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„3G“ oder „2G“?

Die Corona-Regeln in europäischen Urlaubsländern im Überblick

Tallinn, Estland
Estland gilt wie das Nachbarland Lettland seit dem 10. Oktober als Corona-HochrisikogebietFoto: Getty Images

Was muss ich tun, wenn ich Urlaub in Portugal machen möchte – und welche Einreisebestimmungen gelten für Polen oder Griechenland? Worauf muss ich achten, wenn ich von Dänemark wieder zurück nach Deutschland reise? TRAVELBOOK beantwortet diese und weitere Fragen in Bezug auf die Corona-Regeln in ausgewählten europäischen Ländern.

Immer mehr Menschen sind gegen das Corona-Virus geimpft, damit gehen auch für den Urlaub in vielen Ländern in Europa leichtere Reisebestimmungen einher. Trotzdem gibt es viele Fragen: „3G“ oder „2G“? Muss ich mich bei der Ein- oder Ausreise testen lassen – oder beide Male? Damit Sie vor dem Urlaub gut informiert sind, stellt TRAVELBOOK die aktuellen Corona-Regeln und Maßnahmen verschiedener Länder in Europa vor.

Einreise nach Deutschland

Generell gilt für jede Einreise nach Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium: Personen ab 12 Jahren müssen grundsätzlich bei Einreise über ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen. Kinder unter 12 Jahren sind von der Nachweispflicht befreit. Personen, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuften Gebiet aufgehalten haben, müssen daneben eine spezielle Anmelde-, Nachweis- und Quarantänepflicht beachten. Bei Einreise aus Virusvariantengebieten gilt – vorbehaltlich sehr eng begrenzter Ausnahmen – ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug direkt aus diesen Ländern.

Europa-Urlaub trotz Corona – Länder-Überblick

Belgien

Grundsätzlich ist die Einreise nach Belgien möglich. Reisende müssten vorher ein digitales Formular ausfüllen und ggf. vorzeigen. Bei fehlendem ausgefüllten Formular ist ein Bußgeld von bis zu 250 Euro fällig oder es kann die Einreise aus Nicht-Schengen-Staaten verweigert werden, schreibt das Auswärtige Amt.

Für die Einreise gilt: Belgien hat Regionen in grüne, orange und rote Bereiche eingeteilt. Einreisende aus orangen und grünen Regionen müssen sich nicht testen lassen und auch nicht in Quarantäne, sofern sie symptomfrei sind, berichtet das Auswärtige Amt. Urlauber aus roten Regionen müssen geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sein. Es gibt keine Quarantänepflicht (Ausnahme: Brüssel). In Deutschland sind die Regionen mehrheitlich als rot eingestuft – mit folgenden Ausnahmen: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind orange. Kinder unter 12 Jahren müssen sich nicht testen lassen. Informieren Sie sich vor Abreise unbedingt über den aktuellen Stand – denn die Einstufungen können sich schnell ändern.

Dänemark

Deutschlands Nachbar Dänemark unterteilt Regionen in „grün“, „gelb“, „orange“ und „rot“. Fast ganz Deutschland gilt als „gelb“ mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, das den Status „grün“ hat.

Für Touristen aus „grünen“ oder „gelben“ Regionen gilt: Die Einreise ist grundsätzlich möglich. Es muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Wer aus einem „gelben“ Gebiet kommt, muss zusätzlich einen zweiten Test bis 24 Stunden nach Einreise machen. Von der Testpflicht ausgenommen, sind Kinder bis einschließlich 15 Jahre, Geimpfte und Genesene. Es besteht keine Quarantäne-Pflicht.

Hier finden Sie alle Informationen für Urlauber zur Corona-Lage in Dänemark.

Frankreich

Frankreich wird seit Sonntag (26. September) mit Ausnahme einiger Überseegebiete von der Bundesregierung nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet geführt. Als letzte französische Region in Europa wurde das bei Touristen beliebte Gebiet Provence-Alpes-Côte d’Azur von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) zuvor mitgeteilt hatte. Damit entfallen alle Quarantäneregeln für Einreisende aus dieser Region.

Vollständig geimpfte Personen können nach Frankreich einreisen, ohne einen besonderen Grund dafür haben oder in Quarantäne zu müssen. Für minderjährige Kinder gelten – unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht – in Bezug auf die Quarantäne und den Reisegrund die gleichen Vorgaben wie für die sie begleitenden geimpften Volljährigen. Für ungeimpfte Kinder ab 12 wird in der Regel ein Test verlangt.

