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Ohne Quarantäne

Reisen nach England für Geimpfte jetzt wieder möglich

UK Flughafen
Im Zuge weitreichender Corona-Lockerungen dürfen jetzt auch geimpfte Deutsche wieder Urlaub in Großbritannien machenFoto: Getty Images

Großbritannien hat seine Corona-Maßnahmen gelockert – trotz der sich ausbreitenden Delta-Variante. Für geimpfte Deutsche bedeutet das neue Einreiseerlaubnisse ohne Quarantäne. TRAVELBOOK gibt einen Überblick über die Lage vor Ort sowie alle aktuellen Infos für Großbritannien-Reisende.

Die britische Regierung hat die Corona-Maßnahmen in Großbritannien weitreichend gelockert. Auch der Reiseverkehr ist davon betroffen. Das dürfte besonders geimpfte Deutsche freuen, die gern ins Vereinigte Königreich reisen möchten. Das können sie ab sofort wieder tun.

Nach Lockerungen jetzt auch Reiseerleichterungen für Europäer und Amerikaner

Die britische Regierung hat trotz hoher Coronazahlen und der sich ausbreitenden, hoch ansteckenden Delta-Mutation am 19. Juli fast alle Corona-Maßnahmen fallengelassen. Mit den Lockerungen gingen auch Reiseerleichterungen für geimpfte Reisende einher, zunächst nur für die Briten selbst. Das änderte sich jetzt. Seit dem 2. August 2021 dürfen auch Menschen aus den USA und Europa wieder nach England einreisen, ohne sich im Anschluss in Quarantäne begeben zu müssen. Voraussetzung dafür ist die abgeschlossene Corona-Impfung. Für alle Reisenden bestehen jedoch weiterhin Testpflichten (mehr Details im Abschnitt zur Einreise).

Die aktuelle Corona-Lage in Großbritannien

Großbritanniens Corona-Lage ist weiterhin dramatisch. Das liegt nicht zuletzt an der sich stark ausbreitenden Delta-Variante. Aktuell gibt es 21.466 Neuansteckungen mit dem Coronavirus, Tendenz zurzeit sinkend. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich über 5,9 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich mit dem Virus. 130.138 starben im Zusammenhang damit (Stand: 3. August 2021). 70,4 Prozent der britischen Bevölkerung sind einmal, 57,9 Prozent vollständig geimpft (Stand: 2. August 2021).

Angesichts der sich stark ausbreitenden Delta-Variante stufte Deutschland das Vereinigte Königreich bis vor Kurzem als Virusvariantengebiet ein. Mit der Verbreitung von Delta in Deutschland wurde diese Einschätzung korrigiert. Großbritannien gilt jetzt als Gebiet mit einer hohen Inzidenz (Hochrisikogebiet). Das Auswärtige Amt warnt vor allen nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland sowie die britischen Überseegebiete.

Auch interessant: Die aktuellen Corona-Risikogebiete des RKI

Das gilt für die Einreise ins Vereinigte Königreich

Seit dem 2. August 2021 dürfen Reisende aus Deutschland quarantänefrei nach England und Schottland einreisen, wenn sie vollständig geimpft sind. Der Nachweis erfolgt über ein digitales COVID-Zertifikat der EU. Vollständig geimpft bedeutet, dass die letzte Impfung mit einem von der EMA zugelassen Impfstoff mindestens 14 Tage zurück liegt. Ausnahme: Das gilt nicht, wenn der oder die Reisende sich in den zehn Tagen vor Einreise in Frankreich oder einem Land der „roten Liste“ aufgehalten hat.

Auch Geimpfte müssen sich weiterhin am zweiten Tag nach der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Die neuen Regeln gelten auch für in Deutschland lebende Minderjährige.

Darüber hinaus gelten weiterhin die Einreisebeschränkungen nach Einstufung. England hat die Länder in drei Farbkategorien unterteilt: green, amber und red. Deutschland befindet sich aktuell auf der Amber-Liste.

Das bedeuten Englands Länder-Kategorien für die Einreise:

  • Green: Einreisende müssen sich online anmelden und bei Einreise einen negativen Coronatest vorlegen. Ein weiterer Test folgt vor oder am zweiten Tag nach der Einreise. Eine Quarantäne ist in dieser Kategorie nicht notwendig.
  • Amber: Einreisende müssen sich online anmelden und bei Einreise einen negativen Coronatest vorlegen. Zwei weitere Tests folgen vor oder am zweiten sowie vor oder am achten Tag nach der Einreise. Direkt nach der Einreise besteht die Pflicht zur zehntägigen häuslichen Quarantäne. Die Isolation kann durch einen Test am fünften Tag vorzeitig beendet werden. Vollständig Geimpfte sind von der Quarantänepflicht und dem Test am achten Tag befreit.
  • Amber plus: Gleiche Regeln wie bei Amber, mit einer Ausnahme: Geimpfte werden nicht von der Quarantäne befreit.
  • Red: Einreisende müssen sich online anmelden und bei Einreise einen negativen Coronatest vorlegen. Zwei weitere Tests folgen vor oder am zweiten sowie vor oder am achten Tag nach der Einreise. Einreisende müssen sich umgehend in eine zehntägige Hotel-Quarantäne begeben. Eine Freitestung ist nicht möglich. Die Kosten von 1750 Pfund (rund 2040 Euro) für Aufenthalt, Verpflegung und die Tests tragen sie selbst. Weitere Infos auf der Webseite der britischen Regierung.

