17. Oktober 2025, 15:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ab Mitte Dezember 2025 bringt die Deutsche Bahn mit dem ICE L einen neuen Hochgeschwindigkeitszug auf die Schiene – und der soll vieles besser können als seine Vorgänger. Was steckt wirklich hinter dem neuen Zug und wofür steht eigentlich das „L“ im Namen? TRAVELBOOK stellt den neuen ICE L vor.
Nach mehr als einem Jahr Verspätung ist es so weit: Laut Presseinformation der Deutschen Bahn (DB) hat der neue ICE L die Betriebserlaubnis erhalten. Mit dem Fahrplanwechsel ab Mitte Dezember 2025 soll der Zug erstmals auf der Strecke Berlin – Köln eingesetzt werden. Entwickelt wurde der Zug vom spanischen Hersteller Talgo. Gleich mehrere Neuerungen gewährleisten einen besseren Komfort und Barrierefreiheit im Fernverkehr, verspricht die Bahn.
ICE L als erstes Modell mit stufenlosem Einstieg
Das „L“ im Namen des neuen Zugs steht laut Angaben der Deutschen Bahn für „Low Floor“, also Niederflureinstieg. Der ICE L ist der erste Hochgeschwindigkeitszug Deutschlands, der komplett stufenlos betreten werden kann – ohne Rampe, Hublift oder Stufe. Das erleichtert nicht nur Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Einstieg, sondern auch Reisenden mit Kinderwagen, Fahrrädern oder großem Gepäck.
Damit setzt der ICE L neue Maßstäbe für die Barrierefreiheit. Auch drei spezielle Rollstuhlplätze mit elektrisch höhenverstellbaren Tischen sind an Bord, sowie ein großzügiger Familien- und Kleinkinderbereich mit insgesamt 46 Plätzen und einer kleinen Spielfläche.
Allerdings bringt der niedrige Einstieg auch Nachteile mit sich: Da der ICE L auf Bahnsteige mit einer bestimmten Höhe ausgelegt ist, kann er nicht an allen Bahnhöfen halten. Laut einem Bericht von WELT betrifft das unter anderem die Stationen Plochingen und Göppingen – dort wird der neue Fernverkehrszug vorerst nicht stoppen. Ein Umbau der Bahnsteige ist kurzfristig nicht geplant.
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Neues Design und mehr Komfort im ICE L
Auch beim Innenraumdesign geht die Bahn neue Wege: Eine tageszeitabhängige Lichtsteuerung, ein modernisiertes Bordbistro und kürzere Waggons mit „wohnlichen Materialien“ sollen für mehr Komfort sorgen. 1600 Testpersonen waren dem Unternehmen zufolge an der Auswahl der neu entwickelten Sitze beteiligt. „Die Erkenntnisse sind in die Weiterentwicklung von Ergonomie, Design und Sitzkomfort eingeflossen. Jeder Sitzplatz verfügt unter anderem auch über einen großzügigen Klapptisch sowie Tablet- bzw. Handyhalterung“, heißt es in der DB-Mitteilung weiter. Die mobilfunkdurchlässigen Fensterscheiben sollen zudem für deutlich besseren Handyempfang sorgen, da sie Signale direkt ins Zuginnere lassen.
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ICE L ersetzt alte Intercity-Züge
Der neue Zug soll schrittweise die in die Jahre gekommenen Intercity-1-Züge ablösen. Mit 230 km/h Höchstgeschwindigkeit ist der ICE L zwar etwas langsamer als die klassischen ICE 3 oder ICE 4, bietet dafür laut Bahn aber mehr Komfort auf Mittelstrecken.
Ein ICE L-Zug besteht aus einer Mehrsystemlok mit 17 Wagen. Insgesamt ist er 256 Meter lang und bietet 562 Sitzplätze, davon 85 in der 1. Klasse und 477 in der 2. Klasse, sowie Platz für acht Fahrräder. Durch leichte Einzelradfahrwerke spart der Zug Gewicht und Energie. Zudem ist der ICE L für den Einsatz mit Zweikraft-Lokomotiven ausgelegt, die ihn auch auf nicht elektrifizierten Strecken ziehen können – etwa auf Verbindungen in touristische Regionen.
Ab Dezember auf der Strecke Berlin–Köln
Nach der Vorstellung am 17. Oktober in Berlin sollen laut Bahn vier ICE L-Züge zunächst auf der Strecke zwischen Berlin und Köln eingesetzt werden. Später folgen weitere Linien – darunter internationale Verbindungen, etwa nach Dänemark und Österreich.

