Zum ersten Mal in der Stadt?

Die 7 besten Tipps für einen Kurztrip nach Wien

Maria-Theresien-Platz in Wien
Nah am Museumsquartier und eingebettet zwischen Natur- und Kunsthistorischem Museum, befindet sich der Maria-Theresien-Platz in Wien
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Kaffeehaus, Donau, Kaiserschmarrn und eine Kutschfahrt. Wer Wien besucht, der reist meist vorbelastet und wenig experimentierfreudig in die österreichische Hauptstadt. Schuld ist vermutlich eine jahrzehntelange „Sissi-fizierung“ und der Glaube, der grantelnde Wiener stehe vorrangig für gemütliche Nostalgie, altbackenen Opernball und süße Mehlspeisen. Doch Wien gibt mehr her. TRAVELBOOK-Autor Tomas Spohn verrät, was man sehen muss, essen kann, kaufen sollte und ausprobieren darf.

Niemand sollte bei einem Kurztrip ins Nachbarland die touristischen Sehenswürdigkeiten komplett ignorieren. Wer die Stadt noch nicht kennt und nur wenig Zeit hat, der mag ruhig die klassischen Hotspots besuchen – und wird nebenbei sicherlich den ein oder anderen Geheimtipp gleich miterleben.

Verzichten Sie auf den City Airport Train (CAT)

Wer mit dem Flugzeug anreist, der gelangt vom Airport in Windeseile in die Innenstadt. Und zwar mit der Regional- oder S-Bahn nach Wien Mitte oder mit dem ÖBB Railjet zum Wiener Hauptbahnhof für günstige 4,10 Euro. Das dauert nur wenige Minuten länger als eine Fahrt mit dem City Airport Train – der mit 11 Euro fast dreimal so viel kostet. Innerhalb Wiens sind Fahrten mit dem ÖPNV problemlos zu bewerkstelligen, Fahrräder sind ebenfalls ein optimales Fortbewegungsmittel.

Wiener Kaffeehaus

Wiener Gemütlichkeit findet sich selbstverständlich in den großen, prunkvollen Kaffeehäusern der Stadt wieder
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Kaffeehaus und Mehlspeise müssen sein

Kommt man einfach nicht drum herum, weil ganz besonders köstlich. Das hat auch einen Grund: In Wien soll das Wasser sehr weich sein und zudem wird der Kaffee für den österreichischen Markt anders geröstet als für den deutschen. Und einen „großen Braunen“ zu bestellen, dass klingt auch gleich viel besser als ein schnödes „Kaffee mit Extra-Milch“. Palatschinken, Topfen- oder Kaiserschmarren sind zudem gehaltvolle und adäquate Mittagsmahlzeiten.

Im burg.ring1 gibt es all das plus roh verputzte Wände, ein launiges, jüngeres Publikum, Frühstück, Kaffeespezialitäten, saisonale Speisen und Gluckigluck, der glucksende Wasserkrug in Form eines Fisches. Generell bietet der 1. Bezirk eine Unmenge an Caféhäusern, von denen kaum eins nicht gemütlich, pittoresk, opulent oder bräsig-edel daherkommt. Aber Obacht: Das beliebte Café Hawelka ist zwar eins der schönsten, aber recht klein, konsequent überfüllt und daher zu umgehen.

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Wiener Schnitzel und mehr sollte sein

Es lohnt sich, eine Mischung aus Tradition und Moderne auszuprobieren.

Das Buxbaum Restaurant, idyllisch gelegen im altehrwürdigen Heiligenkreuzer Hof in City-Lage, scheut sich nicht, das Wiener Schnitzel oder die Rinderkraftsuppe mit Frittaten anzubieten. Aber auch eine Bouillabaisse mit Pak Choi oder Mangalitza an Schwarzwurzel finden sich dort. Schiefervertäfelte Rundbögen, fellbezogenen Stühle und üppige Kronleuchter; Barock und ein bisschen hip, das zeigt sich hier, kann durchaus funktionieren. Alternative, aber etwas abseits: das Concordia Schlössl am Wiener Zentralfriedhof.

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Naschmarkt Wien

Der Naschmarkt ist aus keinem Reiseführer wegzudenken — aber das sollte niemanden abschrecken
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Original-Naschmarkt ist Pflicht

Der bekannte Wiener Naschmarkt im 6. Bezirk ist nicht unbedingt eine Offenbarung, eher klassische Touristen-Anlaufstelle und oftmals ziemlich überteuert. Und doch sollte man sich nicht zieren, an den Marktständen vorbei zu flanieren und lukullische Köstlichkeiten aus aller Welt zu probieren. Kostproben werden einem ohne Ende gereicht.

