Britischer Außenminister

Corona-Lockdown in Großbritannien bis mindestens März

Großbritannien Corona Urlauber
Die Grenzen nach Großbritannien bleiben wegen der neuen Coronavirus-Mutation vorerst geschlossen, für Urlauber gilt ein Einreiseverbot und eine Testpflicht
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Nachdem in Großbritannien eine mutierte Version des Coronavirus aufgetaucht war, gerät die Lage dort immer mehr außer Kontrolle. Der harte Lockdown soll laut britischem Außenminister noch bis mindestens Ende Februar bestehen. Seit Montag gilt zudem eine Testpflicht für Einreisende. Was das für Urlauber bedeutet, wie die Situation vor Ort ist und was Reisende sonst noch wissen müssen – die Infos im Überblick.

Der britische Außenminister Dominic Raab hat am Sonntag mitgeteilt, dass der harte Lockdown sich noch den kompletten Februar durchziehen wird. Er hoffe, dass man Anfang März über Lockerungen nachdenken könnte, berichtet unter anderem der „Independent“. „Wir wollen den Lockdown so schnell wie möglich beenden“, sagte Außenminister Dominic Raab demnach dem TV-Sender Sky News. Ab März sollte sich das Land hoffentlich in einer Lage befinden, die Entscheidungen dazu ermöglichten. Es könne natürlich nicht alles auf einmal gelockert werden, sondern müsse schrittweise geschehen, sagt Raab.

Einreiseverbot und Testpflicht für Touristen in Großbritannien

Die Corona-Lage in Großbritannien ist nach wie vor dramatisch, in keinem anderen Land in Europa sind so viele Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Nachdem das Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps steht, hat das Land bereits letzte Woche Einreisen aus touristischen Gründen in und nach Großbritannien und Nordirland untersagt.

Seit Montagmorgen gilt zudem die Pflicht, bei „zwingend notwendigen Reisen“ einen negativen COVID-19-Test vorzuzeigen, der ab der Testentnahme und bis zur Einreise nicht älter als 72 Stunden sein darf. Ausnahmen von der Testpflicht gelten für Kinder bis zehn Jahren und Passagiere, die aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs einreisen. Grenzbeamte sollen kontrollieren, ob die Regeln eingehalten werden. Bei Verstößen werden mindestens 500 Pfund (umgerechnet 550 Euro) Geldstrafe fällig.

Wer eine zwingend notwendige Reise nicht verschieben kann, sollte beachten, dass für Reisende aus Deutschland eine 10-tägige Quarantänepflicht gilt sowie die Pflicht, sich elektronisch anzumelden.

Flugstopp von Großbritannien nach Deutschland

Um die weitere Verbreitung des mutierten Coronavirus zu verhindern, wurden bereits am 21. Dezember alle Flugverbindungen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich gestrichen. Der Flugstopp gilt laut Auswärtigem Amt vorerst bis zum  20. Januar 2021. Allerdings: Wer bereits in Großbritannien ist, kann auch wieder zurück. Laut Auswärtigem Amt sind deutsche Staatsangehörige sowie Reisende mit festem Wohnsitz in Deutschland von dieser Regelung ausgenommen. Diese Flüge müssen die durchführenden Airlines einzeln von der Bundespolizei genehmigen lassen.

Seit Jahresbeginn wurden 195 Flüge aus Großbritannien genehmigt. Wie das Bundesinnenministerium weiter mitteilte, meldete die Bundespolizei seit Jahresbeginn insgesamt 8826 Reisende aus Großbritannien.

Ausgenommen sind außerdem Post- und Frachtverbindungen, Rückführungen von in Deutschland stationierten Flugzeugen und Crewmitgliedern sowie „Flüge mit medizinischem Personal im Interesse der öffentlichen Gesundheit“, heißt es in der entsprechenden Verfügung des Bundesverkehrsministeriums.

Wie ist die Corona-Lage in Großbritannien?

Trotz des harten Lockdowns bewegen sich die aktuellen Corona-Fallzahlen in Großbritannien weiterhin auf extrem hohen Niveau. Verantwortlich dafür machen Regierung und Mediziner eine neue, wohl noch ansteckendere Virus-Variante. Pro 100.000 Einwohnern zählte Großbritannien in der vergangenen Woche mehr als 600 Neuinfektionen, in Teilen von London liegt diese Kennziffer weit über 1000.

