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„Meine erste Fernreise brachte alles außer Erholung!“

TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal hatte während ihrer Fernreise nicht viel zu lachen
TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal hatte während ihrer Fernreise nicht viel zu lachen Foto: TRAVELBOOK / Katharina Regenthal
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Katharina Regenthal
Redakteurin TRAVELBOOK

30. April 2026, 10:15 Uhr | Lesezeit: 17 Minuten

Weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser, Palmen und Erholung! Ungefähr so hat sich TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal ihre erste Fernreise vorgestellt – doch statt Erholung gab es eigentlich nur Chaos und Enttäuschung. Und am Ende war sie froh, wieder zu Hause zu sein. Was alles schiefgelaufen ist, was vielleicht auch selbst verschuldet war und wo sie einfach nur Pech hatte, lesen Sie hier.

Wochenlang, wenn nicht sogar monatelang, haben wir uns auf diesen Urlaub gefreut. Denn zum ersten Mal wollten mein Jetzt-Ehemann und ich nicht nur Urlaub in Europa machen, sondern mal so richtig weit weg! Ausgewählt für unsere erste Fernreise hatten wir Sansibar. Die Insel liegt vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean. Unser Plan: Eine günstige Unterkunft direkt am Meer, von der aus man Ausflüge machen und gleichzeitig Meer und Strand genießen kann. Und dazu noch eine Mini-Safari in Tansania. Klingt gar nicht schlecht, oder? Fanden wir auch! Tja, und dann kam alles ein wenig anders. Auch, wenn wir wirklich viele tolle Momente auf Sansibar erlebt haben – diese Reise hat alles, aber keine Erholung gebracht. Stress, Tränen und ein Haufen Geld sind uns verloren gegangen. Die Chronologie eines Desasters.

Mit gepackten Koffern ging es erst einmal wieder nach Hause

Alles begann mit einer SMS. Unser Flug von Berlin nach Frankfurt (von wo aus wir weiter nach Sansibar fliegen sollten) fällt aus. Ich konnte es nicht glauben – wir saßen nämlich schon im Auto auf dem Weg zum Flughafen. Und mir war klar: Wenn wir diesen Flieger nicht nehmen können und es auch keine andere Möglichkeit gibt, schnell nach Frankfurt zu kommen, verpassen wir unseren Flieger auch dort.

Also rief ich bei der Airline-Hotline an und wurde relativ schnell mit einem Mitarbeiter verbunden. Am anderen Ende der Leitung hieß es nur, dass an dem Tag kein Flug mehr nach Frankfurt ginge – ob wir es schnell genug nach Leipzig schaffen würden oder eben direkt nach Frankfurt. Klares Nein, denn dafür war die Zeit einfach zu knapp, man muss ja am Flughafen immer früh genug vor Ort sein.

Der nette Herr am Telefon sagte mir, dass der nächste Flieger dann erst wieder in zwei Tagen ginge – na toll, dachte ich mir. Wir hatten ohnehin nur etwa 12 Tage für unseren Urlaub und jetzt waren es noch weniger. Nicht von Vorteil bei einem Flug von mindestens acht Stunden. Aber gut, was will man in so einer Situation machen? Natürlich haben wir den späteren Flug genommen. Der Servicemitarbeiter bot mir außerdem an, dass er auch unseren Rückflug um zwei Tage verschieben könne – dann hätten wir ja fast nichts verloren (außer die ersten beiden Übernachtungen in unserer Unterkunft, die wir dann hätten nachbuchen müssen). Klar machen wir das! Und damit fuhren wir mit gepackten Koffern wieder nach Hause.

