Schon 30 der Super-Jets sind vorbestellt!

Überschallflugzeug soll in 3,5 Stunden von London nach New York fliegen

So soll die Overture aussehen, wenn sie losfliegt
So soll die Overture aussehen, wenn sie losfliegt
Foto: Boom

Es war ein einzigartiger technischer Rückschritt in der Fliegerei: 2003 wurde der Betrieb der letzten Concorde eingestellt. Das Luxus-Überschallflugzeug traf nicht mehr den Nerv der Zeit. Doch seit einigen Jahren plant ein US-Unternehmen eine „Neuauflage“. Jetzt werden die Pläne um das neue Überschallflugzeug „Ouverture“ konkreter.

Sie galt als Inbegriff des Luxus: Die Concorde. In weniger drei Stunden brachte sie mit Schallgeschwindigkeit (Mach 2) Flugreisende von London nach New York. Doch das Überschallflugzeug war auch laut und extrem umweltschädigend, denn es hatte einen enormen Treibstoffverbrauch. Hinzu kam der Unfall im Juli 2000, als eine Maschine auf der Landebahn Feuer fing und gegen ein Hotel prallte, 113 Menschen starben bei der Katastrophe.

Wenig Kerosinverbrauch, erschwingliche Tickets

Dort plant man bereits seit 2014 einen neuen und verbesserten Super-Jet, der mit rund 2300 km/h 2,6 Mal so schnell wie normale Flugzeuge sein soll. Das „Overture“ genannte Flugzeug mit Platz für 55 Passagiere soll sicherer, profitabler und vor allem umweltschonender sein, erklärt „Boom“ auf seiner Website. Dank der besonderen Aerodynamik und emissionsarmer Triebwerke erwartet man, dass der CO2-Fußabdruck nicht höher sein werde als von normalen Passagierflugzeugen.

In 20 Jahren werden DOPPELT so viele Menschen wie heute fliegen

Man wolle den Kerosinverbrauch pro Sitz im Vergleich zur Concorde um 30 Prozent unterbieten. Durch den vergleichsweise geringen Kraftstoffverbrauch könnte man auch mit einem relativ niedrigen Ticketpreis profitabel bleiben. So will „Boom“ Tickets für circa 5000 Dollar für einen Flug von London nach New York verkaufen – das ist vergleichbar mit dem Preis eines Tickets in der Business-Class.

Bei der Innenausstattung können sich die 55 Passagiere auf Luxus einstellen

Bei der Innenausstattung können sich die 55 Passagiere auf Luxus einstellen
Foto: Boom

Auch in Punkto Lautstärke will man mit Overture punkten. Normalerweise ist der, bei Überschallflügen unvermeidbare, Knall so laut, dass in den USA bisher Land-Überschallflüge verboten sind. „Boom“ plant jedoch mit der Overture nur einen Knall von 85 Dezibel, das ist vergleichbar mit der Lautstärke einer Hauptverkehrsstraße. Dann könnten sogar Flüge von Küste zu Küste der USA möglich sein – eine sehr lukrative Strecke. Bisher ist allerdings noch nicht klar, mit welcher Technik das Unternehmen diesen leisen Überschallknall erreichen will.

Anzeige: 4 Tage im 5*-Luxushotel auf Sylt inkl. HP, Spa-Zugang & Extras ab 349€ p.P.

Schon großes Interesse

Fakt ist, dass es trotz vieler Unklarheiten bereits zahlreiche Investoren und Interessenten gibt. Laut „Boom“ gehören zum Beispiel Google, Airbnbn und Dropbox zu den Kapitalgebern. Fünf Airlines, darunter Japan Airlines und die Virgin Group, haben bislang schon Interesse an den Überschall-Jets geäußert, 30 Flugzeuge wurden schon vorbestellt – trotz des Preises von 200 Millionen Dollar pro Stück.

Aktuell baut „Boom“ allerdings noch an einer kleinen Testversion der Overture, dem XB-1, der noch in diesem Jahr erstmals abheben soll. Mitte der 2020er Jahre soll dann auch der Passagierverkehr mit Overture möglich sein.

Das Testmodell zu der Overture: Der XB-1

Das Testmodell zu der Overture: Der XB-1
Foto: Boom

Die besten Reise-Storys kostenlos vorab lesen! Jetzt für den TRAVELBOOK-Newsletter anmelden!

Gibt es also ein Comeback der Überschall-Flüge?

Das bleibt abzuwarten.  Die Hälfte (49 Prozent) will jedoch nicht mehr bezahlen als bisher. Und die Sicherheit? 17 Prozent wären bei Überschallflügen sehr besorgt, 39 Prozent immerhin ein bisschen.