15. September 2025, 11:33 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
In atemberaubenden Naturwelten mit Metalldetektor, Pionierhut und Schaufel auf Schatzsuche gehen wie Indiana Jones – tatsächlich ist das noch an einigen Orten dieser Welt möglich. Zumindest, wenn man an die Legenden der vergrabenen Reichtümer glaubt. Wo Schatzsuchende ihr Glück versuchen können – und was sich dahinter verbirgt: TRAVELBOOK klärt auf.
Noch immer gibt es auf diesem Planeten unentdeckte Schätze, deren Geschichten mitunter hunderte von Jahren alt sind. Einige bergen Reichtümer in Milliardenhöhe und so manch einer erhofft sich den großen Durchbruch und unendliches Vermögen. TRAVELBOOK präsentiert die bekanntesten Schatzorte weltweit und verrät, welches Geheimnis auch in Deutschland verborgen liegt.
1. Das Gold von Lima (Peru)
Eine Schatzinsel mit verschollenen Juwelen? Laut „Forbes“ häufte die katholische Kirche in Lima in der Tat einen gewaltigen Schatz an: darunter Juwelen, kostbare Kerzenhalter und eine goldene Madonna-Statue, die mit Edelsteinen besetzt war. Damals war Peru noch spanische Kolonie – und als um 1820 die Unabhängigkeitskriege in Südamerika ausbrachen, sollte dieser Kirchenschatz in Sicherheit gebracht werden. Der englische Kapitän William Thompson war für den Transport per Schiff verantwortlich. Er ermordete jedoch mit seiner Crew die spanischen Wachen an Bord und floh mit dem Schatz auf die bis heute unbewohnte Cocos Island, 560 Kilometer entfernt von Costa Rica und soll ihn dort versteckt haben. Bis heute ist der Schatz im Wert von 200 Millionen US-Dollar verschollen. Über 300 Expeditionen haben erfolglos versucht, den Schatz zu bergen. Er gilt als eines der größten Rätsel der Schatzsuche.
2. Der vergrabene Schatz von Butch Cassidy (USA)
Butch Cassidy war einer der berühmtesten Gangster in der Geschichte der USA. Mit seiner „Wild Bunch Gang“ überfiel er Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Züge und Banken. Um der Todesstrafe zu entkommen, floh er vor den Behörden nach Südamerika. Vor seiner Flucht soll er eine Beute aus Silbermünzen im Wert von 20.000 bis 30.000 US-Dollar im abgelegenen Moffat County in Colorado vergraben haben. Gelegentlich durchstreifen Schatzsuchende die Canyons mit Metalldetektoren – bis heute vergeblich. In der Folge „Gold auf dem Wilden Westen“ der Serie „Beyond Oak Island – Die Schatzsucher auf geheimer Mission“ versuchen ein Metalldetektor-Experte und Verwandter von Butch Cassidy, den Schätzen auf die Spur zu kommen.
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3. Das „achte Weltwunder“ des Bernsteinzimmers (Deutschland)
Dieser Schatz gilt als einer der bekanntesten verschollenen Schätze der Geschichte. 1716 verschenkte Preußen einen legendären Prunkraum mit Bernstein- und Goldverkleidungen an Russland. 1941 wurde dieser von den Nazis geraubt und nach Königsberg (ehemaliges Deutschland und heutiges Russland) gebracht. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 gilt er als unauffindbar. Die intensive Schatzsuche führte zu den verschiedensten Theorien über den Verbleib: Mehrere hundert Orte wurden bereits vermutet – er könnte aber auch im Krieg verbrannt sein. Zahlreiche Forscher des In- und Auslands beriefen bereits verzweifelt Sucharbeiten ein, darunter auch Geheimdienste. Der Fall ist so verblüffend, dass er auch als das „achte Weltwunder“ bekannt ist und bis heute seine mysteriöse Anziehungskraft behält.