Einreisende aus Deutschland, die nicht vollständig geimpft sind, müssen einen negativen PCR-Test vorweisen, der höchstens 72 Stunden vor Reisebeginn durchgeführt wurde. Zudem muss eine Erklärung zur Symtomfreiheit abgegeben werden, die Sie hier herunterladen können. Für Personen, die sich weniger als 24 Stunden in Frankreich befinden und auf dem Landweg einreisen, beruflich unterwegs oder 30 km vom eigenen Wohnort entfernt sind, gilt eine Ausnahme von der Testpflicht.

Großbritannien

Das gesamte Vereinigte Königreich ist derzeit als Hochrisikogebiet eingestuft. In Großbritannien werden Länder verschiedenen Kategorien zugeteilt, die über Einreiseregelungen bestimmen. Zurzeit ist Deutschland Teil der „green“ Liste. Wer auf dem Landweg einreist, muss aber Länder passieren, die der Kategorie „amber“ zugeordnet sind, demnach gelten verschärfte Einreisebestimmungen.

Einreisende aus Ländern, die der Kategorie „green“ zugeordnet sind, müssen sich 48 Stunden vor der Einreise online anmelden und einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweisen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Ein weiterer Test wird zwei Tage nach der Einreise fällig. Mit Quarantäne haben auch ungeimpfte Reisende nicht zu rechnen. Minderjährige unter vier Jahren benötigen keinen Test zur Einreise. Kinder zwischen fünf und zehn Jahren müssen zwar vor der Einreise keinen Test machen, vor oder am Tag 2 nach Einreise ist aber einer fällig. Für Minderjährige ab elf gelten dieselben Regeln wie für Erwachsene. Reisende, die ohne einen negativen COVID-19-Test nach England einreisen, müssen laut Auswärtigen Amt mit einer Geldstrafe von mindestens 500,- GBP rechnen.

In England, Schottland und Wales wurden nahezu alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Nur in London besteht weiterhin eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis. In Nordirland ist das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in öffentlichen Verkehrsmittel und im Handel vorgeschrieben.

Italien

Kürzlich wurden in Italien viele Corona-Beschränkungen aufgehoben, besonders Kulturinteressierte dürften erleichtert sein. Museen dürfen nun wieder mit 100-prozentiger Auslastung operieren, bisher waren nur die Hälfte der Besucher zugelassen. Auch in Fußballstadien wurde die Auslastung erhöht, 75 Prozent der Plätze dürfen dort nun belegt werden. Voraussetzung dafür ist der Grüne Pass, in dem ein Impf- oder Genesenennachweis oder Test hinterlegt wird. Für Clubs sind keine Lockerungen vorgesehen. Diese dürfen zwar öffnen, für die Gäste gilt allerdings ein Tanzverbot.

Die Einreise nach Italien ist für Urlauber aus Deutschland momentan ohne Quarantäne möglich. Voraussetzungen dafür sind die Anmeldung über ein Online-Formular, ein Impfnachweis, ein negatives Testergebnis (PCR oder Antigentest, nicht älter als 48 Stunden, Kinder unter sechs Jahren sind ausgenommen) oder ein Genesenennachweis. Die Durchreise durch Italien mit dem eigenen PKW ist bis zu 36 Stunden ohne Einschränkungen und ohne Testpflicht möglich

In Italien gilt der gesundheitliche Notstand. Ein Mund-Nasen-Schutz ist im öffentlichen Raum und im Freien vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Verstöße gegen die Maskenpflicht können mit hohen Geldstrafen geahndet werden, so das Auswärtige Amt. Wer in Innenbereichen im Restaurant essen will, muss nachweislich geimpft, negativ getestet oder genesen sein.

Italiens Regionen sind je nach epidemiologischer Lage in vier Kategorien eingeteilt (weiß, gelb, orange und rot), für die spezifische restriktive Maßnahmen vorgesehen sind. Personen mit einer „Grünen COVID-19-Bescheinigung“ (für Geimpfte, Genesene und Getestete) dürfen sich uneingeschränkt in allen Zonen bewegen.

Niederlande

Deutschland ist für die Niederlande kein Hochrisikogebiet, ist aber seit dem 4. September 2021 als „gelb“ eingestuft. Reisende ab 12 Jahren aus Deutschland müssen bei der Einreise entweder nachweislich geimpft oder genesen sein oder einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorweisen.

