Überraschende Fakten

17 Dinge, die kaum jemand über Portugal weiß

Das Portugal schöne Strände hat – so wie die Praia da Dona Ana an der Algarve – weiß man. Aber es gibt auch Dinge, die sind weniger bekannt. Wir verraten einige unten.
Das Portugal schöne Strände hat – so wie die Praia da Dona Ana an der Algarve – weiß man. Aber es gibt auch Dinge, die sind weniger bekannt. Wir verraten einige unten.
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Portugal ist bekannt für schöne Strände, Portwein und eine große Leidenschaft für Fußball. Es gibt aber auch einige Fakten, die sind den meisten weniger bekannt. TRAVELBOOK verrät einige.

1. Portugal und England haben das älteste diplomatische Bündnis Europas

Schon im Jahr 1373 gingen die beiden Länder eine Allianz ein, die 1386 in den Vertrag von Windsor mündete und bis heute gültig ist. Portugiesen und Engländer sicherten sich neben einer „ewigen“ Freundschaft auch gegenseitige Unterstützung in vielen weiteren Punkten zu, etwa militärischer und wirtschaftlicher Art.

2. Die Engländer behaupten, den Portwein erfunden zu haben

Und wenn wir schon bei den Engländern sind: Die gehören nicht nur zu den Hauptkonsumenten des Portweins, sie meinen auch, sie hätten ihn im 17. Jahrhundert erfunden, indem sie dem Wein aus der Douro-Region Brandy hinzugefügt hätten, um zu verhindern, dass er beim Export nach England sauer wird. Die Portugiesen halten entgegen, schon in der Hochzeit der Seefahrerei habe es einen Prozess gegeben, der die Gärung stoppte und so die Süße der Traube behielt.

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Ein Regal mit alten Portwein-Flaschen

Ein Regal mit alten Portwein-Flaschen
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3. Bis 1928 galt in Portugal Linksverkehr

Auch das hat etwas mit dem Einfluss der Engländer zu tun, und damit, dass der Rechtsverkehr in Europa von den Franzosen erst unter Napoléon in vielen besetzten Ländern eingeführt wurde. In Portugal wurde erst am 1. Juni 1928 auf Rechtsverkehr umgestellt.

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4. Frankreich ist die zweite Heimat der Portugiesen

Mehr als eine Million Portugiesen und Portugiesisch-stämmige leben derzeit in Frankreich. Das erklärt auch, warum bei den Spielen Portugals während der EM so viele portugiesische Fans in den Stadien waren.

5. Portugal hat fast 3000 Kilometer Küste

Es mag zwar verwunderlich klingen, doch obwohl das Land recht klein ist, verfügt es über Tausende Küstenkilometer. Grund: Neben dem Festland (ca. 950 Kilometer Küste) gehören auch die Inselgruppen von Madeira (ca. 250 km) und die Azoren (ca. 670 km) zu Portugal.

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Paradiesisch: der Strand Praia do Alemão

Paradiesisch: der Strand Praia do Alemão
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6. Portugal hat die längste Brücke Europas

17,2 Kilometer lang ist die Ponte Vasco da Gama, die zwischen 1995 und 1998 anlässlich der Expo ’98 über den Fluss Tejo (z. Dt. Tajo) gebaut wurde. Fast eine Milliarde Euro kostete das Projekt, das Lissabon mit den südlich des Tajo liegenden Städten verbindet und die Route weiter in Richtung Süden für Autofahrer schneller gemacht hat.

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Die längste Brücke Europas: die Ponte Vasco da Gama

Die längste Brücke Europas: die Ponte Vasco da Gama
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7. Der reichste Portugiese ist…

… nicht etwa Cristiano Ronaldo, sondern eine Portugiesin: Maria Fernanda Amorim, Witwe des Unternehmers Américo Amorim. Das US-Magazin Forbes schätzt ihr Vermögen auf 4,17 Milliarden Euro. Reich geworden ist die Familie durch das Geschäft mit dem Kork.

8. Rio de Janeiro war portugiesische Hauptstadt

1807 flüchtete der portugiesische Hof um König Johann VI. vor Napoleons Truppen in die damalige Kolonie Brasilien, genauer gesagt nach Rio de Janeiro. Von 1808 bis 1821 war die Stadt am Zuckerhut die Hauptstadt Portugals.

