Von Sternekoch bis Blogger

Insider verraten ihre Geheimtipps für Bangkok

Bangkok pulsiert – am Tag und auch bei Nacht. Wer in der Thai-Metropole die coolsten Locations abseits der Touristenpfade entdecken will, braucht nicht nur starke Nerven (Straßenverkehr!), sondern vor allem auch gute Tipps von Insidern. Vom Sternekoch Tim Raue bis zur Reise-Bloggerin Denise Nestler – Sie alle haben TRAVELBOOK ihre persönlichen Hotspots verraten.

Bangkok gehört zu den aufregendsten Städten der Welt. Doch wo schlafen, essen, shoppen und feiern? Hier gibt es Tipps von Insidern.
Bangkok gehört zu den aufregendsten Städten der Welt. Doch wo schlafen, essen, shoppen und feiern? Hier gibt es Tipps von Insidern.
Foto: Getty Images

Wer kennt das nicht? Das erste Mal in einer Großstadt und das Angebot erschlägt einen. Es gibt Hunderte Shops, Restaurants und Hotels, aber was wirklich gut und angesagt ist, wissen eigentlich nur die Einheimischen. Mit der asiatischen Metropole Bangkok ist das ähnlich: Klar, einen Streifzug über die Backpacker-Meile Khao San Road sollte man mal gemacht haben. Und irgendwie gehört auch ein Besuch auf dem Nachtmarkt im Rotlicht-Viertel Patpong dazu. Aber wirklich außergewöhnlich ist das nicht.

Wer die Thai-Metropole abseits der Touristenpfade erkunden möchte, sollte jetzt aufmerksam weiter lesen. Experten aus den Bereichen Food, Hotellerie, Kunst und Mode haben TRAVELBOOK ihre Geheimtipps verraten.

Tipps vom Berliner Sternekoch Tim Raue*: Wo essen?

Im Water Library Chamchuri. „Das Restaurant liegt, wie so viele gute Restaurants, in einer Shopping Mall. Hier kocht Mirco Keller, er war mehr als neun Jahre lang an meiner Seite und kocht seit mehreren Jahren erfolgreich in Bangkok – eine europäische Küche mit einem Hauch asiatischer Aromen. Meine Empfehlung: Black Cod mit Mais und Rote Beete – ein Gericht mit satten Aromen, nussigen Tönen und strahlender Säure. Achtung: Ohne Reservierung geht dort nichts!“

Im Issaya Siamese Club. „Ian Kittichai ist der internationalste thailändische Chef, er betreibt Restaurants überall auf der Welt und eine Handvoll in Bangkok. Zudem ist er Thailands TV-Koch Nr. 1. Seine Küche ist traditionell thai, es gibt einige herausragende Gerichte wie das Massaman Curry mit Lamm. Die Aromatik ist deutlich milder als sonst in Thailand. Das Restaurant Issaya Siamese Club ist ein malerisches altes Kolonialhaus, das in einem kleinen tropischen Garten steht.”

Im Yamazato im Okura Prestige Hotel. „Hier gibt es traditionelle japanische Küche für höchste Ansprüche. Das gegrillte japanische Schwein mit Senf ist himmlisch – dafür muss man nicht nach Tokio fliegen! Die Einrichtung ist schlicht und luxuriös. Der Service japanischer als in Japan.“

„Das Hotel liegt wunderbar in den obersten Etagen eines Hochhauses, hat einen Außenpool mit atemberaubender Sicht über Bangkok und wunderschöne Zimmer sowie eine gelassene Zen-Atmosphäre – perfekt für eine Verschnaufpause in der brutalen Hektik Bangkoks.“

Gehen sie auf den ‚Sam Yan‘-Markt. Er ist zu einem sehr hygienisch (!), zum anderen gibt es dort von Currypasten und Pilzen über Gemüse und Obst alles – und das in bester Qualität.“

Tim Raue ist für seine Thai-Küche bekannt. Wo er in Bangkok frische Zutaten kauft? Auf dem Sam-Yan-Markt, wie hier auf einem Foto von 2013

Tim Raue ist für seine Thai-Küche bekannt. Wo er in Bangkok frische Zutaten kauft? Auf dem Sam-Yan-Markt, wie hier auf einem Foto von 2013. Foto: dpa Picture Alliance

Die besten Garküchen gibt es in den Seitenstraßen in Chinatown. Ich habe nirgendwo besseren ‚fried rice‘, Entensuppe und Som Tam gegessen.“

Garküchen, Märkte und jede Menge Ramschläden gibt es in Bangkoks Chinatown

Garküchen, Märkte und jede Menge Ramschläden gibt es in Bangkoks Chinatown. Foto: dpa Picture Alliance

* Tim Raue ist Sternekoch aus Berlin. Er liebt die asiatische Küche und kochte selbst schon in Bangkok. Was ihn an der Thai-Küche fasziniert, ist vor allem die Aromatik. „Die Verbindung aus der Süße von reifen Früchten, dem Chili, der Salzigkeit der unzähligen Fischsaucen und die Verwendung von gerösteten Nüssen machen die meisten Gerichte zu unverwechselbaren Achterbahnfahrten am Gaumen!“, schwärmt Raue im Gespräch mit TRAVELBOOK.