„Die Zahl der Neuinfektionen ist nach Regierungsangaben sehr hoch, mit einer Überlastung des Gesundheitssystems muss gerechnet werden (Alert Level 5)“, teilt das Auswärtige Amt mit und erklärt das Land weiterhin zum Risikogebiet. Angesichts der unterschiedlichen Zählmethoden und Testverfahren innerhalb Großbritanniens und Nordirlands sei zudem eine „beträchtliche Dunkelziffer“ möglich.

Die Corona-Warnstufen in England

Seit Anfang Dezember gilt in England erneut ein Stufen-System der Eindämmungsmaßnahmen je nach Situation in der Region. Eine Übersicht über die Maßnahmen in den Regionen Englands finden Sie hier, die geltende Stufe je nach Postleitzahl können Sie auf dieser Seite der britischen Regierung nachschauen.

Stufe 1 („Mittel“):

  • Bis zu sechs Personen dürfen sich im Freien und in geschlossenen Räumen treffen. Ausnahmen gelten für Arbeitsstätten und Schulen. Hochzeiten sind bis maximal 15 Personen und Beerdigungen bis maximal 30 Personen erlaubt.
  • Geschäfte bleiben geöffnet.
  • Restaurants und Pubs schließen um 23 Uhr. Es gibt nur noch Tisch-Service.

Stufe 2 („Hoch“):

  • Bis zu sechs Personen dürfen sich im Freien treffen. Ausnahmen gelten für Arbeitsstätten und Schulen. Hochzeiten sind bis maximal 15 Personen und Beerdigungen bis maximal 30 Personen erlaubt.
  • Geschäfte bleiben geöffnet.
  • Restaurants und Pubs haben geöffnet, man darf sich in den Räumen aber nicht mit Personen treffen, die nicht zum eigenen Haushalt oder zur „support bubble“ gehören. Es gibt nur noch Tisch-Service.

Stufe 3 („Sehr hoch“):

  • Kein Kontakt zu anderen Haushalten in Privaträumen oder Privatgärten.
  • Im Freien (öffentliche Plätze, Parks, Strände etc.) dürfen sich maximal sechs Personen treffen. Ausnahmen gelten für Schulen und Arbeitsstätten. Hochzeiten sind bis maximal 15 Personen und Beerdigungen bis maximal 30 Personen erlaubt.
  • Geschäfte bleiben geöffnet.
  • Restaurants und Pubs dürfen nur noch take away und Lieferdienste anbieten.
  • Hallensport ist verboten.
  • Kinos, Theater, Museen bleiben geschlossen.
  • Hotels bleiben geschlossen.
  • Reisen, auch Tagesreisen, sollten unterbleiben.

Stufe 4 („Stay at home“):

  • In diesen Regionen darf das Haus nicht verlassen werden.
  • Treffen mit Personen innerhalb von Gebäuden sind untersagt, sofern diese nicht zum Haushalt oder zu einer bestehenden Unterstützungsgemeinschaft („support bubble“) gehören.
  • Treffen mit Personen im Außenbereich sind mit maximal einer Person gestattet.
  • Alle nicht essenziellen Geschäfte sind geschlossen.
  • Reisen: National und international sollen Reisen von Personen, die sich in Tier-4-Gebieten aufhalten, grundsätzlich unterbleiben. Urlaubsreisen sind weder innerhalb Großbritanniens noch ins Ausland erlaubt. Ausnahmen vom Reiseverbot gelten für „dringend notwendige“ Reisen. Beruflich zwingend notwendige Reisen sind erlaubt. Reisen zur Aufnahme oder Fortsetzung von Ausbildung, Erfüllung von Fürsorgeverpflichtungen oder medizinischer Versorgung können als „essential“ anerkannt werden.

Unabhängig von der jeweiligen Stufe gilt überall die Vorschrift, einen Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, Supermärkten, Restaurants, Pubs und Geschäften zu tragen.

In Schottland gilt seit Anfang November ein fünfstufiges Maßnahmenpaket, die Restriktionen wurden jetzt ebenfalls verschärft. Details dazu finden Sie auf den Seiten der schottischen Regierung.

Neben der alarmierenden Corona-Situation gibt es für deutsche Reisende auch noch den Brexit zu bedenken. Hier finden Sie Informationen zu den Folgen des Brexits für Urlauber. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland ist seit dem 1. Februar 2020 nicht mehr Mitglied der Europäischen Union und Anfang 2021 offiziell ausgetreten.