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Die besten Tipps für Bad Sachsa im Südharz

Bad Sachsa
Der Sonnenuntergang auf dem Ravensberg über Bad Sachsa ist nur ein guter Grund, den Kurort im Harz zu besuchen Foto: Andreas Vitting
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

21. April 2026, 10:23 Uhr | Lesezeit: 10 Minuten

Bereits seit mehr als 120 Jahren ein staatlich anerkannter Kurort, ist Bad Sachsa im niedersächsischen Teil des Südharz ein Geheimtipp für Naturfreunde und Erholungssuchende gleichermaßen. Unser Autor entdeckte die Stadt auf einem seiner zahlreichen Streifzüge durch die Region und war sofort verliebt. Hier teilt er mit Ihnen seine besten Tipps für Wanderungen, Einkehrmöglichkeiten und Erlebnisse. Und verrät, wo Sie einen ganz besonders magischen Kraftort finden können.

Ich sitze auf einer hölzernen Bank, meine Beine baumeln in der Luft, und in mir herrscht tiefster Seelenfrieden. Seit Stunden hocke ich nun schon so da und träume in den herrlich sonnigen Tag hinein. Vögel zwitschern, der Wind rauscht, ein Brunnen plätschert in einen sich vorbeiwindenden Bach. Um mich herum türmen sich bis zu 40 Meter hoch archaische Basaltklippen auf, vor Millionen von Jahren bereits gegossen aus der Lava eines längst erloschenen Vulkans. Ab und zu fülle ich meine Feldflasche mit dem köstlich kalten Wasser, und trinke Schluck für Schluck ein bisschen Ewigkeit. Nichts als Stille und innere Einkehr, an einem weiteren Lieblingsort in meiner liebsten Wanderregion, dem Harz. Mein neustes Abenteuer hat mich nach Bad Sachsa geführt. Genauer gesagt an den Reinhardtsbrunnen im Kuckanstal.

Im Herbst 2025 unternahm ich eine etwa 230 Kilometer lange Weitwanderung, die mich durch alle drei Bundesländer führte, auf denen sich der Harz erstreckt. Bad Sachsa war dabei meine letzte Station, und ich war ziemlich schnell verliebt. Ein milder Septemberabend, und alles versprühte einen einzigartigen Charme. Entlang der gut besuchten Hauptstraße mäanderte die Uffe, der Taktgeber eines sehr entspannten Kleinstadt-Tempos in dem seit 1905 staatlich anerkannten Kurort. Auf den Straßen, in den Eiscafés und Restaurants herrschte reger Betrieb, ohne dass es überfüllt wirkte. Eine Atmosphäre, die Lust auf mehr machte, und so kehrte ich mit meiner Freundin im Frühling 2026 hoffnungs- und erwartungsvoll zurück. Was wir fanden, war noch viel mehr, als der erste Besuch angedeutet hatte.

Die Stadt unter dem Vulkan

Bad Sachsa ist im Vergleich zu so manch anderen Harzer Orten eine richtig gesunde und blühende Stadt. An der Marktstraße im Zentrum reiht sich Geschäft an Geschäft, findet man zum Beispiel gleich drei Fleischer. Quasi kein Leerstand, sogar ein Einrichtungsgeschäft und ein Immobilienbüro. Eine Therme mit Saunalandschaft, Bowling- und Eislaufhalle, Indoorspielplatz sowie angrenzendem Ferienpark gibt es hier genauso wie Tennis- und Minigolfplätze und einen Greifvogelpark. Nie ist es weit bis zum sehr schönen und gepflegten Kurpark und dem Schmelzteich, einem kleinen, bereits im 16. Jahrhundert künstlich angelegten See. Sobald die ersten Sonnenstrahlen wärmen, schippern hier zahlreiche kleine Boote, umrunden Spaziergänger die waldgesäumten Ufer. Überall hochherrschaftliche Fachwerk-Villen, manche eigentlich schon Paläste. Allerorten weisen Schilder auf die Vermietung von Ferienwohnungen hin, und neben zahlreichen kleineren Pensionen hat der Ort auch gleich zwei Grand Hotels.

Und ehe man sich versieht, ist man schon in den Wald spaziert, der laut der offiziellen Tourismusseite von Bad Sachsa ein Drittel des Stadtgebietes ausmacht. Es ist außerdem gesäumt von fünf Tälern, was für ein besonders gutes Luftklima sorgt. Wer möchte, kann hier auch richtig hoch hinaus, denn auf 659 Metern über dem Ort thront der Ravensberg, der eingangs bereits erwähnte, heute erloschene Vulkan. Er ist auch der einzige Berg im Harz, auf den man mit dem Auto fahren kann. Doch zu Fuß ist es natürlich schöner. Erste Bodendecker wie Lerchensporn, Buschwindröschen und Huflattich setzen bereits farbliche Akzente, und sowohl durch das Kuckanstal als auch das Ostertal verlaufen fröhlich gluckernd kleine Bäche. Einer davon führte uns bald schon an einen besonders magischen Kraftort, den Reinhardtsbrunnen.