Tipps von Kostümbildnerin Jula Reindell*: Wo SHOPPEN?

Terminal 21: Der Name ist hier Programm: „Die Mall ist im Stil eines Flughafen-Terminals gebaut. Jedes Stockwerk ist verschiedenen Ländern oder Städten zugeordnet und dementsprechend gestaltet. Neben herkömmlichen, internationalen Marken findet man in der Mall auch kleine Läden, die Mode von Jungdesignern anbieten –  ausgefallen und individuell, zu einem oft günstigem Preis.“

Asiatique: Ein relativ neuer Nachtmarkt, geöffnet zwischen 16 und 24 Uhr. „Hier gibt es ganz, ganz viele kleine Läden – von Accessoires, Taschen, Deko-Sachen bis hin zu Kleidern. Viele davon sind Handarbeit, aus traditionellen Stoffen gefertigt. Auch Jungdesigner sind hier vertreten. Der Besuch lohnt sich sehr, es gibt viel zu entdecken und die Atmosphäre ist toll.“

Siam: „Hier ist sozusagen das Einkaufszentrum der Stadt! Es gibt ganz viele Malls, mein Favorit: das Siam Center. Hier gibt es sehr kreative Modelabels. Ich kann das Label ‚Flynow‘ empfehlen – sie machen bunte, kreative Mode aus ausgefallenen Stoffen mit tollen Mustern.“

Platinum Fashion Mall : „Dort haben junge Designer die Möglichkeit, kleine Läden anzumieten. Das ist eine einmalige Chance, seine Kleider anzubieten – besonders für jene Designer, die von Haus aus nicht viel Geld haben.“

* Julia Reindell lebt und arbeitet als selbstständige Kostüm- und Bühnenbildnerin in Mainz. Seit 2010 unterrichtet sie einmal im Jahr für sieben Wochen lang als Dozentin an der Modeuniversität CIDI in Bangkok. Dort vermittelt sie Schülern die Grundlagen in Illustration, Schnitterstellung und Drapieren. Reindell glaubt an Bangkoks Potenzial, sich als Modestadt dauerhaft behaupten zu können, auch wenn manche Designs für den europäischen Geschmack etwas „kitschig und sehr feminin“ sind, wie sie sagt.

Tipps von Kunstkurator Francisco Polo*: Wo Kunst sehen und kaufen?

„Es gibt so viele – zu viele – Kunstgalerien in Bangkok“, sagt Francisco Polo. „Leider entsprechen diese nicht dem internationalen Standard; keine großen Ausstellungen, keine großen Namen. Zwei Galerien kann ich aber empfehlen: zum einen die Serindia Gallery und zum anderen das RMAinstitute. Hier findet man ausschließlich thailändische Künstler.“

* Der gebürtige Spanier Francisco Polo ist Innenarchitekt, Kunstkurator und Gründer der Galerie We*Do Gallery in Bangkok. Hier stellt er High-end-Werke aus Innenarchitektur, Architektur und Design aus. Seiner Meinung nach ist die Kunstszene in Thailand längst nicht mit der in Europa oder Amerika zu vergleichen.

Tipps von Reise-BloggerIN Neni*: Wo feiern?

Vertigo Grill and Moon Bar. „Im 53. Stock des Banyan Tree Hotels gelegen hat man einen schönen Blick auf die ganze Stadt, vor allem wenn sie nachts so hell erleuchtet ist. Die Cocktails dort sind wirklich lecker!“

Titanium Bar. „Wer mal etwas anderes erleben möchte, ist hier richtig. Der Club hat einen Wodka-Raum, der extra gekühlt wird. Die Bar ist aus Eis, und die Barkeeper tragen alle schicke Uniformen. Auch musikalisch ist hier einiges los: Eine Girlband spielt unter der Woche Popmusik – Unterstützung bekommen sie von lokalen Rockbands.“

Route 66. Hier feiern die Einheimischen! Der Club hat jeden Tag geöffnet und ist immer voll. Von HipHop bis Electro: Die Musik hängt vom Wochentag ab, so bekommt jeder, was er will.

„Thailänder zahlen für den Eintritt in Clubs meist nichts, für Touristen starten die Preise ab circa fünf Euro. Bei Getränken vorher immer nach dem Preis fragen. Verhandelt man ihn nicht, wird man reingelegt und zahlt am Ende oft das Dreifache.“

*Denise Nestler, oder einfach nur Neni, bloggt auf neniandstyle.de über „die schönen Seiten des Lebens“ – für sie sind das vor allem Reisen, Schminke und Filme.

Wo schlafen?

In Bangkok gibt es eine riesige Auswahl an Hotels – von Low-Budget-Herbergen ab sieben Euro bis hin zu luxuriösen Design-Häusern, bei denen die Nacht auch schon mal 500 Euro kosten kann. Grundsätzlich gilt: Die Preise variieren stark nach Saison und Haus. Wer flexibel ist, sollte auf den bekannten Portalen Preise vergleichen – und bei einem Schnäppchen zuschlagen.

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