27. September 2025, 7:28 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Campus Garching der Technischen Universität München bietet für seine Studierenden eine ganz besonders skurrile Attraktion. Denn im Gebäude für Mathematik und Informatik befindet sich eine sogenannte Parabelrutsche, auf der man über mehrere Stockwerke einmal durch das Gebäude sausen kann. Diesen Spaß ließ sich sogar ein ehemaliger bayerischer Ministerpräsident nicht entgehen.
Lernen und dabei auch noch Spaß haben? Dass beides gleichzeitig möglich ist, beweist der Campus der Technischen Universität München in der bayerischen Kleinstadt Garching. Denn dort laufen die Studierenden (und Professoren) mitunter nicht in die Hörsäle, sondern sie rutschen. Richtig gelesen, und das dank einer sogenannten Parabelrutsche, deren zwei Röhren über mehrere Stockwerke gehen. Und auch mehr als 20 Jahre nach ihrer Einweihung erfreut sich der Spielplatz für Erwachsene im Gebäude für Mathematik und Informatik noch größter Beliebtheit.
Die Geschichte der Parabelrutsche am Campus Garching reicht zurück bis ins Jahr 2002. Damals rief die Uni laut offizieller Website einen Wettbewerb ins Leben. „Ziel war es, ein Kunstobjekt zu schaffen, das inhaltlich die damalige Fakultät für Mathematik widerspiegelt und gleichzeitig einen Mehrwert für den Aufenthalt im Gebäude schafft“, so ein Sprecher der TU München gegenüber TRAVELBOOK. Junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region waren dazu aufgefordert, einen Vorschlag dazu einzureichen. Aus den acht Bewerbungen wählte eine Fachjury, „bestehend aus Professorinnen und Professoren sowie Vertreterinnen und Vertretern der Studierenden“, schließlich den Gewinner.
Rutschen nach mathematischer Formel
Und das war eben die Parabelrutsche des in München ansässigen Büros „Brunner und Ritz“. Deren Parabelrutsche überzeugte die Juroren von allen Projekten am meisten, und so wurde die ungewöhnliche Attraktion am 10. Dezember 2002 offiziell eingeweiht. Dass es sich bei der TU München um eine Elite-Hochschule handelt, zeigt der hohe Besuch an diesem Tag. Denn der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber höchstselbst ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit dem damaligen TUM-Präsidenten Prof. Dr. Dr. hc. mult. Wolfgang A. Herrmann, die Rutsche einzuweihen.
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Und die hat es wirklich in sich, denn auf einer „Fahrt“ mit der Parabelrutsche überwindet man 13 Meter Höhenunterschied über drei Stockwerke. Dabei ist das eigenwillige Kunstobjekt auch etwas für echte Mathematik-Nerds. „Die Rutschen bilden die Form einer Parabel, also einer nach oben oder unten offenen, symmetrischen Kurve. Die Formel (z = y = h x² / d²) wird dabei auf die Magistrale angewandt – sie enthält also die tatsächliche Höhe der Rutsche, den Abstand zwischen den Einstiegspunkten und das Fußbodenniveau als Faktoren.“ Muss man als Laie aber nicht unbedingt verstehen, um beim Rutschen Spaß zu haben.
Dauerhaft beliebt
Damit das Vergnügen auch ein sicheres ist, wird die Parabelrutsche regelmäßig vom TÜV Süd überprüft und gegebenenfalls gewartet. Die Firma Salzgitter AG fertigte sie damals eigens aus 12 Millimeter dicken Stahlrohren. Und auch mehr als 20 Jahre nach ihrer Einweihung erfreut sich die Rutsche laut der Uni größter Beliebtheit. Übrigens nicht nur bei Studierenden, sondern auch bei Gästen wie den regelmäßig zu Besuch kommenden Schulklassen. „Genaue Zahlen zur Nutzung erheben wir nicht. Die Teppiche, die zum Rutschen bereitgestellt werden, müssen aber regelmäßig erneuert werden – das zeigt das nach wie vor große Interesse an diesem Kunstobjekt am Bau.“
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Wer das Vergnügen auf der Parabelrutsche jetzt selbst einmal erleben möchte, hat dazu während der regulären Öffnungszeiten des Uni-Campus Garching Gelegenheit. Diese entnehmen Sie bitte der offiziellen Website. Laut dieser muss man mindestens 11 Jahre alt sein, um rutschen zu dürfen.