In den Niederlanden wird ab dem 25. September die Abstands-Regel aufgehoben. Viele Maßnahmen bleiben aber weiterhin, darunter die Maskenpflicht für Busse, Bahnen, Züge und auf Flughäfen. Diskotheken und Clubs dürfen zwar wieder öffnen, müssen aber wie alle anderen Gaststätten um Mitternacht schließen.

Durch die Aufhebung der 1,5-Meter-Regel können bei Konzerten, in Theatern, aber auch in Restaurants und Cafés wieder mehr Besucher zugelassen werden – allerdings nur mit dem Corona-Pass. So werden seit Frühjahr 2020 auch erstmals wieder Fußballspiele in vollen Stadien erlaubt.

Hier finden Sie alle Informationen für Urlauber zur Corona-Lage in den Niederlanden.

Österreich

In Österreich gilt die „2G“-Regel in der Nachtgastronomie, allerdings versteht man darunter im Alpenland etwas anderes als in Deutschland: In Clubs und Discos kommt man seit dem 22. Juli nur, wenn man geimpft oder mit einem PCR-Test getestet ist. Der Nachweis einer Genesung reicht nicht mehr aus. Das Gesundheitsministerium in Wien ist der Meinung, dass noch zu wenige Studien über Ansteckungen unter Genesenen vorliegen, um eine durchgemachte Covid-19-Erkrankung als Eintrittskarte für die Nachtgastronomie zu akzeptieren.

Skiurlaub in Österreich dürfte in diesem Winter wieder möglich sein. Bei steigenden Fallzahlen gilt beim Aprés-Ski aber die 1G-Regel. Wird die zweite Stufe des aktuell geltenden Drei-Stufen-Modells erreicht, sollen nur noch Geimpfte Zugang zu Pisten-Partys haben, so Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in einer Pressekonferenz am 20. September. Weitere Infos zur Corona-Lage in Österreich finden Sie hier.

Bei Einreise aus Deutschland muss ein Nachweis über eine vollständige Impfung, ein negativer Covid-Test (Antigentest nicht älter als 24 Stunden oder PCR-Test nicht älter als 48 Stunden ab Probenentnahme) oder ein Genesungsnachweis (Infektion in den vorangegangenen 180 Tagen) erbracht werden. Die Durchreise durch Österreich ist ohne Einschränkungen möglich.

Polen

Auch in Polen ist, wie in einigen Ländern in Europa, das öffentliche Leben noch wegen Corona eingeschränkt, Urlaub ist derzeit noch nicht wie vor der Pandemie möglich. Doch in den nächsten Wochen sollen in Polen die Beschränkungen in Etappen gelockert werden. In Polen gelten für Hotels und Restaurants Kapazitätsbeschränkungen. Weil Geimpfte und Genesene dabei nicht mitgezählt werden, können sie theoretisch auf ein freies Zimmer oder einen freien Tisch hoffen. In der Praxis haben die Betriebe aber keine rechtliche Grundlage, einen Impfnachweis einzusehen. Es reicht eine schriftliche Bestätigung des Gastes. Kostenlose Bürgertests gibt es nicht.

Wer bei der Einreise nach Polen nicht in Quarantäne möchte, muss entweder einen Impfnachweis, einen Genesenennachweis oder ein negatives COVID-19-Testergebnis (PCR oder Antigen-Test) vorzeigen, wird, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Personen, die beruflich auf dem Landweg einreisen oder sich kürzer als 24 Stunden im Land aufhalten, sind von dieser Regelung ausgenommen.

Slowakei

In der Slowakei gelten je nach Infektionsgeschehen der jewieligen Region unterschiedliche Beschränkungen. Der sogenannte „Covid-Automat“ teilt die Landkreise in rote, orange, gelbe und grüne Bezirke auf. In allen Bezirken dürfen Hotels Gäste aufnehmen und Restaurants, Kneipen und Cafés die Außenbereiche öffnen. In orangefarbenen, gelben und grünen Bezirken ist die Bewirtung auch drinnen erlaubt. Weiterhin gilt eine Mundschutzpflicht in allen Innenräumen.

Bei der Einreise müssen sich Urlauber vorab online im Portal „eHranica“ anmelden und außerdem eine zehntägige Quarantäne einhalten, es sei denn, sie sind geimpft. Alle anderen können die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch ein negatives PCR-Testergebnis verkürzen.

