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»Mit dem Bulli durch Norwegen? Nie wieder!

Mit dem Campervan durch Norwegen – TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal würde so nicht noch einmal Urlaub machen wollen
Mit dem Campervan durch Norwegen – TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal würde so nicht noch einmal Urlaub machen wollen Foto: Katharina Regenthal/Collage TRAVELBOOK
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Katharina Regenthal
Redakteurin TRAVELBOOK

27. April 2026, 11:29 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Unabhängigkeit, Freiheit, kein Zeitdruck – und jeden Morgen an einem anderen Ort mitten in der Natur aufwachen! Genau so stellen sich viele Urlaub mit einem Campervan vor. TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal hat es selbst ausprobiert und ist zwei Wochen mit dem Van durch Norwegen gereist. Ihr Fazit? Nie wieder!

Zwei Wochen durch Norwegen reisen, dort anhalten und schlafen, wo es einem gefällt – genau so habe ich mir meinen ersten Urlaub mit dem Campervan vorgestellt. Und was soll ich sagen? Genau so war es – und trotzdem würde ich so nie wieder Urlaub machen wollen! Ich bereue die Reise zwar keine Sekunde. Norwegen ist ein traumhaft schönes Land, mitten in der Natur aufzuwachen ist einmalig, und ich will auf jeden Fall noch einmal dorthin. Mit dem Campervan wird das aber auf keinen Fall passieren. Klingt dramatisch, aber ich habe gute Gründe, wie ich finde.

Campervan-Urlaub nur für junge Menschen?

Im Sommer durch Norwegen mit dem Campervan – das stand auf meiner Bucketlist und im vergangenen Jahr konnte ich die Reise endlich umsetzen. Zwei Wochen sind fast schon zu kurz, um wirklich voranzukommen. Im Nachhinein bin ich aber ehrlich gesagt froh, dass die Urlaubstage dann doch nur für diesen Zeitraum gereicht haben. Aber von vorne.

Von Berlin ging es los Richtung Fehmarn, um dann nach Dänemark überzusetzen. Ganz schön aufregend fand ich das alles. Auch die erste Nacht in dem kleinen Van auf der dünnen Matratze fand ich toll und irgendwie gemütlich und muckelig. Doch mit jeder weiteren Nacht stellte ich mir immer mehr die Frage: Was mache ich hier eigentlich? Denn wirklich komfortabel ist so ein Van nicht. Die Matratze ist dünn, man kann nicht aufrecht sitzen und es ist eng. Mit Anfang 30 scheine ich das nicht mehr so gut wegstecken zu können – vielleicht ist so eine Camperreise auch eher was für die jungen Menschen ohne Rückenprobleme?!

Allerdings waren die Matratze bzw. Schlafqualität gar nicht so dramatisch – denn mein Problem lag eigentlich ganz woanders. Es gibt Schlimmeres, als morgens irgendwo im Nirgendwo aufzuwachen und dabei direkt auf einen See zu schauen oder auf verschneite Bergspitzen. Aber wirklich nicht vereinbar mit meinem Anspruch an einen Urlaub war die Toiletten-Situation.

Direkt am Fjord morgens aufwachen – einmalig
Direkt am Fjord morgens aufwachen – einmalig Foto: Katharina Regenthal

Ohne Toilette, ohne mich

Campen ohne Toilette ist, sagen wir mal, herausfordernd. Während der zwei Wochen ging es nur zweimal auf einen Campingplatz – die anderen Male standen wir mitten in der Natur. Mal direkt am Fjord, mal in einer Höhe von über 1000 Metern – und mal auch nur auf einem Schotterparkplatz. Sein Geschäft da zu erledigen, ist nicht immer so leicht. Wir hatten eine kleine Campingtoilette dabei. Wobei ich finde, dass der Name dem Teil nicht gerecht wird. Denn im Grunde handelt es sich einfach nur um einen Eimer mit Klobrille und Deckel. Da kommt eine Tüte rein und da wiederum das Geschäft.