Für die Einreise nach Schottland gelten die gleichen Regeln, mit einer Ausnahme: die Freitestung am fünften Tag entfällt. Auch die Kategorie „Amber Plus“ existiert hier nicht. Weitere Infos auf der Internetseite der schottischen Regierung. Ähnliche Einreisebeschränkungen gelten in Wales und in Nordirland.

Coronatests, Quarantänepflicht und Reiseverbindungen

Folgende Anforderungen gibt es für die Coronatests:

  • anerkannt werden PCR-Tests, RT-Lamp-Tests sowie Antigentests („lateral-flow-Test“)
  • der Test darf bei Einreise nicht älter als drei Tage alt sein
  • Testergebnisse in Englisch, Französisch oder Spanisch (eine Übersetzung reicht nicht aus)

Kinder unter elf Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen.

Reisende, die ohne einen negativen Coronatest nach England einreisen, müssen mit einer Geldstrafe von mindestens 500 Pfund (umgerechnet knapp 583 Euro) rechnen. Die Kosten pro Test liegen bei 80 bis 300 Pfund (etwa 93 bis 350 Euro).

Wer gegen die Quarantänepflicht im Hotel verstößt und/ oder falsche Angaben hinsichtlich des Aufenthalts in einem Land auf der roten Listen in den zehn Tagen vor Einreise macht, muss mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

Das Flugangebot zwischen Deutschland und Großbritannien ist reduziert. Das Gleiche gilt für den Zug- und Fährverkehr. Der Eurotunnel nach Frankreich ist offen und auch hier gelten aber strikte Zugangsregelungen (u.a. Nachweis eines negativen PCR-Tests und Selbstauskunft). Reisende sollten an Flughäfen, Eurotunnel und Häfen mit langen Wartezeiten rechnen.

Was für Reise-Rückkehrer aus Großbritannien gilt

Mit der Einstufung Großbritanniens als Hochrisikogebiet am 7. Juli gelten für Reisende diese Bestimmungen bei Einreise nach Deutschland:

  • Anmeldung: Einreisende müssen eine digitale Einreiseanmeldung vorweisen können.
  • Nachweis: Reiserückkehrer müssen einen negativen Coronatest, einen Impf-oder Genesenen-Nachweis vorlegen. Eine Beförderung ohne einen solchen Nachweis ist laut dem Robert-Koch-Institut ausgeschlossen.
  • Quarantäne: Rückreisende aus Hochrisikogebieten müssen sich grundsätzlich nach ihrer Ankunft sofort für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Das gilt nicht für Geimpfte und Genesene, wenn sie den entsprechenden Nachweis im Einreiseportal der Bundesregierung (s.o.) hochladen. Ungeimpfte können ihre Quarantäne frühzeitig beenden, wenn sie nach frühestens fünf Tagen einen weiteren Test machen und der negativ ausfällt. Der Test muss über das Anmeldeportal der Bundesregierung übermittelt werden, um die Quarantäne frühzeitig zu beenden.

Der Testpflicht kann wie folgt entsprochen werden:

  • Negativer Test mit Nukleinsäureamplifikationstechnik (z. B. PCR, PoC-PCR) in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache; nicht älter als 72 Stunden.
  • Negativer Antigen-Schnelltest in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache; nicht älter als 24 Stunden.

In beiden Fällen gilt der Zeitpunkt der Abstrichnahme.

Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder, die das sechste Lebensjahr nicht vollendet haben.

Corona-Maßnahmen in Großbritannien

In den Ländern des Vereinigten Königreich gelten unterschiedliche Coronamaßnahmen. England hat nahezu alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. In London müssen Menschen beim Taxifahren sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aber weiterhin eine Maske tragen.

In Schottland bestehen trotz Lockerungen weiterhin ein paar Maßnahmen, Details auf der Webseite der schottischen Regierung.

Wales befindet sich derzeit auf Stufe 1 seiner Corona-Beschränkungen. In dem Land dürfen sich aktuell sechs Personen oder zwei Haushalte sich drinnen treffen. Geschäfte, Pubs, Restaurants, Theater, Kinos, Hotels und B&B dürfen öffnen und auch Reisen sind innerhalb Wales erlaubt. Die letzte Öffnungsstufe ist für den 7. August 2021 geplant.

In Nordirland dürfen sich sechs Personen oder zwei Haushalte drinnen treffen. Im eigenen Garten sind Treffen von bis zu 15 Personen aus bis zu drei Haushalten erlaubt. Restaurants und Pubs dürfen ihre Außenbereiche öffnen. Auch Geschäfte sind geöffnet. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Supermärkten und Geschäften ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben. Weitere Infos auf den Seiten der nordirischen Regierung.

Brexit

Neben der Corona-Situation gibt es für deutsche Großbritannien-Reisende auch noch den Brexit zu bedenken. Hier finden Sie Informationen zu den Folgen des Brexits für Urlauber. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland ist seit dem 1. Februar 2020 nicht mehr Mitglied der Europäischen Union und Anfang 2021 offiziell ausgetreten.