Spanien und Portugal

Auf der Iberischen Halbinsel gibt es keine Nachteile für Ungeimpfte. Und auch eine Debatte über Vorteile für Geimpfte und Genesene gibt es weder in Spanien noch in Portugal. Und das hat gute Gründe: In beiden Ländern gibt es eine hohe Corona-Impfbereitschaft und mit die besten Impfquoten in Europa, was auch für den Urlaub viele Erleichterungen mit sich bringt. Denn in Spanien und in Portugal gibt es immer weniger Einschränkungen für Urlauber. Hier finden Sie umfassende Informationen zu Spanien und hier zu Portugal.

Estland und Lettland

Die Bundesregierung hat Estland und Lettland am 10. Oktober als Corona-Hochrisikogebiete eingestuft. Reiserückkehrer müssen somit die aktuell in Deutschland geltenden Anmelde-, Nachweis- und Quarantänepflichten beachten.

Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise nach Estland grundsätzlich möglich. Geimpfte und Genesene mit entsprechenden Nachweisen sind von der Test- und Quarantänepflicht ausgenommen. In Estland wurden die Auflagen für Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel und Kultur- und Freizeiteinrichtungen gelockert, schreibt das Auswärtige Amt. In geschlossenen Räumen gelte eine Zwei-Meter-Abstandsregelung sowie die Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Innenräumen.

Auch bei der Einreise nach Lettland gelten für vollständig geimpfte oder genesene EU-Bürger weder Test- noch Quarantänepflichten. Alle Reisenden müssen sich jedoch 48 Stunden vor Einreise registrieren. „Der nach der Registrierung erhaltene QR-Code ist den Grenzbeamten bei der Einreise vorzuzeigen und während der gesamten Dauer des Aufenthaltes für Kontrollen bereitzuhalten“, heißt es auf der Webseite des Auswärtigen Amts.

In Lettland sind sowohl die Außen- als auch die Innengastronomie und Einkaufszentren mit gewissen Einschränkungen geöffnet, ebenso die Freiluftbereiche der Museen. Die Innenbereiche der Museen sind lediglich unter Auflagen geöffnet.

Tschechien

In Tschechien werden Geimpfte bisher nicht gegenüber Getesteten bevorzugt behandelt. Doch seit 1. September sind die Corona-Tests in der Regel nicht mehr kostenlos. Eine Ausnahme gilt für Kinder bis zwölf Jahren und Personen, die sich nicht impfen lassen können. Bisher wurden monatlich die Kosten von vier Antigen- und zwei PCR-Tests übernommen.

Wer in Tschechien Gaststätten, Cafés, Kinos oder Schwimmbäder besuchen will, muss nachweislich getestet, genesen oder geimpft sein. Inzwischen sind mehr als fünf Millionen der insgesamt knapp 10,7 Millionen Einwohner des EU-Mitgliedstaats vollständig geschützt. Außerdem bietet Tschechien seit dem 20. September allen geimpften Bürgern eine Auffrischungsimpfung an, wie Gesundheitsminister Adam Vojtech mitteilte. Dafür soll der Impfstoff von BioNTech/Pfizer verwendet werden. Zudem sollen Ärzte finanziell dafür belohnt werden, wenn sie über 65-Jährige zu einer Erstimpfung bewegen.

Norwegen

Angesichts einer hohen Impfquote hat Norwegen sich von den meisten in der Pandemie erhobenen Corona-Beschränkungen verabschiedet. Am Samstag (25. September) wurden die meisten Maßnahmen innerhalb des Landes aufgehoben. Unter anderem gilt nun nicht mehr die Ein-Meter-Abstandsregel, auch die Teilnehmerbeschränkungen bei Veranstaltungen und Zusammenkünften fallen weg. Einzig die Anforderung, im Falle einer Corona-Erkrankung in Isolation zu gehen, bleibt bestehen. Auch die Einreisebeschränkungen werden schrittweise aufgehoben.

Slowenien

Das EU-Land Slowenien gilt seit Sonntag (26. September) als Hochrisikogebiet. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und von dort einreist, muss sich in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne begeben. Eine Befreiung ist erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test möglich. Das kleine Balkanland ist inzwischen das einzige EU-Mitglied, das ganz als Hochrisikogebiet eingestuft ist.

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