg hält tatsächlich einen Superlativ, denn nirgendwo sonst auf der Welt gibt es, die umliegende Region eingerechnet, eine so hohe Dichte an Brauereien. Davon sind viele tatsächlich derart hervorragend, dass man als Genießer große Schwierigkeiten haben wird, sich zu entscheiden. Habe ich schon erwähnt, dass gleich zwei Flüsse durch Bambergs an Romantik kaum zu überbietende Altstadt schlängeln? Bei internationalen Studenten nicht zuletzt wegen der Bierkultur beliebt, ist Bamberg auch eine junge, mitunter fast schon hippe Metropole.

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Abends und nachts tobt das Leben in der Sandstraße, die im Sommer jedes Jahr ihr eigenes Fest feiert. Dann wird es hier für meinen Geschmack aber etwas zu voll. Ich habe Bamberg auch deshalb so lieben gelernt, weil ich hier in der WG eines Studienfreundes jahrelang eine feste Anlaufbasis für meine Abenteuer hatte. Wem die Stadt zu laut und bierselig wird, ist mit dem Fahrrad sehr schnell im schönen Umland – und dann meist wieder in einer der Brauereien. Obwohl ich seit Jahren keinen Alkohol mehr trinke, komme ich doch immer wieder hierher, um den besonders entspannten Flair von Bamberg zu genießen. Von den umliegenden Dörfern empfehle ich den Besuch von Bischberg, Merkendorf, Weiher und Schammelsdorf.

Cartagena, Kolumbien

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Getsemani ist nur eines der bunten Viertel von Cartagena Foto: Getty Images

Auf meinen Südamerika-Reisen war ich zweimal in der kolumbianischen Karibikstadt Cartagena. Die koloniale Altstadt mit ihren bunten Häusern gehört völlig zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe, und an Kultur ist die Stadt auch sonst sehr reich. Auf den Märkten kauft man zu unfassbar niedrigen Preisen frisches Obst, der sagenhafte kolumbianische Kaffee wird überall serviert. In Bars wie dem „Donde Fidel“ tanzt man Salsa, im „Café Havana“ treten mehrmals die Woche fantastische Live-Bands auf. Mein Hostel „Media Luna“ hatte einen eigenen Swimmingpool und eine Outdoor-Küche im Innenhof. Auf der Dachterrasse feierte mittwochs die ganze Stadt bis früh in den Morgen. Zur Entspannung laden die herrlichen Strände ein. Ausflüge, zum Beispiel zu den Inseln Islas del Rosario, gehören bei einem Cartagena-Besuch zu den Highlights.

Chefchaouen, Marokko

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Nein, das ist kein Effekt bei Photoshop. In Chefchaouen sieht es wirklich so aus Foto: Getty Images

Diese kleine marokkanische Metropole trägt den Beinamen „Die blaue Stadt“, und tatsächlich sind sämtliche Häuser in der Altstadt in einem traumhaften, sehr beruhigenden Himmelblau gestrichen. In den verworrenen Gassen kann man wunderbar flanieren und sich verlieren, während man über das scheinbar unendliche Angebot von Waren staunt. Kleine Bäckereien, die ihre Süßigkeiten in jahrhundertealten Öfen herstellen, leckere Restaurants mit für Europäer unglaublich niedrigen Preisen, und das Ganze eingebettet in die malerische Kulisse des wild zerklüfteten Rif-Gebirges. Im Umland von Chefchaouen kann man tagelang durch wildeste Natur wandern, und wird mitunter von Einheimischen bestaunt. Auf einer Reise durch Marokko wollte ich hier ursprünglich nur wenige Tage verbringen, und blieb schließlich den gesamten Urlaub.

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Mexiko-Stadt, Mexiko

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Mexiko-Stadt hat wie Berlin eine Art Siegessäule Foto: Getty Images

Eine Stadt wie ein wilder Fiebertraum. Als junger Mann erlebte ich hier ein Konzert mit 150.000 Besuchern auf dem Rathausplatz, nachdem ich zuvor die Heimmannschaft im legendären Fußball-Tempel Estadio Azteca angefeuert hatte. Ich fand an jeder Ecke zu Centbeträgen das beste Streetfood meines Lebens und reiste mit dem Skateboard durch die Stadt, was mir immer wieder Bekanntschaften und kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten bescherte. Sicher eine der aufregendsten und absurdesten Städte, die ich je besucht habe.

