Corona-Pandemie

Spanien ruft erneut den Gesundheitsnotstand aus

Spanien Notstand
Seit dem 25. Oktober gilt in Spanien landesweit ein nächtliches Ausgehverbot
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Spanien ist von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Die spanische Regierung hat jetzt zum zweiten Mal den Notstand ausgerufen. Der besteht vorerst für zwei Wochen. Seit dem Wochenende gilt landesweit ein nächtliches Ausgehverbot – die Kanaren bleiben davon ausgeschlossen. TRAVELBOOK hat den Überblick über die Corona-Lage in Spanien und was Urlauber bezüglich der Einreise und den Maßnahmen vor Ort wissen müssen.

Im Versuch die Corona-Pandemie einzudämmen, hat die spanische Regierung jetzt zum zweiten Mal den landesweiten Notstand ausgerufen. Seit dem Abend des 25. Oktobers gilt ein landesweites Ausgehverbot zwischen 23 und 6 Uhr. Das betrifft fast das gesamte Land, mit Ausnahme der Kanarischen Inseln. Die gehören seit dem 24. Oktober offiziell nicht mehr zu den Risikogebieten. Der Gesundheitsnotstand soll vorerst für zwei Wochen gelten. Es wird aber bereits über eine Verlängerung bis Mai 2021 gesprochen.

Durch den Notstand wird die Zentralregierung ermächtigt, die Grundrechte einzuschränken. Seit Beginn der Pandemie ist dies der zweite landesweite Notstand. Der erste war im Juni wieder aufgehoben worden. Der Großraum Madrid hatte erst am Samstag (24. Oktober) seinen regionalen Notstand beendet.

20.000 Neuinfektionen

Am 23. Oktober hatte Spanien 20.000 neue Corona-Fälle gemeldet, mit 231 Toten, die an dem Virus erkrankt waren. Spanien war und ist besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich mehr als eine Million Spanier, 34.000 starben.

Bereits seit Anfang September gilt das gesamte spanische Staatsgebiet wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen als Risikogebiet. Regionale Infektionsherde sind die Hauptstadtregion Madrid sowie die Autonomen Gemeinschaften Aragón, Kastilien La Mancha, Kastilien und Léon, La Rioja, Murcia, Navarra, im Baskenland und in Ceuta und Melilla. Nur die Kanaren gehören offiziell nicht mehr zum Risikogebiet. Alle anderen Landesteile Spaniens werden weiter als Risikogebiet eingestuft, weil die Inzidenz landesweit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage liegt.

Kann ich trotz Corona nach Spanien reisen?

Theoretisch ist die Einreise aus Deutschland seit dem 21. Juni 2020 wieder möglich. Allerdings müssen Flugreisende ein Formular im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei Einreise vorgelegt werden muss. Wichtig: Die Registrierung kann frühestens 48 Stunden vor der Einreise erfolgen. Zusätzlich kann es bei der Einreise zu zusätzlichen Kontrollen mit Temperaturmessungen kommen – und Personen mit einer Temperatur von mehr als 37,5 Grad oder anderen Auffälligkeiten können einer weiteren Untersuchung unterzogen werden.

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Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Spanien

Landesweit gilt eine Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung an allen öffentlichen Orten, auch im Freien, und auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer gegen diese Maßnahme verstößt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 100 Euro rechnen. Im Freien gilt ein Rauchverbot, wenn nicht mindestens zwei Meter Abstand eingehalten werden können.

Grundsätzlich sind die Autonomen Gemeinschaften dazu angehalten, bei einer hohen Inzidenzrate selbständig Maßnahmen anzupassen, dazu zählen z. B. strenge Ausgangssperren. Bei zu hohen Inzidenzraten ist laut Auswärtigem Amt außerdem „ein Betreten aus touristischen Gründen nicht möglich“.

Aktuell sind bereits in mehreren Autonomen Gemeinschaften Zusammenkünfte von mehr als sechs Personen untersagt, für die Autonome Gemeinschaft Madrid und die Autonome Gemeinschaft Katalonien gelten noch strengere Maßnahmen.

Das Auswärtige Amt weist außerdem darauf hin, dass „Absperrungen einzelner Orte kurzfristig von den Regionalregierungen angeordnet werden“ können.