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Heute erinnert an sie nur noch ein Leuchtturm

Die versunkene Nordsee-Insel Arngast

Angast Leuchtturm Nordsee Jadebusen
Vom Ufer bei Dangast im Jadebusen ist der Leuchtturm Arngast noch zu sehen Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
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Lena Braun
Redaktion TRAVELBOOK

7. April 2026, 10:13 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Norddeutschland gehört zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands, nicht zuletzt wegen seiner rauen Küstenlandschaft, des endlosen Horizonts und der markanten Leuchttürme. Ganze 21 dieser maritimen Wahrzeichen prägen die Nordsee. Einer von ihnen steht allerdings an einem Ort, der eine ganz eigene, fast vergessene Geschichte erzählt.

Mitten im Jadebusen, einer Meeresbucht zwischen Wilhelmshaven und Bremerhaven, ragt ein einsamer Leuchtturm aus dem Wasser. Was heute wie ein gewöhnliches Seezeichen wirkt, ist in Wahrheit der letzte sichtbare Zeuge einer untergegangenen Insel: Arngast.

Der Untergang einer Insel

Die heutige Bucht war einst besiedeltes Land, das im Mittelalter durch mehrere schwere Sturmfluten nach und nach überflutet wurde. So entstanden, laut „HNA“, in der Meeresbucht rund 45 Inseln.

Von der Flutung betroffen war auch das Kirchspiel Arngast, eine Art Pfarrgemeinde, mit mehreren Siedlungen und Höfen. Die Bewohner lebten fortan auf der neu entstandenen Insel gleichen Namens, die mit etwa sechs Quadratkilometern die größte in der Jadebucht war: Trotz schwerer Einschnitte, etwa durch die Antoniflut 1511, die Arngast vom Festland bei Dangast trennte (NWZ berichtet), blieb die Insel noch bis 1686 bewohnt.

Doch das Eiland hatte keine Chance zu bestehen: Über Jahrzehnte wirkten Sturmfluten und Gezeiten weiter auf die Insel ein. Arngast schrumpfte, zerfiel schließlich in Teile und versank zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollständig im Meer.

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Über 400 Jahre lang konnte man, theoretisch, die stetigen Veränderungen in der Bucht beobachten. Sichtbar ist davon heute allerdings nichts mehr. Stattdessen erinnert der im Jahre 1909/1910 erbaute Leuchtturm im Jadebusen an die untergegangene Insel.

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Der Leuchtturm als letzter Zeitzeuge

Der Arngast-Leuchtturm erhebt sich rund 30 Meter über dem Mittelhochwasser und dient bis heute der Schifffahrt zur Orientierung im Jadebusen. Etwa 4,5 Kilometer vor Wilhelmshaven weist er Schiffen den Weg in die Häfen der Bucht.

Bis vor rund 60 Jahren war der Turm noch bemannt: Drei Leuchtturmwärter wechselten sich im Zwei-Wochen-Rhythmus ab. Heute wird das Leuchtfeuer von Wilhelmshaven aus ferngesteuert.

Neben dem berühmten Leuchtturm „Roter Sand“ zählt Arngast zu den bekanntesten und traditionsreichsten Leuchttürmen an der deutschen Nordseeküste. Entsprechend ist er auch im Verzeichnis der Kultur- und Baudenkmäler eingetragen.

Arngast Leuchtturm Nordsee
Der Leuchtturm „Arngast“ ist nach der ehemaligen Insel benannt, auf deren Stelle er heute steht Foto: Getty Images

Den Turm zwischen Wasser und Watt erleben

Besonders faszinierend: Der Turm verändert je nach Gezeiten sein Erscheinungsbild. Bei Hochwasser ist er vollständig vom Meer umgeben, bei Niedrigwasser steht er mitten im Watt. Vom westlichen Ufer des Jadebusens aus ist der Leuchtturm gut sichtbar.

Wer ihm wirklich nahekommen möchte, kann an geführten Touren teilnehmen. Das Wanderzentrum Ostfriesland bietet entsprechende Exkursionen bis zum Fuß des Turms an. Allerdings sind diese nichts für Ungeübte: Die rund 7,5-stündige Tour führt durch Deiche, den Nationalpark und tiefes Schlickwatt. Die Betreiber warnen aber davor, dass die Exkursion als körperlich sehr anspruchsvoll gilt.

So bleibt der Leuchtturm von Arngast nicht nur ein Navigationspunkt für Schiffe, sondern auch ein stiller Mahner für die Kraft der Natur und das Verschwinden ganzer Landschaften.

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