TRAVELBOOK erklärt

Das bedeuten die Streifen auf der Uniform von Piloten

Pilot Uniform Streifen
Man findet sie auf der Uniform eines jeden Piloten: Streifen in unterschiedlicher Anzahl
Foto: Getty Images

TRAVELBOOK hat bei Experten nachgefragt und erklärt, welche Bedeutung die Streifen auf der Pilotenuniform haben.

Sie ist das Statussymbol eines jeden Piloten: Wer ein Flugzeug steuert, trägt, für alle sichtbar, eine Uniform – und an dieser befinden sich Schulterklappen mit Streifen. Doch ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass keineswegs jede Uniform dieselbe Anzahl an Streifen aufweist? TRAVELBOOK hat sich von Experten erklären lassen, wieso das ist.

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Der Flugkapitän hat vier Streifen

Pilot Patrick Biedenkapp, der für eine große deutsche Fluggesellschaft fliegt und über seine Arbeit regelmäßig bei Instagram und auf seinem Blog berichtet, erklärt: „Die Streifen stehen für den Dienstgrad und auch gleichzeitig für die Verantwortung. Die Anzahl und Breite der Streifen können bei Fluggesellschaften abweichen, und es gibt keine einheitliche Vorgabe.“ Generell gelte aber: Der Kapitän oder Pilot in Command einer Maschine trage stets vier Streifen, was darauf hinweise, dass er verantwortlich für die Sicherheit ist und auch die Entscheidungs- und Weisungsbefugnis an Bord hat.

Streifen Pilot

Vier Streifen hat nur der verantwortliche Pilot
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15-20 Jahre bis zum Kapitän

Biedenkapp weiter: „Der Co-Pilot oder First Officer trägt drei Streifen. Er vertritt zum Beispiel auf Ultra-Langstreckenflügen den Kapitän während dessen Ruhepause. Es gibt auch eine Variante, bei der einer der drei Streifen breiter ist. Dies impliziert ein höheren Erfahrungsgrad.“ In Einzelfällen trage ein solcher First Officer, der gerade erst am Anfang seiner Karriere stünde, auch nur zwei Streifen – dies weise darauf hin, dass er weniger Erfahrung habe als ein Drei-Streifen-Co-Pilot.

Markus Wahl, Pressesprecher der „Vereinigung Cockpit“, ergänzt: Es gibt Airline-spezifische Besonderheiten, wie zum Beispiel einen Second Officer bei der Cathay Pacific, der dann nur zwei Streifen trägt. Diese deuten darauf hin, dass diejenige Person die Abläufe noch lernen muss.“ Bei der Lufthansa gebe es zudem auch den Rang eines Senior First Officer, der zum Beispiel auf Ultralangstreckenflügen zum Einsatz kommen könne.

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Wahl verrät auch, wie viel Zeit und Aufwand es kostet, um sich die Höchstzahl von vier Streifen zu verdienen: „Um Kapitän zu werden, benötigt man im Schnitt 15-20 Jahre Erfahrung – das sind 10.000 bis 15.000 Flugstunden.“ Dazu müsse man im Flugsimulator trainieren, regelmäßige Arztbesuche absolvieren und überwachte Trainingsflüge durchführen – dann habe man eine Chance auf das Kapitänstraining, in dem der Lernfortschritt unter Aufsicht erfahrener Mitarbeiter wiederum geprüft werde. Diese Schulung könne noch einmal ein halbes bis dreiviertel Jahr dauern.

Woher die Streifen auf den Pilotenuniformen überhaupt kommen, erklärt Robin Kiely, Head of Communications bei Ryanair: „Sie sind historisch zu begründen. Die Pilotenuniformen der Passagierfluggesellschaften sind auf traditionelle Militär- und Marineuniformen zurückzuführen, wobei die Streifen hierarchische Ränge repräsentieren.“ Die Anzahl der Streifen sei übrigens ein international vereinheitlichter Standard, „vereinzelt mit kleinen Unterschieden bei den Langstreckenbetreibern.“ Auch könnten die Mützen und Jacken von Linienpiloten bestimmte Details enthalten, die auf Unterschiede zwischen Lang- und Kurzstrecken hinweisen.

 

Und hier noch einmal die Status-Übersicht für die Streifen auf der Uniform:

  • Vier Streifen: Kapitän
  • Drei Streifen: Co-Pilot bzw. First Officer oder Senior First Officer
  • Zwei Streifen: First Officer mit weniger Erfahrung oder Second Officer, airlinespezifisch