Infos und Erfahrungsberichte

Wie läuft die Corona-Rückerstattung bei Ryanair und Easyjet?

Stornierte Flüge: Airlines Rückerstattung
Wegen der Corona-Pandemie wurden die meisten Flüge weltweit gestrichen. Viele Kunden haben immer noch keine Rückerstattung.
Foto: Getty Images

Während der Corona-Krise wurden tausende Flüge storniert – doch viele Kunden hatten und haben immer noch Probleme, ihr Geld zurückzubekommen. TRAVELBOOK gibt Infos, zeigt Erfahrungsberichte und hat Tipps, wie Sie an ihr Geld kommen.

Während des Frühjahrs war wegen der Corona-Pandemie der Flugverkehr weltweit größtenteils zum Erliegen gekommen. Viele Fluggesellschaften erschwerten jedoch die Rückerstattung des Reisepreises. Stattdessen boten und bieten sie kostenlose Umbuchungen und Gutscheine an. Versuche, die Fluggesellschaften telefonisch zu kontaktieren, sind meist vergeblich, E-Mails werden ebenso wenig beantwortet.

TRAVELBOOK erklärt, wie Sie bei Ryanair und Easyjet Ihr Geld zurückbekommen. 

Corona-Rückerstattung bei Ryanair

Ryanair bietet bei stornierten Flügen die Möglichkeit, eine Rückerstattung zu beantragen oder die Reise umzubuchen oder umzuleiten. Auf dieser Seite kann man über einen Link-Button entweder eine „Erstattung beantragen“ oder den „Flug ändern“. Beide Links führen allerdings nur zum Login zum eigenen Kundenkonto. Und wer hier die Rückzahlung seiner Flugkosten beantragen will, kommt  unter Umständen am Ende auch nicht weiter.

Ryanair selbst teilt mit, „der beste Weg, Ihre Buchung zu verwalten“, bestünde darin, die Reise auf ein späteres Datum zu verschieben oder einen Gutschein zu akzeptieren. Das Erstattungsverfahren hingegen könne aufgrund des hohen Kontaktaufkommens länger dauern.

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Wie unterschiedlich die Erfahrungen bei der Erstattungen sein können, musste auch zwei Redakteure erfahren. 

TECHBOOK-Redakteur Adrian Mühlroth buchte bei Ryanair

„Meine Frau und ich hatten vom 21. bis zum 23. März einen Wochenend-Trip nach London geplant und unseren Flug ab Berlin bei Ryanair gebucht. Etwa zwei Wochen vor der Abreise erhielten wir dann von Ryanair eine E-Mail mit der Aufforderung, die Flüge auf ein späteres Datum umzubuchen. Gebührenfrei, wie es hieß. Aber die neuen Flüge wären deutlich teurer gewesen. Deswegen wollte ich pokern und schauen, ob unsere Flüge gestrichen werden und wir einfach das Geld zurückbekommen.

Vergangene Woche erhielten wir dann die Nachricht, dass die Hinflüge tatsächlich gestrichen worden seien. Da für uns keine Umbuchung infrage kam, wollte ich die Flüge noch am Abflugtag online stornieren. Das Stornierungsformular, das mir per Mail zugeschickt wurde, konnte ich jedoch nicht ausfüllen, da meine Buchung mit der Fehlermeldung „Ihre Flugreservierung ist nicht [sic] ungültig“ abgelehnt wurde.

Am darauffolgenden Tag habe ich dann versucht, den Ryanair-Support zu kontaktieren – sowohl über die Ryanair-App als auch über die Webseite und Twitter-Seite der Airline. Auf der Webseite habe ich ungefähr eineinhalb Stunden gewartet, bis ich genug hatte. Erst am Dienstag kam eine Antwort vom Kundensupport auf Twitter, die aber auch nicht weiterhalf.

Nach drei Monaten bekam ich dann endlich eine Antwort von Ryanair – man hatte mir einfach einen Gutschein ausgestellt. Ich wollte zwar eigentlich die Rückzahlung, aber immerhin etwas… “

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myHOMEBOOK-Redakteurin Laura Graichen buchte ebenfalls bei Ryanair

„Ich hatte Anfang des Jahres einen Oneway-Flug mit Ryanair von Marrakesch nach Berlin für den 29. März gebucht. Vor Kurzem bin ich dann von Ryanair per E-Mail darüber informiert worden, dass der Flug aufgrund der Corona-Pandemie gecancelt worden sei. Gleichzeitig habe ich aber zwei Vorschläge für eine Entschädigung erhalten: Entweder ich buche den Flug um oder kriege ihn ersetzt.

Ich entschied mich für die Erstattung. Über ein Online-Menü bin ich direkt zum entsprechenden Formular weitergeleitet worden. Nachdem ich alle notwendigen Angaben eingetragen hatte, bekam ich die Bestätigung, dass mein Antrag nun geprüft werde. Innerhalb der nächsten sieben Werktage wurde das Geld auf mein Konto überwiesen.“

 

Corona-Rückerstattung bei Easyjet

Bei Easyjet gibt es ebenfalls die Optionen Umbuchung, Gutschein oder Stornierung und Erstattung. Wie auch bei Ryanair wird die Erstattung eindeutig am wenigsten erklärt und ausgewiesen. Selbst wer es, über Umwege, zu dem Erstattungsformular der Airline geschafft hat, wird noch versucht vom Gutschein zu überzeugen.

Wer sich für die Erstattung entscheidet, kann laut Easyjet mit einer Rückerstattung „innerhalb von 30 Tagen ab dem Datum einer Online-Anfrage“ rechnen.

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Anwalt rät: Einschreiben an die Airline schicken

„Die Airlines wollen es Kunden jetzt so schwer wie möglich machen, an ihr Geld zu kommen, da durch die kompletten Erstattungen ihre Liquidität gefährdet wird“, sagt Jan Bartholl, Fachanwalt für Reiserecht und europäische Fluggastrechte, zu TRAVELBOOK. Es bestehe jedoch ein gesetzlicher Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises.

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Passagieren, deren Flüge gestrichen worden seien, rät Bartholl, „die Airline nachweislich aufzufordern, den Flugpreis zu erstatten“. Nachweislich hieße, am besten per Einschreiben mit Rückschein.

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