6. Mai 2026, 18:43 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Vor Rügen steht eine der ungewöhnlichsten Immobilien Mecklenburg-Vorpommerns zum Verkauf. Doch wer die frühere Militärplattform Ostervilm ersteigern will, braucht mehr als nur Abenteuerlust.
Die künstliche Insel Ostervilm liegt vor Putbus in der Ostsee und war zu DDR-Zeiten streng abgeschirmtes Sperrgebiet. Nur wenige Matrosen waren dort stationiert. Heute ist der Ort ein maroder Lost Place mit einem verfallenen Wohnhaus und technischen Anlagen auf 600 Pfählen.
Die Plattform stammt aus der Zeit des Kalten Krieges. Marinesoldaten der DDR nutzten die Anlage, um Magnetfelder von Schiffen zu neutralisieren. Dadurch sollten die Schiffe besser vor Minen und Torpedos geschützt werden. Nach dem Mauerfall benötigte die Bundeswehr die „Entmagnetisierungsstation Lauterbach“ nicht mehr. Seitdem verfiel die Anlage – obwohl private Investoren zwischenzeitlich große Pläne hatten.
Mindestgebot liegt bei 39.000 Euro
Versteigert wird die frühere Militärplattform laut BILD bei der Sommerauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG am 4. Juni 2026 in Hamburg. Das Mindestgebot beträgt 39.000 Euro. Heute wird das Objekt „Insel Ostervilm“ genannt. Es befindet sich rund drei Kilometer östlich der Naturschutzinsel Vilm, die 94 Hektar groß ist, im Greifswalder Bodden.
Der Preis wirkt vergleichsweise niedrig, doch der Zustand der Anlage dürfte potenzielle Käufer vor große Herausforderungen stellen. Im Auktionskatalog wird die Immobilie deutlich beschrieben: „Die extravagante Insel ist auf einer Betonrahmenplattform mit Eisenplattenverschalung und Holzbohlenbeplankung erbaut. Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode. Setzungsrisse. Stahlteile verrostet. Zerstörte Fenster. Algen wachsen an den Mauern empor.“
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Besichtigung ist nicht möglich
Ostervilm ist ausschließlich über den Wasserweg erreichbar. Wegen des schlechten baulichen Zustands können Interessenten die Plattform vor der Auktion allerdings nicht besichtigen. Insgesamt umfasst das Objekt 710 Quadratmeter Land- und Wasserfläche. Für die Fläche besteht ein Nutzungsvertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund.
Als letzte bekannte Eigentümer werden ein norddeutscher Architekt und ein Planungsingenieur genannt. Sie wollten auf Ostervilm einen besonderen Kunstraum schaffen. Die Vorhaben scheiterten jedoch an langen Transportwegen, rechtlichen Hürden und sehr hohen Investitionskosten.
Pläne für Ferienanlage scheiterten
Vor rund zehn Jahren gab es zudem den Versuch, die frühere Station zu einer Ferienanlage umzubauen. Auch dieses Projekt wurde nicht umgesetzt. Seitdem nutzen vor allem Kormorane und andere Wasservögel die Plattform.
Wohnen auf Ostervilm wäre trotz der außergewöhnlichen Lage schwierig: Es gibt kein Süßwasser, die Abwasserentsorgung ist kompliziert, Heizung und Wartung wären aufwendig.