19. Juni 2026, 12:59 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Unsere Autorin reist mindestens einmal im Jahr nach Mallorca – und ist sich sicher, dass sich das auch nicht so schnell ändern wird. Neben Party an der Playa hat die balearische Insel nämlich noch so einiges mehr zu bieten.
Immer, wenn ich erzähle, dass Mallorca mein liebstes Reiseziel ist, bekomme ich die gleiche Reaktion: „Ballermann? So hätte ich dich ja gar nicht eingeschätzt.“ Aber warum wird denn eine ganze Insel nur auf einen kleinen Strandabschnitt reduziert? Wissen die Leute denn nicht, dass Mallorca weit mehr zu bieten hat?
Mallorca hat den Ruf der Partyinsel schlechthin. In der Hochsaison sind die Hotels restlos ausgebucht und die beliebten Strände füllen sich mit Touristen aus aller Welt. Die eigentlich träumerische Insel wird immer mehr vom Massentourismus eingenommen und ist als „Ballermanninsel“ die perfekte Anlaufstelle für Junggesellenabschiede und Fußballmannschaften.
Das ist nicht einmal das Problem. Mich stören die Partyurlauber gar nicht. Ich sehe sie ja nicht. Die meisten wissen nur nicht, dass es auch andere Menschen auf die Insel zieht. Von Familien bis Yoga-Gruppen deckt Mallorca fast jede Zielgruppe ab. Trotz ihres „schlechten“ Rufes wird die Insel immer beliebter.
1. Mallorca kann mehr als die Vorurteile vermuten lassen
Wer an Mallorca denkt und nur Partymeile und überfüllte Strände im Kopf hat, hat die Insel vermutlich nie richtig kennengelernt. Ich reise seit mehr als 15 Jahren dorthin und war kein einziges Mal auf dem Ballermann. Wenn man also keine Lust auf betrunkene Partygruppen hat, kann man den Balneario 6 an der Playa de Palma einfach meiden.
Außerdem kann ich empfehlen, die bekanntesten Strände, wie Es Trenc oder die Playa de Magaluf, nicht anzusteuern. Ich halte lieber Ausschau nach kleinen, versteckten Buchten. Die schönsten und ruhigsten sind meist die, die nicht mit dem Auto erreichbar sind, sondern nur zu Fuß oder mit dem Boot.
Ein absolutes Highlight ist zum Beispiel die Serra de Tramuntana. Meiner Meinung nach ist das Gebirge einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe. Vor allem für Wanderer und Fahrradfahrer ist es ein Paradies. Die Wege führen durch Schluchten, vorbei an Orangenhainen und kleinen Bergdörfern und geben das Gefühl, weit weg von Stress, Alltagstrott und Stadtleben zu sein.
Wer es trotzdem turbulenter mag, kann natürlich auch abseits vom Ballermann feiern gehen. Im BCM Planet Dance legen am Wochenende weltbekannte DJs auf. Alternativ gibt es unzählige Beachclubs oder die lokalen Bars im angesagten Viertel Santa Catalina in Palma.
2. Die Insel bietet das ganze Jahr über Reiseanlässe
Was ich so gerne an Mallorca mag, ist, dass jede Jahreszeit dort einzigartig und wunderschön ist. Im Sommer ist es warm, voll und laut. Ich persönlich liebe die Hitze und die Belebtheit der Insel von Juni bis September. Wer es aber ruhiger und traditioneller mag, sollte im Frühling oder Spätsommer kommen. Zu dieser Jahreszeit ist es weniger überfüllt, Unterkünfte und Flüge sind billiger, aber der mallorquinische Charme ist trotzdem geboten. Ich habe oft sogar das Gefühl, dass sich Mallorca genau dann von seiner besten Seite zeigen kann.
Im Spätsommer und Herbst steigen die Temperaturen durchschnittlich auf 23 bis 27 Grad und auch das Meer ist durch den heißen Sommer meist angenehm warm. Im Frühling zeigt sich Mallorcas Natur besonders eindrucksvoll. Von Ende Januar bis März steht auf Mallorca die Mandelblüte, wodurch große Teile der Insel in ein zartes Meer aus Weiß und Rosa verwandelt werden. Finden kann man die rosa Bäume zum Beispiel rund um Manacor, Sóller oder Andratx.
3. Man ist easy und schnell vor Ort
Für mich ist es wichtig, dass die An- und Abreise nicht schon so viel Mühe und Energie verbraucht, dass sich der Urlaub gar nicht mehr lohnt. Mallorca ist das perfekte Reiseziel, um „einfach mal schnell ins Warme zu fliegen“. Täglich gibt es von fast allen Flughäfen in Deutschland recht billige Flüge. Mallorca ist einer der wenigen Orte, bei denen ich nicht wochenlang planen muss. Wenn mich das Fernweh packt, kann ich einen Flug buchen und wenige Stunden später den Blick aufs Meer genießen. Ein Urlaub, der nicht mit viel Aufwand verbunden ist, ist manchmal genau das, was ich brauche.
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4. Die Kulinarik ist einzigartig und lecker
Eines der besten Dinge für mich im Ausland ist es, das Essen dort zu probieren. Ich muss mich auf Reisen immer durch die traditionelle Küche durchessen, um mir meine eigene Meinung zu verschaffen. Über die mediterrane, mallorquinische Kulinarik kann ich sagen: Es schmeckt einfach gut. Die Küche ist vor allem geprägt von saisonalen Produkten, Gemüse und frischem Fisch. Zu den bekanntesten Gerichten zählen Tumbet, ein traditioneller Gemüseauflauf aus Auberginen, Paprika, Kartoffeln und Tomatensoße, oder das „inoffizielle Nationalgericht“ Pa amb oli, geröstetes Brot mit Tomate und Olivenöl.
Die Spanier wissen, wie man die Mahlzeiten zelebriert. Vor allem das Abendessen wirkt auf mich immer wie ein soziales Event und der Höhepunkt des Tages (der übrigens nicht vor frühestens 21.00 Uhr stattfindet). Nicht falsch verstehen, ich liebe deutsches Essen, freue mich aber trotzdem jedes Mal auf die Esskultur und das damit verbundene Lebensgefühl auf Mallorca.
5. Mallorca ist und bleibt mein persönlicher Wohlfühlort
Hat nicht jede Person diesen einen Ort, an dem man sich einfach immer gut fühlt? Für mich ist das Mallorca. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein zweites Zuhause. Deswegen verteidige ich Mallorca auch so sehr. Um ehrlich zu sein, macht es mich manchmal schon ein bisschen wütend, wenn ich merke, wie schlecht der Ruf der Insel mittlerweile geworden ist. Ich glaube, vielen ist gar nicht klar, wie schön die Balearen und vor allem Mallorca überhaupt sind.
Nach jahrelangen Urlauben kenne ich mich wirklich gut dort aus und weiß, wo meine liebsten Spots sind. Genau das macht es so besonders für mich. Mallorca hat sicherlich seine Ecken und Kanten. Ich glaube, das wahre Problem liegt darin, dass Millionen Menschen auf die Insel reisen, ihre einzigartigen Facetten aber gar nicht erleben.