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„Atlas der Vorurteile”

Für die Schweden sind wir „Menschen ohne Mode“

Für die Niederlande ist Italien das Pastaland und unter den Rumänen haben die deutschen Damen den ehrenhaften Ruf „Schwabbelweiber“ zu sein – im „Atlas der Vorurteile“ zeigt der Illustrator liebevoll, wie Europa sich gegenseitig sieht: Ganz offensichtlich kümmert man sich im Osten selbst um den verstopften Abfluss, während man sich im Westen natürlich einen Klempner zur Hilfe holt. Und glaubt man den Norwegern, ist Polen das Land der Billiglöhner. Yanko Tsvetkov zeigt, wie andere denken.

Ganz klar: Die Spanier essen den ganzen Tag nichts als Stierhoden, die Franzosen ernähren sich ausschließlich von Froschschenkeln und in Korsika kommt Madenkäse auf den Tisch. Was die Europäer über die kulinarischen Vorlieben ihrer Nachbarn denken, lässt sich bunt auf weiß in der Horrorküchen-Landkarte ablesen.

Schonungslos deckt der bulgarische Designer Yanko Tsvetkov in seinem zweiten „Atlas der Vorurteile“ auf, wie die Welt aus Sicht der anderen aussieht. Die Idee ist so einfach wie genial: In seinen illustrierten Karten ersetzt der Autor die Ländernamen durch lustige und teils bitterböse Klischees. Zum Beispiel sind die Deutschen für die Norweger die großen „EU-Strippenzieher“ und der Äquator verläuft entlang der Breitengrade Norditaliens. Für die Rumänen ist Italien „Rumänien V.2“ und Frankreich ein riesiger „Zigeuner-Campingplatz“.

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Neben neuen Landkarten mit nationalen Stereotypen hat Tsvetkov auch unter die Lupe genommen, wo die Grenzen der europäischen Wahrnehmung verlaufen, zum Beispiel die  zwischen guter und schlechter europäischer Küche oder zwischen den faulen und den fleißigen Europäern. Und er zeigt, wie die Welt aus Sicht eines Facebook-Nutzers aussieht.

Das Buch besteht aber nicht allein aus Illustrationen: In begleitenden Texten beschäftigt sich Tsvetkov mit der Frage, woher unsere Vorstellungen auf die Welt eigentlich rühren und was das für unser klischeehaftes Denken bedeutet.

Der „Atlas der Vorurteile 2“ ist beim Knesebeck-Verlag erschienen und kostet 16,95 Euro.

TRAVELBOOK gewährt schonmal einen kleinen Einblick ins Buch – in der Foto-Galerie oben! 

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