Stundenlanges Telefonieren ohne Ergebnis

Am nächsten Tag hatte ich dann einen verpassten Anruf von der Airline. Was könnten die wollen? Der Flug ist ja erst morgen. Als ich zurückrief, hatte ich noch einmal den Servicemitarbeiter vom Vortag dran. Er erklärte mir, dass ihm ein Fehler unterlaufen sei. Er durfte gar nicht unsere Rückflüge durch neue ersetzen, da sie nicht mit „seiner“ Airline sind, sondern mit einer anderen. Das Problem ließe sich aber ganz einfach lösen, indem ich bei der anderen Fluggesellschaft anrufe und darum bitte, dass sie die neuen Flüge sozusagen freigeben.

Und damit begann das Hin- und Hertelefonieren über mehrere Stunden und sogar noch am darauffolgenden Tag. Denn das Problem konnte gar nicht gelöst werden.

Ich telefonierte immer wieder mit beiden Airlines, natürlich jedes Mal mit anderen Mitarbeitern, die mal mehr, mal weniger Auskunft geben konnten. Mal wurde das eine behauptet, mal was komplett anderes. Die andere Airline, die die Rückflüge „freigeben“ sollte, wusste überhaupt nicht, worum es geht, und konnte sich auch nicht austauschen (obwohl beide Fluggesellschaften Teil der gleichen Luftfahrtallianz sind).

So langsam wurde uns aber auch klar, dass das eigentliche Drama nicht unbedingt mit dem gestrichenen Flug angefangen hatte, sondern schon mit der Flugbuchung. Wir hatten uns für ein Portal entschieden, das die besten Flüge miteinander kombiniert. Allerdings wird dabei natürlich nicht darauf geachtet, dass man nur mit einer Airline fliegt. Die Servicemitarbeiter des Flugbuchungsportals konnten auch nicht helfen, bzw. hieß es immer, dass ich mich selbst drum kümmern muss. Wirklich ein klasse Service, dachte ich mir. Aber gut, es blieb uns nichts anderes übrig, als unsere alten Rückflüge wieder anzunehmen und somit zwei Tage zu verlieren. Wir wollten unbedingt auf die Insel, wenn auch verkürzt.

Kurz vorm Ziel scheitern? Auf gar keinen Fall!

Ich kann Ihnen so viel schon mal verraten: Das war noch lange nicht alles! Dieser Urlaub schien absolut zum Scheitern verurteilt. Am Tag des neuen Fluges kam nämlich schon die nächste Hiobsbotschaft: Unser Rückflug sollte unter anderem über Istanbul gehen und dann nach Berlin. Und dieser letzte Flug existierte nicht im Buchungssystem. Oder besser gesagt: Wir waren keine Passagiere dieses Fluges. Beim Flugbuchungsportal konnte man uns dazu natürlich wieder keine Auskunft geben. Und wir entschieden uns, uns um dieses Problem zu kümmern, wenn es so weit ist.

Naja, und wie sollte es anders sein? Auch am Berliner Flughafen lief erst einmal nicht alles reibungslos. Der Flugverkehr wurde eingestellt, als unser Flug gehen sollte: Unwetter! In Frankfurt hatten wir gerade einmal anderthalb Stunden zum Umsteigen. Irgendwann ging es dann doch los und wir hatten letztendlich noch etwa 45 bis 50 Minuten, um endlich in den Flieger nach Sansibar zu steigen.

Aber da wollte offenbar auch Frankfurt vorher nochmal ein Wörtchen mitreden. Nachdem wir einmal quer durch den Flughafen gerannt sind (warum sollte man auch das Glück haben, dass die Gates nah beieinander liegen), kamen wir an einer völlig überfüllten Sicherheitskontrolle für Fernflüge an. Ich hatte mich vorher extra online informiert, wie dieser Bereich aufgebaut ist. Dort hieß es, dass es eine extra Reihe für all diejenigen gibt, für deren Flug bereits der Last Call ausgerufen wurde.

Naja, nun, was soll ich sagen: Diese Fast Lane war geschlossen und lediglich eine Kontrolle geöffnet. Und vor uns etwa 150 andere Passagiere. Ich sage es Ihnen ehrlich: An diesem Punkt kamen mir mal wieder die Tränen, denn ich konnte das einfach nicht glauben. Aber ich wollte jetzt auch nicht so kurz vor dem Ziel, nämlich endlich in diesem Flieger nach Sansibar zu sitzen, aufgeben!