9. Die japanische Spezialität Tempura wurde von Portugiesen erfunden

Was heute in jedem japanischen Restaurant auf der Speisekarte steht, geht auf portugiesische Jesuiten zurück. Das Missionieren der Bevölkerung – so ihr eigentlicher Auftrag – war nur bedingt erfolgreich, dafür übernahm die Bevölkerung die Zubereitungsart des „Tempura“, bei der Fisch und heute auch andere Lebensmittel in einem Teigmantel frittiert werden. Tempura ist aus dem Portugiesischen abgeleitet. Von welchem Wort genau, ist jedoch fraglich. Möglich wären etwa Tempero (z. Dt. Würze), aber auch têmporas, eine früher von Christen praktizierte Form des Fastens.

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10. Portugal hat selbst keinen Bacalhau

Wenn es etwas gibt, das man mit den Portugiesen assoziiert, dann ist es der berühmte Bacalhau, der Stockfisch, der auf bestimmte Weise getrocknet wird. Nur: Den dafür meist verwendeten Kabeljau gibt es in portugiesischen Gewässern praktisch nicht, weshalb der Fisch importiert werden muss. Und das in so üppigen Mengen, dass es eben reicht für Festmahle an Weihnachten, Neujahr, Heilige-Drei-Könige, Ostern…

Bacalhau à Bras nennt sich diese Variante der Portugiesen liebster Speise

Bacalhau à Bras nennt sich diese Variante der Portugiesen liebster Speise
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11. Die erste Flagge Portugals ähnelte der finnischen

Ein blaues Kreuz auf weißem Hintergrund, so sah die erste Flagge der Portugiesen aus. Blau sind heute nur noch die fünf Wappen in der Mitte. Das Grün in der Flagge kam erst 1910 hinzu, seitdem hat sie ihr heutiges Aussehen.

12. Eine Portugiesin brachte den Tee nach England

Ohne Katharina von Braganza gäbe es vermutlich die typisch britische Tea Time nicht. Denn es war die portugiesische Infantin, die aufgrund ihrer Hochzeit mit dem englischen König Karl II. den Tee, den sie so sehr mochte, im 17. Jahrhundert auf die Insel brachte.

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13. Lissabon hat wie Rom „7 Hügel“

Die Metropole am Tajo wurde der Legende nach inmitten von sieben Hügeln gegründet, bei denen es sich um die Hügel Sant’Ana, São Roque, Santo André, São Jorge, Santa Catarina, Chagas und São Vicente handeln soll. Allerdings ist heute nicht mehr ganz klar, worauf die Legende zurückzuführen ist, denn eigentlich hat Lissabon weitaus mehr Erhebungen.

Verträumt-schön: die Tram im Bairro Alto, der Altstadt von Lissabon

Verträumt-schön: die Tram im Bairro Alto, der Altstadt von Lissabon
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14. Fado steht buchstäblich für Schicksal

Was man den mitunter traurig sehnsüchtigen Klängen schon anhört, spiegelt sich auch im Namen wider. Das Wort Fado geht auf das lateinische fatum zurück, und das bedeutet: Schicksal.

So wie im Clube de Fado in der Alfama sieht es in vielen Fado-Kneipen in Lissabon aus

So wie im Clube de Fado in der Alfama sieht es in vielen Fado-Kneipen in Lissabon aus
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15. Der Portwein hat einen eigenen Bootstyp

Rabelo-Boote nennen sich die Schiffe, die um die 20 Meter lang sind und ab dem 18. Jahrhundert dazu dienten, den Portwein aus Weinregionen im Dourotal nach Porto bzw. Vila Nova de Gaia zu bringen. Etwa sechs Mann Besatzung war nötig, um das Schiff zu bedienen und die Fässer zu verladen. Heute dienen die Rabelo-Boote nur für touristische Zwecke oder Feierlichkeiten.

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Rabelo-Boote auf dem Douro in Porto

Rabelo-Boote auf dem Douro in Porto
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16. In Lissabon steht die älteste Buchhandlung der Welt

1732 hat die Livraria Bertrand in Lissabon eröffnet, und ist seitdem durchgehend in Betrieb. Das brachte der Buchhandlung im Stadtteil Chiado auch einen Guinnessbuch-Eintrag.
Adresse: Rua Garrett, 73-75 – Chiado – Lisboa

17. Benfica Lissabon ist der zweitgrößte Fußballverein der Welt

Lange Zeit war die portugiesische Hauptstadtmannschaft sogar auf Platz 1 der mitgliederstärksten Fußballvereine der Welt – bis ein anderer Klub mit rot-weißen Vereinsfarben Benfica überholte: der FC Bayern München. Dieser hat mittlerweile fast 291.000 Mitglieder, wohingegen der portugiesische Verein „nur“ etwa 231.000 hat.

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