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Ort der inneren Ruhe

Bad Sachsa
Der Reinhardtsbrunnen im Kuckanstal ist ein magischer Kraftort in Bad Sachsa Foto: Robin Hartmann

Hierbei handelt es sich um eine Waldquelle, die der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt 1889 zu einem Brunnen im Kuckanstal fassen ließ. Seitdem strömen die Bewohner von Bad Sachsa hierher, um sich mit dem wirklich absolut köstlichen Wasser zu versorgen. Von unserer Unterkunft hatten meine Freundin und ich es nicht weit bis zu dem Quell. Und staunten immer wieder über die wahren Prozessionen an Menschen, die sich das Wasser in Fünf-Liter-Flaschen oder gleich Kanistern auf Bollerwagen luden. Stundenlang saßen wir hier in der Sonne und machten dabei viele nette und mitunter auch skurrile Bekanntschaften. Der Brunnen ist so berühmt, dass manche von ihnen sogar aus anderen Bundesländern stundenlang anfuhren, um sich hier zu versorgen.

Ein guter Gradmesser für die innere Ruhe ist es ja immer, mal darauf zu achten, wie lange man einfach nur dasitzen kann, ohne den Drang zu verspüren, irgendetwas Bestimmtes tun zu müssen. Am Reinhardtsbrunnen wurde ich quasi zum Zen-Meister. Sogar eine Begegnung mit einem der seltenen Feuersalamander hatten wir hier. Wer genauer hinschaut, erkennt in den Basaltklippen vielleicht auch den ein oder anderen märchenhaften Bewohner des Tals. Irgendwelche wunderbaren Menschen haben dort Gartenzwerge und andere Figuren platziert. Von Bad Sachsa aus führen insgesamt zehn sogenannte Terrainkurwege in das Gebiet um die Stadt und das naheliegende Umland. Wer ein Auto hat, kann auch in wenigen Tagen hier schon sehr viel Sehenswertes finden.

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Magischer Urwald

Bad Sachsa
Der Zorger Wasserfall ist ein Naturhighlight au einer Wanderung rund um Bad Sachsa Foto: Robin Hartmann

Eine mögliche Tour mag zum Beispiel in Steina beginnen, einem Nachbarort von Bad Sachsa. Hier passiert man zunächst die 1954 eingeweihte Steinatalsperre, ein schönes Staubecken. Sodann steigt der Weg steil an zu einem weiteren ungewöhnlichen Harzer Ort, der Elbe-Weser-Wasserscheide auf einer Anhöhe. Der Aussichtspunkt hier wird „Hohe Tür“ genannt, und von dort führt eine kurze Wanderung zum Waldsee Wiesenbeker Teich. Auf dem dortigen Campingplatz kann man bei „Dombrowsky’s Baude“ einkehren, einem sehr eigenwillig, aber gemütlich eingerichteten Lokal. Generell gilt im Harz: Wenn eine Gaststätte den Ehrentitel „Baude“ trägt, deutet das auf rustikale Gemütlichkeit sowie einheimische und gerne auch deftige Küche. Die früher zudem niedrigen Preise sucht man mittlerweile aber auch im Harz leider oft vergeblich.

Eine weitere tolle Tour führt nach Zorge, einen Nachbarort von Bad Sachsa, der im Mai 2026 sein 777-jähriges Bestehen feiert. Auch hier geht es gleich zu Beginn vom Kurpark aus steil in die Hänge zu einem sehr schönen Aussichtspavillon mit dem Namen „Pferdchen“. Ein solches befindet sich auf einem Fahnenmast über der Hütte, mit Blick auf das im Tal liegende Dorf – ein tolles Fotomotiv. Der Abstieg bringt Wanderer einem weiteren landschaftlichen Highlight näher, dem Zorger Wasserfall. Obwohl nur etwa fünf Meter hoch, glühen auch bei der wilden Kaskade die Handykameras. Besonders ist dann die Wanderung durch das Wolfsbachtal. Hierbei handelt es sich um ein Naturschutzgebiet und quasi einen Urwald, in den der Mensch bereits seit 200 Jahren nicht mehr eingreift. Entlang des Wolfsbaches kommt man dann zurück nach Zorge.

