Fiaker fahren, keine Würstel essen...

8 Dinge, die ein Wiener nie tun (oder sich entgehen lassen) würde

Aussichtsplattform des Stephansdoms
Die Dächer Wiens von der Aussichtsplattform des Stephansdoms aus. Doch diesen Blick gönnen sich fast nur Touristen, Wiener würden nicht hinaufgehen auf die Urlauber-Attraktion
Foto: Getty Images

Alle Jahre wieder landet Wien im Ranking der Städte mit der höchsten Lebensqualität, die vom US-Beratungsunternehmen Mercer veröffentlicht wird, auf Platz eins – und zählt zu den beliebtesten Reisezielen Europas. Doch einige Wiener schmunzeln darüber, was Reisenden in ihrer Stadt bei ihren Trips so aufs Programm nehmen, denn: Manche Dinge würde ein echter Wiener in Wien nie tun. TRAVELBOOK verrät, welche das sind.

1. Fiaker fahren

Einmal in der Pferdekutsche durch den ersten Bezirk tuckern – wahrscheinlich wollen das alle, die das erste mal in Wien sind. Schön ist es ja auch. Doch ein echter Wiener würde das niemals tun. Der hat nämlich ehrliches Mitleid mit den Pferden, und außerdem ist ihm sein Geld dafür zu schade, schließlich wird man mitunter eine halbe Stunde bei Stau auf der Ringstraße rumkutschiert. Wenn man Glück hat, erwischt man zwar einen gut gelaunten Fiakerfahrer, der einem ein bisschen etwas über die Stadt erzählt, oft genug hält sich die Plauderlaune aber in Grenzen. Also: Spazieren Sie lieber durch Wien!

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Ein Fiakerstand im ersten Bezirk, direkt vorm Stephansdom

Ein Fiakerstand im ersten Bezirk, direkt vorm Stephansdom
Foto: Getty Images

2. Sich den Besuch eines Heurigen entgehen lassen

Leider etwas, was von vielen Reisenden immer wieder ausgelassen wird: der Besuch eines Heurigen, also eines typischen österreichischen Weinlokals. Sobald es warm wird, geht der echte Wiener zu den Weinbergen los, wo man die berühmten Heurigen findet. Da fährt man dann von der Innenstadt aus schon mal ein kleines Stündchen mit der Straßenbahn, um einen sommerlichen G’spritzten auf einem der unzähligen Weinberge zu trinken und sich dabei den Sonnenuntergang anzusehen – egal ob mit Familie, dem Partner oder allein. Im Sommer muss der Besuch eines Heurigen also auf jeden Fall auf die To-Do-Liste, auch als Tourist.

3. Ohne besonderen Anlass Riesenrad fahren

Als das Wiener Riesenrad 1897 anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. erbaut wurde, galt es weltweit als Attraktion, auch wegen seiner Höhe von rund 65 Metern. Das Riesenrad ist eines der Highlights des Wiener Wurstelprater, der wiederum Teil des Praters ist. Dort spazieren auch die Wiener gerne, doch in das Riesenrad steigen sie nicht ein, es sei denn, es gibt einen besonderen Anlass: Etwa, wenn es das erste Mal ist oder wenn man jemanden bei seinem ersten Mal begleitet. Einfach nur so Riesenrad fahren – das kommt für einen Wiener nicht infrage.

4. Auf den Stephansdom gehen

Der Stephansdom zählt zu den berühmtesten Wahrzeichen Wiens, und vor ihm tummeln sich immer zahlreiche Touristen. Ganz oben im Stephansdom hängt die (neue) Pummerin, die Turmglocke, die auch die „Stimme Österreichs“ genannt wird. Sie ist mit mehr als 3,14 Metern Durchmesser die größte Glocke in Österreich.

Der Stephansdom am Stephansplatz

Der Stephansdom am Stephansplatz
Foto: Getty Images

5. Nur kurz in ein Kaffeehaus gehen

2011 wurde die Wiener Kaffeehauskultur von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Gut so. Denn das gmiadliche Sitzen im Kaffeehaus wird nirgendwo so zelebriert wie in Wien. Gerne trifft man sich hier Sonntagnachmittag mit Freunden, trinkt zwei bis drei Melangen, und wartet, bis es dunkel wird – um dann sein erstes Stiegl-Bier vom Fass zu genießen, oder das erste Achterl, das Gläschen Wein. Ein echter Besuch im Kaffeehaus ist keine kurze Angelegenheit, sondern ein regelrechtes Ritual.

Im Kaffeehaus wird debattiert, nachgedacht, laut nachgedacht. Und deswegen fühlen sich denn auch viele Wiener, beseelt von der Atmosphäre, als Philosophen. Fürs Kaffeehaus muss man sich die Zeit nehmen, und wer keine hat, ist kein echter Wiener. Verabreden muss man sich für einen Besuch nicht: Alfred Polgar, einer der berühmtesten Schriftsteller der Wiener Moderne, sagte einmal: „Im Kaffeehaus sitzen Leute, die alleine sein wollen, und dazu aber Gesellschaft brauchen.“

Das Cafe Sperl im 6. Bezirk . Der Stephansdom am Stephansplatz

Das Cafe Sperl im 6. Bezirk . Der Stephansdom am Stephansplatz
Foto: Getty Images

6. Das Museumsquartier umgehen

Das Museumsquartier (kurz MQ) ist im Sommer vielleicht der magischste Ort Wiens: Wenn die Luft wärmer wird und sich die Menschen wieder freier fühlen und aus ihrem Winterschlaf erwachen, strömt jeder in die kulturträchtigen Höfe des wunderschönen Areals, das von wichtigen Museen, wie dem MUMOK oder dem Leopold Museum, umrandet wird. Hier sitzen dann alle auf den berühmten bunten Enzis (Outdoor-Möbel) und trinken ihr Feierabendbier. Außerdem sind dann auch einfach alle immer da. Man trifft sich, ohne sich verabredet zu haben, und lernt auch neue Leute kennen. Im MQ spürt man die freigeistige Seite Wiens. Das junge, dynamische, moderne Wien. Die neuen echten Wiener machen keinen großen Bogen um das Museumsquartier, sondern wollen eins: mittendrin sein.

Wien: Das Museumsquartier bei Tag mit den Enzis

Das Wiener Museumsquartier bei Tag mit den Enzis
Foto: dpa picture alliance

7. Ein anderes Fast Food als Würstel

Etwas, was den meisten in Wien sofort auffällt: Es gibt zu wenig Dönerbuden, und die wenigen sind nicht besonders lecker. Zumindest nicht so lecker wie in Berlin. Darum bevorzugt der echte Wiener ein anderes Fast Food: Würstel. An einem Wiener Würstelstand gibt es neben Frankfurtern, auch Käsekrainer (Brühwürste), Bratwürste und Hot Dogs.

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8. Wien vorbehaltlos lieben

„Das Problem für jeden Wiener: Man kann es in Wien nicht mehr aushalten. Aber woanders auch nicht.“ Diese berühmten Worte des österreichischen Schauspielers und Kabarettisten Helmut Qualtinger zeigen schon: Ganz vorbehaltlos ist die Beziehung des Wieners zu seiner Stadt nicht. Man echauffiert sich über Wien, man ärgert sich über Wien. Dennoch kehrt ein echter Wiener, den es in die Fremde gezogen hat, trotzdem immer wieder zurück. Denn letztlich lieben sie sie doch: ihre schöne Stadt.

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