Unter bestimmten Auflagen

Unglücksmaschine Boeing 737 Max darf wieder fliegen

Boeing 737 Max
Nach zwei Flugzeugabstürzen mussten weltweit alle Boeing-Maschinen des Typs 737 Max am Boden bleiben
Foto: Getty Images

Nach zwei Flugzeugabstürzen mit mehreren hundert Toten mussten die 737-MAX-Maschinen des US-amerikanischen Flugzeugbauers Boeing 20 Monate am Boden bleiben. Jetzt haben die Behörden das Flugverbot aufgehoben.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat grünes Licht für den Flugbetrieb der Unglücksmaschine Boeing 737 Max gegeben. Unter Auflagen dürfe die vor 20 Monaten mit einem Startverbot belegte Maschine des US-Flugzeugbauers Boeing wieder abheben, teilte die FAA am Mittwoch mit. Voraussetzung sei aber neben speziellen Piloten-Schulungen eine neue Steuersoftware. FAA-Chef Steve Dickson erklärte im Interview mit Reuters, er sei zu 100 Prozent von der Sicherheit der Boeing 737 MAX überzeugt. „Wir haben alles menschenmögliche dafür getan, dass diese Art von Abstürzen nicht erneut geschehen kann“, sagte der ehemalige US-Luftwaffenpilot.

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Flugzeugabstürze mit 346 Toten

Das Boeing-Erfolgsmodell 737 MAX wurde nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten im März 2019 aus dem Verkehr gezogen. Als Unglücksursache galten Probleme mit der Steuerung. Nach der FAA müssen auch führende Aufsichtsbehörden in Europa, Brasilien und China nach unabhängigen Überprüfungen ihre eigenen Genehmigungen für ihre Fluggesellschaften erteilen. Dickson erwartet, dass dies zeitnah geschehen wird.

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American Airlines hatte zuletzt erklärt, ab 29. Dezember mit der 737 Max wieder abzuheben. Southwest Airlines, der weltweit größte 737-Max-Betreiber, plant, das Flugzeug erst im zweiten Quartal 2021 wieder zu fliegen.

An den Börsen löste die Startfreigabe der 737 MAX eine Erleichterungsralley bei US-Fluggesellschaften aus. Die Aktien von American Airlines, Delta und United gewannen im vorbörslichen US-Geschäft jeweils etwa zwei Prozent. Boeing-Titel stiegen um 5,6 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Monats-Hoch von 221,90 Dollar.