Leider hatten wir kein Glück, was den dortigen Koordinator der Passagiere anging. Statt die paar Leute herauszupicken, die kurz davor waren, ihren Flug zu verpassen, glänzte er nur mit Unfreundlichkeit. Und wenn er sah, dass sich jemand „vordrängelte“ (natürlich wurde vorher gefragt, ob man vorgelassen wird), bestrafte er einen mit dem Ende der Schlange.

Aber was blieb uns anderes übrig, als jeden einzelnen vor uns zu fragen, ob man doch bitte vorgelassen wird? Genau, nichts! Also machten wir das, immer in der Sorge, gleich „erwischt“ zu werden. Das Ende vom Lied war, dass wir es in den Flieger schafften, dieser aber mit Verspätung starten konnte, weil andere Passagiere nicht so viel Glück wie wir hatten und ihre Koffer wieder herausgeholt werden mussten.

Jetzt denken Sie vielleicht: „Super, geschafft!“ Aber die Geschichte ist natürlich noch (lange) nicht vorbei. Denn Sie erinnern sich ja vielleicht: Ein Teil unserer Rückreise war weiterhin ungewiss. Und Urlaub auf der Insel mussten wir ja auch erst einmal machen.

Unsere Unterkunft auf Sansibar hatte die perfekte Lage – trotzdem entschieden wir uns am Ende nochmal umzuziehen
Unsere Unterkunft auf Sansibar hatte die perfekte Lage – trotzdem entschieden wir uns am Ende nochmal umzuziehen Foto: Katharina Regenthal

Zimmerwechsel, überpünktliche Fahrer, …

Auf Sansibar angekommen, lief alles erst einmal so weit reibungslos. Draußen wartete ein Fahrer unseres Hotels auf uns und wir fuhren direkt los. Allerdings, wie sollte es auch anders sein, zum falschen Hotel. Dazu muss ich kurz erwähnen, dass wir eine Unterkunft gebucht hatten und uns der Betreiber ein paar Wochen vorher darüber informierte, dass dort Bauarbeiten stattfinden und wir deshalb in seinem anderen Haus unterkommen. Beim Fahrer ist das wohl nicht angekommen, so standen wir erst einmal samt Koffern in der falschen Unterkunft.

Aber auch das Problem ließ sich schnell lösen und irgendwann konnten wir endlich unseren ersten, wie ich finde, wohlverdienten frisch gepressten Smoothie trinken. Wir bekamen ein Zimmer im Erdgeschoss mit kleiner Terrasse, alles in allem vollkommen ausreichend. Das Zimmer war günstig, der Komfort entsprechend gering. Ich muss zugeben, geringer als gedacht, und nach der doch eher hürdenreichen Anreise hätte ich mir schon etwas Netteres gewünscht, aber so hat es erst einmal gepasst. Also zumindest für uns. Zwei Tage später bat uns nämlich der Besitzer, das Zimmer zu wechseln, weil er kleinere Renovierungsarbeiten vornehmen wolle. Nun gut, natürlich haben wir das Zimmer gewechselt. Also, alles einmal eingepackt und dann wieder ausgepackt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause stand unsere Mini-Safari in Tansania an. Wir waren ziemlich froh, dass wir die erst am dritten Tag unseres Urlaubs gebucht hatten – aufgrund des Flugausfalls hätten wir diese nämlich sonst nicht machen können und hätten auch kein Geld zurückbekommen.

Morgens um zwei Uhr holte uns ein Fahrer ab, um uns zum Flughafen zu bringen. Das kam uns tatsächlich auch recht früh vor, da die kleine Propellermaschine aufs Festland erst um sieben Uhr gehen sollte, aber wir haben uns nichts weiter dabei gedacht.