4. Die versunkene Fracht der „Spanischen Titanic“ (Brasilien)
Vor der Küste Brasiliens befindet sich eine paradiesische Insel: die Ilhabela. Hier sank 1916 die „Spanische Titanic“, das Passagierschiff El Príncipe de Asturias, nach einem Felszusammenprall innerhalb von nur fünf Minuten – und mit ihr die gesamte geladene Fracht. 445 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Der Begriff „Spanische Titanic“ bezieht sich auf die Schwere des Unfalls – eine der größten Tragödien in der Geschichte der spanischen Dampfschifffahrt. Bei seinem Untergang in Brasilien führte das Schiff 45.000 Pfund Gold und 20 Statuen aus Bronze mit sich. Die versuchten Bergungsaktionen nach dem Unglück stellen sich wegen der gefährlichen Bedingungen des tiefen Tauchgangs sehr kompliziert dar und waren erfolglos. Der Schatz bleibt weiterhin auf dem Meeresgrund verborgen.
5. Der Piratenschatz von Mahé (Seychellen)
Er gilt als der größte Piratenschatz aller Zeiten – verschollen auf der Insel Mahé in den Seychellen: der Piratenschatz von Mahé. „Findet meinen Schatz, wer ihn zu lesen vermag!“ soll Pirat Olivier Levasseur im Jahr 1730 vor seiner Hinrichtung gerufen und dabei eine mysteriöse Schatzkarte in Form eines verschlüsselten Kryptogramms in die Menge geworfen haben. Der berühmte Pirat wurde auch „La Buze“ – der Bussard – genannt, da er blitzschnell mit seiner Beute verschwand.
Laut „Tagesspiegel“ suchte der Brite Reginald Cruise-Wilkins zeitlebens nach dem Piratengold und fand wenigstens Hinweise: In einer Höhle stieß er auf Pistolen, Münzen und einen steinernen Sarkophag – Belege für Piratenaktivität. Unmengen an Gold, Silber, Diamanten und Edelsteinen mit einem Wert von 200 Millionen US-Dollar sollen aber der Legende nach auf der Insel vergraben sein. Besessen von der Piratenschatz-Legende zog Sohn John Cruise-Wilkins seinem Vater nach und hält seit 1977 nach den Reichtümern Ausschau. Er bietet dort heute sogar Führungen für Touristen an, um die kostspieligen Grabungen zu finanzieren – fündig geworden ist er bislang nicht.
Ist auf dieser Insel ein Piratenschatz versteckt?
Liegt auf Oak Island ein Schatz begraben?
6. Der Nazi-Schatz im Toplitzsee (Österreich)
Der Toplitzsee birgt eine geheimnisvolle und faszinierende Geschichte. Während des Zweiten Weltkrieges sollen NS-Funktionäre Kisten voller Goldbarren, Schmuck und Dokumenten hier in Sicherheit versenkt haben. In den letzten Jahrzehnten haben Taucher und Abenteurer unzählige Male versucht, den Schatz zu bergen – bislang ohne Erfolg. Die Bedingungen sind durch Tauchverbot und starke Einschränkungen der Unterwasserforschung im Toplitzsee erschwert. Tatsächlich fand man im Toplitzsee lediglich Kisten mit Falschgeld im Wert von 700 Millionen Pfund aus einer NS-Geheimaktion zur Destabilisierung der britischen Wirtschaft. Weder Gold noch andere Schätze konnten je gehoben werden – der tiefe, dunkle Bergsee birgt weiterhin ein Geheimnis.
Legende, Verschwörungstheorie – oder doch die Wirklichkeit?
Ob die Schatzgeschichten real sind oder nur mysteriöse Überlieferungen oder gezielte Verschwörungstheorien, bleibt ungewiss. Dennoch kann festgehalten werden, dass einige Schätze tatsächlich geborgen wurden – etwa die des berühmten Schiffswracks der Galeone San José, das über 300 Jahre auf dem Meeresgrund ungeborgen blieb. Das Kriegsschiff führte 1708 die spanische Silberflotte in südamerikanischen Gewässern an. Im Jahr 2015 wurde das Wrack zunächst lokalisiert und 2024 begannen die Forschungsarbeiten. Die Frage stellt sich nur: Wer hat Anspruch auf die Reichtümer? Diese sollen sich immerhin auf eine Summe von 17 Milliarden US-Dollar belaufen. Wie „Deutsche Welle“ berichtet, sähen sich in diesem Fall einige Akteure im rechtmäßigen Besitz – darunter Kolumbien, Spanien, Bolivien und die Bergungsfirma selbst.

