Vansee in der Türkei

Der See, in dem Forscher eine 3000 Jahre alte Burg fanden

Vansee
Der Vansee ist der größte See der Türkei und zugleich der größte Sodasee der Erde. Er liegt weit im Osten des Landes.
Foto: Getty Images

Der Van Gölü oder auch Vansee ist der größte See der Türkei und an seinem Grund liegt ein gigantisches Geheimnis, das noch längst nicht vollständig erforscht ist. Archäologen fanden darin die Überreste eines verlorenen Königreichs mit einer riesigen Burganlage.

Es war im Jahr 2017, als Wissenschaftler der Yüzüncü Yil Universität in Van nach jahrelanger Suche Hunderte Meter unter der Wasseroberfläche auf Mauerreste stießen, bis zu vier Meter hoch und außergewöhnlich gut erhalten. Laut dem Wissenschaftsportal „Sciencealert“ handelt es sich um eine riesige Burganlage, die sich über mindestens einen Kilometer am Grund des Sees erstreckt.

Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem Fund um eisenzeitliche Relikte der Urartu-Zivilisation handelt, die in der Region um den Vansee zwischen dem 9. bis 6. Jahrhundert v. Chr. ansässig war. „Es ist ein Wunder, dass wir diese Burg unter Wasser gefunden haben“, zitiert „Sciencealert“ Tahsin Ceylan, den Leiter des Tauchteams des Projekts. Niemand habe daran geglaubt, dass sie dort unten je etwas finden würden.

Unterwasseraufnahmen der Burgruine sehen Sie in diesem Youtube-Video von „National Geographic“:

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Siedlungen vom Wasser verschluckt

Zur Zeit des urartianischen Reiches war der Wasserstand des Vansees wohl weitaus niedriger als heute und stieg im Laufe der Jahrhunderte immer weiter an, bis Teile der Siedlungen verschluckt wurden. Andere Teile liegen dagegen oberhalb der aktuellen Küste und sind schon lange Gegenstand laufender archäologischer Untersuchungen.

Immer wieder stoßen Taucher am Grund des mehr als 3500 Quadratkilometer großen Vansees auf erstaunliche Funde. So entdeckten sie 2015 ein vier Kilometer großes Feld von Stalagmiten sowie Grabsteine ​​aus der seldschukischen Zeit vor etwa 1000 Jahren. Auch Schiffswracks werden immer wieder entdeckt.

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Das Wasser des bis zu 450 Meter tiefen Sees ist hochalkalisch, es handelt es sich um den größten Sodasee der Erde. Das ist auch der Grund, warum die Relikte darin so gut erhalten bleiben. Der See im Osten der Türkei ist von bis zu 4000 Meter hohen Bergen und Vulkanen umringt, hat klares Wasser und ist bei Touristen als Ausflugsziel beliebt.

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