Wir kamen im Dunkeln am Treffpunkt an – und es war natürlich sonst niemand dort. Wir waren die einzigen, offenbar hatte es unser Fahrer zu gut gemeint und wollte überpünktlich sein. Genauer gesagt: etwa zwei Stunden zu früh. Dafür erlebten wir an diesem Tag wirklich etwas Einzigartiges. Elefanten, Löwen, Giraffen – und das alles aus nächster Nähe. Das war wirklich etwas ganz Besonderes, an das wir uns nur allzu gerne zurückerinnern – auch, wenn die negativen Gefühle für diesen Urlaub bis heute überwiegen.

Einer der schönsten Momente während der Reise: die Safari in Tansania
Einer der schönsten Momente während der Reise: die Safari in Tansania Foto: Katharina Regenthal

Die Kreditkarte hat gemacht, was sie wollte

Wir wurden nämlich weiter vom Pech verfolgt. Und ich gebe zu, an diesem Punkt war ich vermutlich nicht ganz unschuldig – oder bin vielleicht zu naiv an die Sache herangegangen. Ich hatte vorher nur etwas Geld gewechselt und ansonsten auf die Kreditkarte meines Mannes gesetzt. Ich selbst besaß zu dem Zeitpunkt noch keine. Als wir einen Ausflug buchen wollten, funktionierte sie auf einmal nicht. Meine Mutter musste von Deutschland aus das Geld an den Anbieter überweisen – unangenehm, aber nicht dramatisch.

Schlimm wurde es erst, als wir feststellten, dass die Kreditkarte offenbar nur nach Lust und Laune funktionierte. In einem Restaurant entschied sie sich dazu, nicht zu gehen. Ich kratzte das restliche Bargeld zusammen – für ein Taxi reichte es jetzt nicht mehr. Also mussten wir etwa fünf Kilometer zum Hotel zurücklaufen. Am Strand entlang, was erst einmal schön ist. Was ich aber ehrlich gesagt kaum auf dem Schirm hatte: Auf Sansibar herrschen starke Gezeiten. Und wir waren natürlich während der Flut dort unterwegs und einige Strandabschnitte waren gar nicht mehr begehbar.

Ich fasse mich kurz: Irgendwann, nachdem wir von wilden Hunden weggelaufen und über wortwörtlich Stock und Stein geklettert waren, sind wir wieder in unserer Unterkunft angekommen. Dort baten wir unseren Gastgeber, uns zu einem Geldautomaten zu fahren, damit wir wieder Bargeld hatten – und siehe da: Das hat funktioniert! Ich sage es nochmal: Es war ein Auf und Ab der Gefühle!

Das Kartenproblem trat zum Ende des Urlaubs noch einmal auf – wir hatten uns nämlich entschieden, für die letzten drei Nächte doch noch einmal in ein etwas komfortableres Hotel mit Pool umzuziehen. Zu Beginn funktionierte die Karte, zum Ende nicht. Was da genau das Problem war? Wir wissen es bis heute nicht.

Traumhaft schön, aber eben keine Möglichkeit zum Baden: Sansibar während Ebbe
Traumhaft schön, aber eben keine Möglichkeit zum Baden: Sansibar während Ebbe Foto: Katharina Regenthal

Kein Badeurlaub dank Supermond

Aber kommen wir nochmal auf das Ebbe-Flut-Thema auf Sansibar zurück. Und auch hier bin ich vermutlich selbst schuld, dass ich mich nicht vorher besser informiert hatte. Ich wusste zwar um die Gezeiten, aber offenbar hatten wir, wie sollte es anders sein, auch diesbezüglich etwas Pech. Denn während unserer Reise gab es einen Supermond, der wirklich ganz traumhaft anzusehen war. Aber: eben auch für eine größere Intensität bei Flut und Ebbe gesorgt hat.