Eine richtige Toilette gibt es in so einem Campervan also nicht – und da liegt mein Problem. Ich will nicht jeden Morgen erstmal überlegen, wo oder wie ich jetzt zur Toilette (oder ins Gebüsch) komme. Ich will nicht darüber nachdenken, wo ich den „Abfall“ anschließend entsorgen kann. Und ich will auch nicht alles zusammenpacken und zur nächsten öffentlichen Toilette fahren. Wobei ich hier einmal einwerfen muss, dass die öffentlichen WCs in Norwegen wirklich der Wahnsinn sind. Jede einzelne Toilette war sauber und verfügte über ausreichend Klopapier – selbst das Plumpsklo war einigermaßen erträglich. Erwähnen muss ich dabei aber auch, dass ich natürlich sonst nur den Vergleich mit den öffentlichen Toiletten in Berlin habe – da kann Norwegen ja nur gewinnen.

Über eine Dusche oder ein Waschbecken verfügt so ein Campervan natürlich auch nicht. Aber ganz ehrlich? Damit konnte ich leben. Auch, wenn das Duschen bei „sommerlichen“ Temperaturen von gefühlt 15 Grad doch recht frisch war – damit kann ich doch dann deutlich besser umgehen als mit den anderen Gegebenheiten.

Die Reise mit dem Camper hat Vor- und Nachteile. Klarer Vorteil: Überall anhalten können
Die Reise mit dem Camper hat Vor- und Nachteile. Klarer Vorteil: Überall anhalten können Foto: Katharina Regenthal
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Wenig Flexibilität, höhere Preise

Ein Campervan hat grundsätzlich gegenüber einem Wohnmobil natürlich den Vorteil, dass er deutlich kleiner und flexibler ist. Oftmals waren nur noch kleinere Plätze übrig, die für uns perfekt gepasst haben – für ein Wohnmobil hätte es aber nicht gereicht. Doch so richtig flexibel ist man dann auch wieder nicht. Auf unserer Reise waren wir unter anderem auch in Oslo und Bergen – und mit dem Van wird das schnell mal zum Problem. Der Wagen ist zu hoch für Parkhäuser, aber nicht jeder öffentliche Parkplatz ist geeignet, um einen Van oder ein Wohnmobil dort abzustellen. Oftmals hieß es in den Bewertungen, dass die Aufbruchsgefahr groß ist.

Heißt, man musste lange suchen, um einen passenden Platz zu finden. Als flexibel empfinde ich das nicht. Da wäre man mit einem normalen Auto deutlich entspannter unterwegs – noch dazu spart man Geld. Denn auf den Fähren zahlt man nach Länge und Höhe des Fahrzeugs.

Mein Fazit

Die roten Hütten kann man mieten – für mich die perfekte Alternative
Die roten Hütten kann man mieten – für mich die perfekte Alternative Foto: Katharina Regenthal

Ein Roadtrip durch Norwegen? Würde ich jederzeit wieder machen! Urlaub mit dem Campervan? Auf keinen Fall! Allerdings würde ich vermutlich auch nicht auf ein normales Wohnmobil umsteigen. Denn auch, wenn es mehr Komfort und die von mir so sehr vermisste Toilette bietet, ist man einfach nicht flexibel damit – oder zumindest nicht flexibel genug für mich. Denn so schön die Natur auch ist, fahre ich auch gerne mal in die Stadt.

Unterwegs ist mir aber eine Idee für einen zukünftigen Roadtrip durch Norwegen gekommen: einfach mit dem normalen Auto. Viele Campingplätze bieten nämlich die typischen roten Hütten, die man buchen kann. Je nach Ausstattung verfügen sich auch über ein eigenes kleines Bad – oder aber man nutzt das Gemeinschaftsbad (was definitiv besser ist als das Gebüsch).

Einziger kleiner Nachteil: Man muss früh genug planen und buchen – und damit ist die Route weitestgehend festgelegt. Spontane Planänderungen sind dann eher nicht mehr möglich. Da ich aber gerne plane und so die Vorfreude auf den Urlaub maximal gesteigert wird, wäre es für mich die perfekte Alternative.

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