Rom, Italien

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Rom ist DIE Stadt für Sightseeing-Fans Foto: Getty Images

Die Ewige Stadt trägt ihren Namen völlig zurecht. Ich habe noch nie in meinem Leben eine Metropole gesehen, in der sich die Moderne so nahtlos und so in sich stimmig Bauwerke einverleibt hatte, die bis auf die Antike zurückgehen. Und in keiner der anderen Städte auf dieser Liste bin ich mehr gelaufen, um noch mehr von dieser einmaligen Pracht zu bestaunen. Der Petersdom, das Kolosseum, der Trevi-Brunnen, das Pantheon – Rom haute mich derart um, dass ich innerhalb eines einzigen Monats zwei Mal hinflog. Dabei hatte ich auch das Glück, dass ein einheimischer Freund mein Guide war. Die beste Pizza und Pasta, die angesagtesten Restaurants, die echten Geheimtipps – ich bekam alles mit. Sogar einen Heiratsantrag von einem anderen Freund am Trevi-Brunnen. Ich habe Rom bei Tag und bei Nacht erlebt, immer angetrieben vom nächsten unfassbar günstigen Espresso. Die kompletteste Sightseeing-Hauptstadt der Welt.

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Paris, Frankreich

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Paris ist eine monumentale Metropole Foto: Getty Images

Mitunter machen es einem die Franzosen ja nicht so leicht, sie zu mögen. Ihre Hauptstadt aber, dieses monumentale Gesamtkunstwerk, muss man lieben. Abseits von Eiffelturm, Louvre und Arc de Triomphe, die natürlich alle auch unbedingt Sehenswürdigkeiten sind, erschließt sich dem Besucher in den Gassen und Straßen zwischen Notre-Dame und Sacré-Cœur eine geradezu magische Stadt, in der das nächste Croissant und der nächste Café au Lait niemals weit sind. Die Parks, die Museen, Spaziergänge unter den vielen Brücken der Seine – in Paris würde einem vermutlich auch nach Wochen ziellosen Bummelns nicht langweilig. Vor den Toren der Stadt liegt mit Schloss Versailles zudem einer der beeindruckendsten Paläste der Welt, und für alle Familien gibt es ja dann da noch Disneyland.

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Panama City, Panama

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Panama City ist die modernste Stadt in Mittelamerika Foto: Getty Images/500px

Ohne Zweifel die modernste Metropole, die ich auf meinen Reisen durch Süd- und Mittelamerika gesehen habe. Es ist beeindruckend, wie an die koloniale Altstadt nahtlos ultramoderne Wolkenkratzer wie der Trump Tower anschließen. Ein Märchenland aus Stahl und Glas, und davor eine endlose Promenade am Meer, die einmal entlang der Stadt führt. Drei Flughäfen, moderne Busse, riesige Shopping-Center. Die City ist vergleichsweise teuer, selbst für europäische Portemonnaies, dafür sind Obst, Fisch und Meeresfrüchte absolut frisch. Innerhalb weniger Stunden erreicht man von hier jeden anderen Ort im Land. Absolut beeindruckend sind die Wolkenbrüche, wenn das Wasser den Autos bis an die Motorhaube steht – und nach nur einer halben Stunde alles wieder trocken ist.

Berlin, Deutschland

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Berlin ist die Heimat unseres Autors Foto: Getty Images

Meine Heimat und die Stadt, die mich zu dem gemacht hat, der ich bin. Wohl kaum eine andere Metropole hat auch international nicht zuletzt wegen ihrer Kunst- und Musikszene eine derartige Sogwirkung auf vor allem junge Menschen. Ich habe Freunde aus Ägypten, Argentinien, Chile und dem Iran, die es hierher zog. Man sagt, jede Nation dieser Welt ist in unserer Stadt vertreten, und das macht sich durch eine weltweit einzigartige kulturelle Vielfalt bemerkbar. Clubs und ganze Viertel landen regelmäßig bei Votings auf der Liste der angesagtesten Orte überhaupt. Daneben ist Berlin eine der grünsten Metropolen auf dem Planeten. Nie ist es weit in einen Park, ans Wasser oder sogar in den Wald.

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Dennoch müsste mein letzter Punkt hier eigentlich Spandau heißen. Der vielleicht meist unterschätzte Bezirk von Berlin. Hierher stamme ich, und hier wohne ich auch heute noch. Weitab vom Zentrum mit seinen Touristenmassen habe ich hier meinen Lebensmittelpunkt. Und immer, wenn ich mir vorstelle, jetzt endlich doch abzuhauen aus diesem wunderbaren, scheußlichen Moloch Berlin, fällt mir am Ende doch keine Alternative ein, wo es denn schöner sein könnte. Berlin begeistert, überrascht und schockiert mich jeden Tag wieder aufs Neue. Solange ich dieses Theater noch genieße beziehungsweise ertragen kann, bleibe ich hier.

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