So konnten wir vielleicht ein- oder zweimal im Meer baden. Entweder war es einfach nicht da – oder es war derart wild, dass nicht mal mehr der Strand vorhanden war. Ärgerlich, aber deshalb sind wir ja dann auch nochmal umgezogen, damit wir wenigstens einen Pool hatten.

Dieses neue Hotel war wirklich schön. Die erste Nacht mussten wir allerdings noch in einem etwas weiter hinten gelegenen Bungalow verbringen, weil ein „normales“ Zimmer erst am nächsten Tag frei war. Wir waren ja recht spontan umgezogen.

Die erste Nacht endete dort in den frühen Morgenstunden, denn ich wurde von lautem Poltern und Krachen geweckt, was mir wirklich Angst gemacht hat. Ich dachte, über mir bricht die Decke ein. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, was denn jetzt schon wieder los war. Und ich kann Sie in diesem Fall glücklicherweise beruhigen. Denn bei dem lauten Poltern handelte es sich lediglich um die Affen, die morgens von Dach zu Dach sprangen. Eine Gruppe aus etwa 20 Tieren. Fehlalarm also, in diesem Hotel ist wirklich nichts schiefgelaufen.

So nah kam das Wasser dann wiederum bei Flut – sodass es auch dann keine Möglichkeit zum Baden gab
So nah kam das Wasser dann wiederum bei Flut – sodass es auch dann keine Möglichkeit zum Baden gab Foto: Katharina Regenthal

Rückflüge auf eigene Kosten

Aber da war ja noch die Sache mit dem Rückflug. Sie erinnern sich vielleicht: Kurz vor unserem Abflug sagte man mir, dass wir, warum auch immer, nicht für den letzten Flug von Istanbul nach Berlin eingebucht sind. Am letzten Urlaubstag bekam ich dann die Info von einer sehr netten Servicemitarbeiterin, dass der Flug für uns bereits ein paar Tage nach unserer vor Monaten getätigten Buchung storniert worden war. Aber meinen Sie, das hat man uns mitgeteilt? Meiner Meinung nach wäre dafür das Flugbuchungsportal zuständig gewesen – aber da kam nichts. Wir hätten das tatsächlich nie erfahren, wäre zu Beginn nicht das ganze Flug-Drama gewesen.

Und da frage ich mich: Wie wäre das gewesen? Wir wären in Istanbul gelandet und hätten dann dort erfahren, dass wir keinen Flug haben? Neben Verzweiflung kam auch langsam Wut auf. Also rief ich noch einmal bei der Hotline des Flugbuchungsportals an und fragte, wann sie denn dachten, uns das mitteilen zu wollen – und was sie jetzt gedenken zu tun.

Die Antwort war wirklich mehr als ernüchternd: Man könne nichts machen, wir sollten uns doch an unser Reisebüro wenden. Na klar, ans Reisebüro, dabei hatte ich ja alles direkt über dieses Portal gebucht. Ich war wirklich einfach nur stinksauer. Um nach Hause zu kommen, mussten wir uns also auf eigene Kosten einen Flug buchen. Das Geld dafür haben wir natürlich nie zurückbekommen. Aber dazu später mehr.

Fast zu früh am Flughafen

Ich gebe zu, als der Abreisetag anbrach, war ich auch ein wenig froh. So viel Drama, so viel Stress, so viele Telefonate mit Menschen, denen es wirklich einfach egal war, dass man Geld und Urlaubstage verloren hatte. Erholung sieht einfach anders aus. Also ging es für uns zum Flughafen – über früh, damit auch ja nichts schiefgeht. Wobei wir wohl ein wenig zu früh da waren.

Wir waren wirklich mit die Allerersten in der Schlange zum Check-in. Vorn angekommen fragte uns der Flughafenmitarbeiter, was denn unser Endziel sei. Ich versuchte ihm zu erklären, dass es theoretisch Berlin wäre, wir aber ja jetzt auf eigene Kosten den Flug von Istanbul gebucht hatten und deshalb das erst einmal unser Ziel ist. Er erklärte dann, dass es ein kleines Problem mit unserer Maschine gebe, aber das sei gar nicht schlimm. Geplant war ein Zwischenstopp am Flughafen von Addis Abeba und dann weiter nach Istanbul. Wir sollten jetzt aber stattdessen noch einen weiteren Zwischenstopp einlegen.

