Einreise, Flüge, Versicherung, Telefonieren

Urlaub in Großbritannien – welche Rolle spielt der Brexit?

Noch sind die Folgen des Brexit für Reisende begrenzt, das wird sich allerdings vermutlich ab 2021 ändern
Noch sind die Folgen des Brexits für Reisende begrenzt, das wird sich allerdings vermutlich ab 2021 ändern
Foto: Getty Images

Großbritannien ist zwar bereits am Januar aus der EU ausgetreten, noch immer werden aber Verhandlungen über die genauen Details des Abkommens geführt. Wie lange die sogenannte Übergangsphase noch läuft, was sich danach ändern könnte und worauf Urlauber achten sollten, hat TRAVELBOOK zusammengefasst.

Auch wenn der Brexit eigentlich bereits im Januar vollzogen wurde, gilt für Großbritannien noch immer eine Übergangsphase – auch für Reisende, die in Großbritannien und Nordirland Urlaub machen wollen oder das Land geschäftlich besuchen. Bis zum Jahresende 2020 ändert sich für sie erst einmal nichts. Was Sie trotzdem wissen und bedenken sollten: ein Überblick.

Einreise nach Großbritannien

Die Personalausweise von EU-Bürgern werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes (AA) vorerst weiterhin als ausreichend für Reisen ins Vereinigte Königreich anerkannt. Mit einem vorläufigen Personalausweis sollen Reisende mindestens noch bis 31. Dezember 2020 einreisen können. Außerdem ist die Einreise mit einem Reisepass möglich. Dieser wird in Großbritannien und Nordirland aber nicht zwingend benötigt, wenn man einen gültigen Personalausweis dabei hat.

Achtung: Aktuell gibt es wegen der Corona-Pandemie veränderte Einreisebedingungen und Reisende aus Deutschland sind zu einer Quarantäne verpflichtet. Informieren Sie sich vor Beginn Ihrer Reise auf der Seite des Auswärtigen Amtes über aktuelle Beschränkungen.

Flüge

Aktuell steht noch nicht fest, wie sich die Flugverbindungen von und nach Großbritannien nach Ende der Übergangsphase, also ab 2021, weiterentwickeln. Die Reisewirtschaft hält laut DRV ein umfassendes Luftverkehrsabkommen für notwendig.

Die EU-Fluggastrechte, die unter anderem Entschädigungen bei Ausfällen von Flügen und bei langen Verspätungen regeln, sollen nach Angaben der britischen Regierung auch nach dem Brexit gelten, wie das Europäische Verbraucherzentrum in Kehl informiert.

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Reiseversicherung

Der Bund der Versicherten rät bei Auslandsreisen grundsätzlich zum Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung, die auch einen medizinisch sinnvollen Rücktransport nach Deutschland bezahlt. An dieser Empfehlung ändert der Brexit nichts.

 

Telefonieren

Derzeit verursacht ein Handy-Telefonat oder eine SMS nach Deutschland für Großbritannien-Reisende keine Zusatzkosten, weil innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten die Roaming-Gebühren abgeschafft worden sind.

Auch nach dem Brexit müssen viele Urlauber vorerst keine Extra-Kosten fürs Surfen und nach Hause telefonieren mit dem Smartphone bezahlen. Denn die Mobilfunkanbieter können Großbritannien weiterhin freiwillig in die EU-Zone einstufen.

Die Telekom verfährt so bereits mit dem Nicht-EU-Land Schweiz und hat signalisiert, Großbritannien ebenfalls so behandeln zu wollen. Auch bei Vodafone soll zunächst alles beim Alten bleiben. Das Unternehmen geht davon aus, dass Großbritannien in der EU-Roaming-Regelung bleiben wird. Telefónica (O2) hat entschieden, bis zum 31. Dezember 2020 erst einmal nichts zu ändern – erst danach soll Großbritannien gegebenenfalls in eine andere Länderzone eingestuft werden.