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Tradition und Moderne

Bad Sachsa
Dieser tolle Aussichtspavillon lässt sich von Bad Sachsa aus erwandern Foto: Robin Hartmann

Spätestens jetzt ist es Zeit für eine Stärkung, und auch in dieser Hinsicht weiß Bad Sachsa mit einer ausgewogenen Mischung aus Tradition und Moderne zu punkten. Wer es nach einem langen Wandertag so richtig deftig möchte, ist im „Harzer Winkel“ richtig, wo man unter anderem eine halbe Ente bestellen kann. Die Portion ist auch mit Beilagen schaffbar, aber nur für gute Esser. Gut schmeckt es auch im „Harzer Schnitzelhaus und Waffelbäckerei“, hier ist der Name wirklich Programm. Der Treffpunkt für das jüngere, hippere Publikum ist aber ganz klar das „Ravensberg Basecamp“, das mit einer ziemlich genialen Kombination sticht. Das Herz ist die Kletterhalle „Clip & Climb“, an die sowohl ein Outdoor-Laden als auch die gastronomischen Angebote „Backwood Burger“ und „Backwood Coffee“ anschließen.

Der Burgerladen serviert heimisches Rindfleisch und ungewöhnliche Kombinationen in einem gemütlichen, von soliden Holzmöbeln bestimmten Ambiente. Der Clou: Von manchen Plätzen kann man in die Kletterhalle hineingucken. Ein raffinierter Trick auch, um sich neue Kundschaft ranzuholen. Denn wer klettert, hat danach ja sicher Appetit. Die Preise sind hier allerdings für mein Verständnis hart an der Schmerzgrenze, zumal man sogar für Saucen noch extra zur Kasse gebeten wird. Leckeren Kuchen und guten Kaffee gibt es danach dann zu moderaten Preisen im angeschlossenen Café. Wer möchte, kann sich aber auch bei einem der Fleischer versorgen. Ich kann vor allem Traditionsbetrieben und den Harzer Wildspezialitäten nie widerstehen und empfehle daher ganz klar „Klembt“ auf der Marktstraße.

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Entdecken und Schlemmen

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Die weiteren Ausflugsmöglichkeiten rund um Bad Sachsa sind in der Tat so zahlreich, dass ich mich abschließend auf einige wirkliche Highlights beschränken muss. Zum einen ist da der Ort Scharzfeld, in dem man auf einer tollen Tour derer gleich drei erwandern kann. Zuerst geht es hoch auf den Hausberg, wo die imposante Ruine der Burg Scharzfels thront. Von hier aus weiter zur Einhornhöhle, die man tatsächlich zeitweise als Wohnort des berühmten Fabeltieres vermutete (und daraus ordentlich Kasse schlug, aber das ist eine andere Geschichte). Führungen sind freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr möglich. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Felsenkirche, einer alten Kultstätte, und schließlich zum Ritterstein. Hier hat man vor spektakulärer Kulisse einen tollen Ausblick auf den Ort und das Umland.

Lohnenswert ist auch ein Besuch der Ruine des Zisterzienserklosters in Walkenried, einem Nachbarort von Bad Sachsa. Vor Ort erwarten Besucher eine einmalige Kulisse und ein sehr interessantes Museum. Hier erfährt man alles über die Geschichte der Abtei, die einst die größte und wohl auch mächtigste in ganz Deutschland war. Und wie sollte es anders sein, endet meine neuste Ode an den Harz mit zwei weiteren Empfehlungen für kulinarische Ausschweifungen. Zum einen finden Sie in dem Miniort Rothesütte die „Kaminstube“, die hausgemachtes Essen in uriger Atmosphäre serviert. Der namensgebende Kamin brennt im Winter tatsächlich sehr behaglich. Und dann ist da noch die „Ziegenalm“ in dem 60-Seelen-Nest Sophienhof, wo sich alles um die köstlichen Produkte der drahtigen Vierbeiner dreht. Wenn Sie die Chance bekommen, bestellen Sie die „Kaspressknödel“. Aber auch das leckere Eis aus Ziegenmilch muss man einfach probiert haben.

Sollte ich jetzt noch den größten Hexenbesen der Welt in Ellrich erwähnen, einen skurrilen Aussichtsturm? Oder die Tatsache, dass Bad Sachsa auch in unmittelbarer Nähe zum Sagenberg Brocken und damit zum Nationalpark Harz liegt? Ein paar Entdeckungen möchte ich Ihnen, liebe Lesende, aber natürlich auch noch selbst überlassen. Denn sonst höre ich mit dem Schwärmen einfach nie wieder auf, wenn ich einmal über den Harz rede. Sicher ist, ich werde Bad Sachsa bald wieder besuchen. Zum Wandern, Schlemmen und Entdecken.

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