Ich schaute ihn an und möglicherweise sah er in meinen erschöpften Augen, dass ich das alles nicht kann und einfach nur nach Hause will. Denn plötzlich erklärte er mir, dass unser Flieger doch ganz normal geht und wir einfach vergessen sollen, was er eben erklärt hatte.

Ja, ich war genauso verwirrt, wie Sie es vielleicht gerade sind. Aber vermutlich war unser Flieger überbucht und sie wollten die Passagiere, die schon so früh da waren, umbuchen. Mit uns hatte er aber offensichtlich Mitleid – und beließ es bei der ursprünglichen Buchung.

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Nächstes Mal dann lieber Bayern

Über kurz oder lang sind wir dann in Istanbul gelandet und nach weiteren vier Stunden Aufenthalt dort (wir hatten extra einen deutlich späteren Anschlussflug gebucht, aus Sorge, dass dort wegen Verspätung auch etwas schiefgehen könnte), saßen wir endlich im Flieger nach Berlin. Und offenbar merkte dann auch mein Körper, dass jetzt nicht mehr viel passieren kann. Denn noch bevor wir überhaupt auf der Startbahn waren, war ich weggenickt.

Der Gang durch die Passkontrolle in Berlin war dann einer der schönsten Momente, so blöd es auch klingen mag. Wir waren wieder zu Hause. Nichts konnte mehr schiefgehen – und ich sagte zu meinem Mann: Nächstes Jahr dann nach Bayern, ja? Denn auf Fliegen hatte ich wirklich keine Lust mehr!

Mein persönliches Fazit

Ich habe es an einigen Stellen ja selbst zugegeben: Einige Dinge hätten besser laufen können, wenn ich mich besser vorbereitet hätte. Aber ich bin bis heute der Meinung, dass diese ganze Flugsituation nicht unsere Schuld war. Ein weiterer Höhepunkt war dann, nachdem wir wieder zu Hause waren, dass ich einen Anruf von der Airline erhielt, deren Flieger ganz zu Beginn einfach gestrichen wurde. Man fragte uns quasi, wo wir sind, zum Check-in auf Sansibar für den Rückflug. Ich dachte wirklich, ich werde veräppelt. Aber offenbar waren die „neuen“ Rückflüge dann nie ganz gestrichen worden. Nun gut.

So ganz auf mir sitzen lassen wollte ich das Ganze aber nicht. Wir reichten bei einem Online-Portal für Flugentschädigungen unsere Daten ein. Und das Ganze dauerte mehrere Jahre. Denn die Airline, deren Flug nach Frankfurt gestrichen wurde, sah das Problem nicht ein, es ging vor Gericht (womit wir dank des Online-Dienstleisters nichts zu tun hatten).

Für den letzten Flug aus Istanbul haben wir nie etwas zurückbekommen. Ich sprach auch mit einem Anwalt, der mir lediglich erklärte, wie aussichtslos die Situation ist. Das Flugbuchungsportal sei nicht zuständig, auch wenn sie mir nicht mitgeteilt haben, dass es Änderungen bei dem Rückflug gibt und sie ja auch das Geld für die Buchung erhielten. Und die Airline sei auch wiederum schwer fassbar, da die Türkei nicht Teil eines EU-Flugrechteabkommens oder Ähnlichem sei.

Am Ende haben wir nach mehreren Jahren wenigstens etwas Geld zurückbekommen und ich bin einfach froh, dass wir uns für eine günstige Unterkunft entschieden hatten – denn Geld für die ausgefallenen Übernachtungen bekamen wir natürlich ohnehin nicht zurück.

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