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„Teufelstisch“

Warum man theoretisch mitten im Bodensee stehen kann

Mitten im Bodensee kann man theoretisch stehen
Mitten im Bodensee kann man theoretisch stehen Foto: Getty Images/Michael Lutz
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Katharina Regenthal
Redakteurin TRAVELBOOK

27. Februar 2026, 11:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Mitten auf einem See stehen – was ein bisschen nach Zauberei klingt, ist im Süden Deutschlands theoretisch möglich. Und zwar im Bodensee. Denn dort befindet sich der sogenannte „Teufelstisch“. Was das genau ist, erfahren Sie bei TRAVELBOOK.

Teufelstisch im Bodensee

Im Bodensee, genauer gesagt im Überlinger See, dem nordwestlichen Teil des Obersees, liegt der Teufelstisch. Was erst mal sonderbar klingt, ist nichts anderes als eine Felsformation im Wasser. Besonders ist diese dennoch, denn es handelt sich um ein geologisches Phänomen, das nicht allzu oft vorkommt.

Der Felsen steht frei im See, etwa 50 Meter vom Ufer entfernt, und hat eine Fläche von etwa 160 Quadratmetern. Das Plateau, das man von oben sehen kann, ist etwa 22 x 10 Meter groß. Je nach Pegelstand liegt es etwa 1,5 Meter unter Wasser, bei Hochwasser können es auch schon mal drei Meter sein – bei Niedrigwasser liegt es auch mal über der Wasseroberfläche.

Auf der Seeseite fällt die Wand der Säule fast senkrecht bis in eine Tiefe von 90 Metern ab. Für den Bodensee keine außergewöhnliche Zahl – denn an der tiefsten Stelle misst er 251 Meter.

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Ort hat etwas „Teuflisches“

Hört man das erste Mal vom Teufelstisch, fragt man sich vermutlich, woher dieser Name stammt. Sandra Domogalla von der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen erklärt auf TRAVELBOOK-Anfrage, dass der Name sich von seiner charakteristischen Form und den damit verbundenen Gefahren ableite. „Der Felsen ragt als fast senkrechte Nadel etwa 90 Meter vom Seegrund empor und endet knapp unter der Wasseroberfläche in einer flachen, tischähnlichen Platte. Bei sehr niedrigem Wasserstand schimmert diese Platte grünlich oder ragt sogar ganz aus dem Wasser heraus, was wie ein im See platzierter Tisch wirkt.“

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Das „Teuflische“ hängt dagegen mit den Gefahren zusammen. „Der Ort ist berüchtigt für seine schwierigen Sichtverhältnisse. Unter Tauchern gilt er als einer der gefährlichsten Plätze im Bodensee. Die bedrohliche Atmosphäre bei dunklerem Licht und durch das trübe Wasser vermittelt den Eindruck eines unheimlichen, ‚teuflischen‘ Ortes“, erklärt Domogalla.

Am Teufelstisch gilt ein Tauchverbot. Grund dafür sind mehrere tödliche Unfälle in den vergangenen Jahrzehnten. 1994 wurde dann das Verbot verhängt. Es kann allerdings eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, wenn Taucher über ausreichende Qualifikation und Erfahrung verfügen, heißt es auf der Website des Landkreises Konstanz.

Teufelstisch lieber von Weitem beobachten

Während es für Taucher ein Verbot gibt, ist das bei Schwimmern nicht der Fall. Sandra Domogalla warnt allerdings: „Schwimmen dort ist äußerst gefährlich, vom Land aus gibt es überhaupt keinen Zugang, den Wanderweg gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Felsen liegt zwar nur wenige Meter vom Ufer entfernt, aber das Gelände fällt sowohl am Ufer als auch am Felsen selbst fast senkrecht in die Tiefe.“ Es gebe keinen flachen Einstieg oder Stehbereich.

Außerdem warnt sie, dass die Stelle an einer engen Passage des Überlinger Sees liege. Dort herrschten oft unvorhersehbare Strömungen, so Domogalla. Zudem würden dort regelmäßig Schiffe vorbeifahren, was für Schwimmer lebensgefährlich sei.

„Auch wenn für Schwimmer kein explizites Verbot wie für Taucher besteht, unterstreicht dies die extreme Gefahr dieses Ortes. Es gibt vor Ort keinen Strand, keine Badeaufsicht und keine Rettungsmöglichkeit“, weist Domogalla auf die Gefahren hin.

Auch wenn man häufig Fotos von früher sieht, auf denen Menschen bei besonders niedrigem Pegelstand auf dem Felsen stehen, ist das also keinesfalls zu empfehlen. Stattdessen sollte man das „Spektakel“ des Teufelstischs, das selten im Jahr zu beobachten ist, lieber von einem Boot oder vom Ufer aus betrachten.

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