Die El Príncipe de Asturias galt als „unsinkbar“ – und sank trotzdem

Die kaum bekannte Tragödie der „spanischen Titanic“

Spanische Titanic Príncipe de Asturias
Die Príncipe de Asturias galt wie die Titanic als Luxusdampfer und „unsinkbar“. Doch nur zwei Jahre nach der Titanic-Tragödie kam es auch für das spanische Schiff zu einer Katastrophe. Foto: Wikimedia Commons/Maclure, MacDonald & Co./Public domain

Spätestens seit James Camerons epischer Kinoromanze kennt jeder die Tragödie der Titanic. Weitaus weniger bekannt – und dennoch vergleichbar mit der Titanic-Katastrophe – ist der Untergang des spanischen Luxusschiffes El Príncipe de Asturias, das ebenfalls als „unsinkbar“ galt. Das Unglück im Jahr 1916 war der Beginn einer ganzen Reihe an mysteriösen Ereignissen.

1916, vier Jahre nach dem Untergang der Titanic, machte sich das spanische Luxusschiff El Príncipe de Asturias von Barcelona aus auf den Weg nach Buenos Aires. Ihre Aufenthaltsräume waren mit Nussholz und japanischer Eiche getäfelt, den Speisesaal der ersten Klasse krönte eine Kuppel aus Kristall. Es gab moderne elektrische Heiz- und Belüftungsanlagen, eigens für das Schiff entworfene Konzertflügel, eine Bordbibliothek und einen Rauchsalon. Ein historisches Bild zeigt den Treppenaufgang zur ersten Klasse, der dem der Titanic sehr ähnlich sieht.

A bela escadaria da 1a. classe, lembra a do Titanic

Posted by "Principe de Astúrias – O Mistério das Profundezas" – José Carlos Silvares on Saturday, October 26, 2013

In der ersten Klasse des Schiffs fuhren viele Prominente mit, unter anderem der damalige Star-Pianist Kataloniens, Juan José Sola Pujol. Außer den Passagieren beförderte der Dampfer auch eine kostbare Fracht: portugiesischen Wein zum Beispiel, Zinn, Kupfer und zwanzig Bronzestatuen, die ein berühmtes Denkmal in der argentinischen Hauptstadt vervollständigen sollten. Außerdem Gold für die argentinische Regierung und die Juwelen der ersten Klasse – dessen Wert heute auf mehrere Millionen Dollar geschätzt wird.

Sala de leitura

Posted by "Principe de Astúrias – O Mistério das Profundezas" – José Carlos Silvares on Saturday, October 26, 2013

Schiff rammt Felsen

Nachdem das Schiff fast 14 Tage auf See war, vorbei an Cadiz, Las Palmas und Rio de Janeiro, geriet es auf seinem Weg entlang der brasilianischen Küste in der  Nacht zum 5. März 1916 auf der Höhe von Santos in eine Nebelbank. In der Dunkelheit rammte das Schiff gegen vier Uhr einen Felsen unter der Wasseroberfläche. Die Wände des Schiffes rissen auf, Tonnen von Wasser drangen direkt in den Maschinenraum ein. Eine heftige Kesselexplosion zerstörte das Innere des Schiffs, der Strom fiel aus. Die Príncipe war nun vollkommen manövrierunfähig – und brach schließlich in sich zusammen.

Camarote da primeira classe.

Posted by "Principe de Astúrias – O Mistério das Profundezas" – José Carlos Silvares on Sunday, September 8, 2013

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Sie galt als „unsinkbar“

Der zweifelhafte Titel wurde dem Ozeanriesen aufgrund der vielen Parallelen verliehen: Beide Schiffe gehörten zu den prunkvollsten ihrer Zeit, galten als „unsinkbar“ und waren nur sehr kurze Zeit im Einsatz, bevor sie schließlich untergingen und Hunderte Menschen mit in den Tod rissen.

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A bela e elegante heroína do naufrágio, Marina Vidal, em foto com a sobrinha (acervo da família de

Posted by "Principe de Astúrias – O Mistério das Profundezas" – José Carlos Silvares on Saturday, October 26, 2013

Im Schiffswrack sollen noch immer Schätze liegen

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Weitere Unglücke bei der Reederei

Der Untergang der Príncipe de Asturias war nur der Beginn einer Kette von Unglücken für die Reederei Pinillos. Der Dampfer Pío IX sank noch im selben Jahr vor den Kanarischen Inseln, 40 Crew-Mitglieder starben. Drei Jahre später stach das größte Schiff der Reederei, die Valbanera, in See: Ziel der Reise war diesmal Havanna mit 1142 Passagieren und 88 Besatzungsmitgliedern an Bord. Was dann mit der Valbanera geschah, lesen Sie hier – nur so viel: Es war der wohl mysteriöseste Schiffsuntergang aller Zeiten.

Das Ende der Valbanera bedeutete für die Reederei Pinillos jedenfalls den endgültigen Ruin: Die letzten drei Schiffe der Gesellschaft wurden 1925 an ihre zeitlebens größte Konkurrentin, die Reederei Compañía Transoceánica, verkauft.