Sicher, das hat was von City-Basar oder Multi-Kulti-Wochenmarkt, birgt wenig Überraschendes, und der angeschlossene Flohmarkt (nur samstags) ist weniger Vintage-Oase als Kuriosum zwischen schlecht erhaltenen Türklinken, alten Pelzen und Unmengen vergilbter Gemälde. Trotzdem, das hat Charme, wird er doch auch von echten Wienern wahrgenommen und mit ein, zwei Gläsern Wein lässt sich auch die hingebungsvoll feilschende Touristenschar und (da sind sie doch noch) arg grantelnden Stammkunden gut ertragen.

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Hop on, Hop off darf man machen

 

In kurzer Zeit lässt sich somit Prater inklusive Riesenrad, Donauturm, Parlament, Hofburg und Sissi-Museum, Hundertwasserhaus und, wem das noch nicht reicht, eine Schifffahrt auf dem Donaukanal bestens abhaken. Das schont die Füße, das Gemüt und gesehen hat man dann wirklich alles. Am Ende reicht die Zeit noch für einen Shopping-Bummel durchs Museumsquartier und mal ehrlich — der exklusive Geheimtipp, der hippe Shop oder die unbekannte Abzweigung ist doch eh meist nur von angeblichen Individual-Reisenden mit kundiger Smartphone-App bereits enttarnt worden.

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Auf den Wegen der Lust im Alten Wien

Den „Wiens älteste Puffmuddi geht immer“-Hinweis gab mir eine Freundin mit auf den Weg und lag goldrichtig. Denn wer es doch mal etwas abseits vom touristischen-Einerlei mag und keine Angst vor Frivolitäten hat, sollte sich einen Rundgang durch das sündige Wien gönnen und nebenbei allerlei Wissenswertes rund um das Wirken und Schaffen der bekannten verstorbenen Wiener Dirne Josefine Mutzenbacher erfahren. Das steht dann auch im krassen Widerspruch zu der herkömmlichen Sightseeing-Tour und bietet für jedermann wunderbare Fotogelegenheiten. Die angeleitete Führung lockt mit der Aussicht, zum echten „Sexperten“ zu werden, Einblick in Luderhäuser inklusive. Gut als Vorab-Info: Für Kinder unter 14 Jahren ungeeignet!

Stephansplatz

Der Stephansplatz ist zentraler Punkt der Stadt — die angesagten Clubs der Stadt befinden sich jedoch (wie in den meisten Großstädten) eher abseits der touristischen Hotspots
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Tanz in die Nacht ausprobieren

Wien bietet verschiedene Ausgehmöglichkeiten für Freunde von House-, Electro-, Hip-Hop- und Techno-Musik. In so illustren Läden wie Grelle Forelle (direkt am Donaukanal gelegen), der Pratersauna, dem SASS (laut Eigenauskunft „Wiens Musikclub für Freunde elektronischer Clubmusik mit Anspruch“) oder dem Urgestein Flex (1990 gegründet und klassischer Livemusikclub). Selbst im Volkstheater finden regelmäßig Partys/Events statt. Nur sollte der Großstädter bedenken: In Wien feiert man nicht open end, quasi bis in den nächsten Tag hinein. Irgendwann ist dann eben doch auch mal Schluss.

Angesagte Adressen

Adressen:

  • burg.ring1, Burgring 1/1, 1010 Wien
  • Café Hawelka, Dorotheergasse 6, 1010 Wien
  • Wiener Naschmarkt, Wienzeile, 1060 Wien (zwischen Getreidemarkt und Kettenbrücke)
  • Buxbaum Restaurant, Grashofgasse 3, im Heiligenkreuzerhof, 1010 Wien
  • Concordia Schlössl, Simmeringer Hauptstraße 283, 1110 Wien
  • Hop On, Hop Off via Vienna Sightseeing App (oder nach den diversen Haltestellen in der Stadt Ausschau halten)
  • Club/Bar Grelle Forelle, Spittelauer Lände 12, 1090 Wien
  • SASS Music Club,  Karlsplatz 1, 1010 Wien
  • Flex, Augartenbrücke 1, 1010 Wien

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