9. Januar 2026, 14:40 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Jahr für Jahr bewertet der Global Power City Index (GPCI) Städte weltweit hinsichtlich ihrer „Anziehungskraft“. Es geht um die Fähigkeit, Menschen, Unternehmen und Kapital aus aller Welt anzuziehen. Auch 2025 hat es wieder eine deutsche Stadt in die Top Ten geschafft.
Bereits seit 2008 wird das Ranking zum Global Power City Index veröffentlicht. In der jährlichen Zusammenfassung heißt es, dass die „wichtigsten Städte der Welt“ unter Berücksichtigung von sechs Kategorien bewertet werden. Dazu gehören Wirtschaft, Forschung und Entwicklung, kulturelle Interaktion, Lebensqualität sowie Umwelt und Erreichbarkeit. Der erste Platz geht auch 2025 wieder an eine Millionenmetropole in Europa.
London bleibt auf Platz 1
Bereits seit 2012 gibt es einen ungeschlagenen Sieger auf Platz eins des Global Power City Index. London ist seitdem Jahr für Jahr die „mächtigste“ Stadt der Welt mit der höchsten Anziehungskraft. Überzeugen konnte die Metropole demnach vor allem in den Bereichen kulturelle Interaktion und Erreichbarkeit – in Sachen Wirtschaft, Forschung und Entwicklung landet sie hinter New York. Den Autoren des Rankings zufolge hat London vor allem in den Bereichen Lebensqualität und Umwelt deutlich an Punkten verloren – sich aber in anderen Bereichen positiv entwickelt.
Erstmals ein Wechsel bei Platz 2 und 3
Seit 2016 belegte Tokio immer den dritten Platz im Global Power City Index, knapp hinter New York. Doch 2025 hat es Japans Hauptstadt erstmals auf Platz zwei geschafft und New York überholt. In der Kategorie Lebensqualität landet Tokio ganz an der Spitze, und auch im Bereich kulturelle Interaktion schafft es die Metropole erstmals auf Platz zwei – das Nachtleben wurde dabei so gut bewertet, dass es sogar auf Platz eins rangiert.
New York musste dagegen den stärksten Rückgang aller Städte verzeichnen und verlor deshalb den zweiten Platz – erstmals seit 2012. Grund dafür sind unter anderem stark gestiegene Lebenshaltungskosten und eine schlechtere Bewertung in der Kategorie Umwelt. Die aber insgesamt dennoch sehr gute Platzierung hängt damit zusammen, dass New York weiterhin die Spitzenplätze in den Bereichen Wirtschaft sowie Forschung und Entwicklung belegt.
3 deutsche Städte zählen zu den glücklichsten der Welt
Kanada ist das „beste Land der Welt“
Deutsche Stadt erneut in Top Ten
In der Top Ten des Global Power City Index befindet sich, mal wieder, auch eine deutsche Metropole: Berlin schafft es 2025 auf den zehnten Platz. Ein Jahr zuvor landete die Hauptstadt noch auf dem neunten Rang. Der leichte Abfall lässt sich unter anderem auf die Kategorie Erreichbarkeit zurückführen. 2024 erreichte Berlin in dieser Hinsicht noch Platz 18 – 2025 war es nur noch der 23. Platz. Mit in die Bewertung dieser Kategorie fließt unter anderem auch die Anzahl der internationalen Direktflüge.
In Sachen Lebensqualität schneidet Berlin dafür dann überdurchschnittlich gut ab und sichert sich den vierten Platz. Noch besser wurde dabei allerdings eine andere deutsche Stadt bewertet – Frankfurt sichert sich Platz drei.
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner kommt auf der Website des Global Power City Index zu Wort. Er erklärt, dass es das Ziel Berlins sei, Europas führender Innovationsstandort zu werden. Dafür würden in den kommenden Jahren Milliarden in Bildung und Forschung, Umwelt- und Klimaschutz sowie Mobilität investiert.
Die Top Ten des Global Power City Index:
- London, UK
- Tokio, Japan
- New York, USA
- Paris, Frankreich
- Singapur
- Seoul, Südkorea
- Amsterdam, Niederlande
- Shanghai, China
- Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
- Berlin, Deutschland
Berlin schafft es als einzige deutsche Stadt in die Top Ten, Frankfurt landet auf Platz 19.
Die Bewertungskriterien im Detail
Wie bereits erwähnt, setzt sich das Gesamtranking aus der Bewertung sechs verschiedener Kategorien zusammen. Wirtschaft, Forschung und Entwicklung, kulturelle Interaktion, Lebensqualität sowie Umwelt und Erreichbarkeit. Diese Bereiche sind dann noch einmal in verschiedene Unterkategorien und Themen eingeteilt. So werden in der Kategorie Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt, die Ansiedlung großer Unternehmen oder auch die Anzahl der Beschäftigten in der Stadt betrachtet. Für Forschung und Entwicklung wird bewertet, wie viele Forschende ansässig sind, wie viel Geld für Forschung ausgegeben wird, die Anzahl von Start-ups oder auch die Anzahl von Preisträgern in Wissenschaft und Technologie.
Die Bewertung für kulturelle Interaktionen setzt sich ebenfalls aus verschiedensten Faktoren zusammen. Wie viele internationale Konferenzen gibt es, wie hoch ist die Anzahl kultureller Veranstaltungen, wie viele touristische Attraktionen gibt es, wie ist das Nachtleben-Angebot, gibt es UNESCO-Welterbestätten – all das wird analysiert. Genauso die Anzahl der Hotelbetten, Stadien und Museen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie.
Bei der Lebensqualität fließen Themen wie flexible Arbeitsweisen, Mieten, Preise, Kriminalität, soziale Freiheit und Gleichheit sowie die Anzahl von Ärzten ein. Beim Thema Umwelt werden Unterkategorien wie Engagement für Klimaschutz, Recyclingquoten, erneuerbare Energien, städtisches Grün oder auch Luftqualität bewertet. Bei der Erreichbarkeit geht es vor allem um die Infrastruktur. Wie viele internationale Flugverbindungen gibt es, wie viele Passagiere, wie hoch sind die Taxipreise und wie gut ist der öffentliche Nahverkehr – das sind nur einige der Bewertungskriterien.
Jährlich kommt ein Komitee zusammen, das aus Experten verschiedener Fachrichtungen besteht, die genau diese zahlreichen Kriterien untersuchen. Ein weiteres Komitee übernimmt dabei die Datenanalyse. Um die Unparteilichkeit des Rankings zu gewährleisten, wird das Ergebnis laut GPCI von zwei unabhängigen externen Gutachtern überprüft. Insgesamt wurden 48 Städte analysiert.