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Reise-Knigge

Diese Benimmregeln gelten in anderen Ländern

Frau auf Bali im Sarong
Balis Tempel dürfen nur in angemessener Kleidung betreten werden – und es gibt etliche weitere Verhaltensweisen, die Touristen überall auf der Welt beachten sollten Foto: Getty Images
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Anna Wengel
Freie Autorin

5. Mai 2026, 17:08 Uhr | Lesezeit: 10 Minuten

Wie benehme ich mich in anderen Ländern richtig – oder zumindest nicht daneben? TRAVELBOOK zeigt in dieser Übersicht, welche besonderen Umgangsformen und Benimmregeln in beliebten Urlauberländern gelten und was man besser unterlassen sollte.

Adolph Freiherr Knigge hat sich bereits 1788 in seinem Werk „Über den Umgang mit Menschen“ mit dem zwischenmenschlichen Verhalten befasst. Was heute mitunter als veraltet, verstaubt und teils sogar als verpönt gilt (und diese Autorin gerade jetzt als höchst aktuell empfindet), ist weiterhin Teil nicht nur der deutschen Kultur. Mitunter finden sich ähnliche Benimm- und Verhaltensregeln in anderen Ländern, mitunter gelten ganz andere oder sogar gegensätzliche. In dieser Übersicht tragen wir wichtige Benimmregeln verschiedener Urlaubsländer zusammen. Angesichts der Vielzahl an Ländern und Gepflogenheiten darf diese Übersicht als erster Ansatzpunkt dienen, sie ist nicht abschließend.

Benimmregeln beliebter Reiseländer

Japan

„Es gibt andere Länder, andere Sitten. Und es gibt Japan“ – so hat es schon die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrem „Reise-Knigge für Japan“ geschrieben und damit angedeutet, was etliche europäische Japan-Urlauber berichten: Japan hat so viele Benimmregeln, dass es kaum möglich scheint, sich in dem Land der aufgehenden Sonne nicht daneben zu benehmen. Damit das aber dennoch bestmöglich gelingt, fassen wir hier wichtige Verhaltensweisen in Japan zusammen:

  • Nicht laut sein – weder in der Öffentlichkeit, noch in den eigenen vier Wänden. Das bedeutet, leise zu sprechen, ebenso wie auf anderweitige Gefühlsausbrüche zu verzichten. Auch Gestikulieren ist verpönt.
  • Überall gibt es Take-out, unterwegs wird aber nicht gegessen.
  • Wer Häuser (jeder Art) betritt, zieht vorher die Schuhe aus und stellt sie mit der Schuhspitze zur Tür zeigend auf. Meist stehen Pantoffeln bereit. Aber Obacht: Für das Bad gibt es eigene Toilettenpantoffeln, oftmals zu erkennen an ihrer roten Sohle. Die verbleiben nach dem Toilettengang an Ort und Stelle.
  • Keine Fotos und Videos von Menschen machen, ohne zu fragen – egal, wie faszinierend sie anzuschauen sein mögen.
  • In Japan wird kein Trinkgeld gegeben – es könnte sogar als Beleidigung aufgefasst werden.
  • Nicht feilschen.
  • Keinen Müll liegen lassen und sauber trennen.
  • Nicht drängeln und ordentlich in der Schlange stehen.
  • Stäbchen nicht senkrecht ins Essen stecken und kein Essen von Stäbchen zu Stäbchen weiterreichen – beides gehört zu den Beerdigungsriten und wird ansonsten nicht gern gesehen. Mit Stäbchen nicht auf etwas oder jemanden zeigen.
  • Männer dürfen Suppen schlürfen und machen damit dem Koch ein Kompliment. Frauen nicht.
  • Das hätte auch Herrn Knigge gefreut: Pünktlichkeit ist nicht nur eine deutsche, sondern auch eine wichtige japanische Tugend.
  • Kein Körperkontakt zur Begrüßung, stattdessen eine leichte Verbeugung mit geradem Rücken. Dabei gilt: Wer hierarchisch niedriger steht, muss sich tiefer verbeugen. Obacht: Gäste stehen in der Hierarchie über Hotelangestellten, Gastgebern und Co. Verbeugen Sie sich so tief wie diese, zwingen Sie Ihr Gegenüber, sich noch einmal tiefer zu verneigen.
  • Auf Menschen zeigt man mit der ganzen Hand, bei sich selbst zeigt man auf die Nase. Will man jemanden herbeiwinken, zeigen die Handflächen nach unten.
  • Ein „Nein“ wird dezent verpackt.
  • Wechselgeld nicht vor dem Kellner, Verkäufer etc. nachzählen.
  • Kein Naseputzen oder Niesen in der Öffentlichkeit.

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Frankreich

So streng wie in Japan geht es kaum woanders auf der Welt zu, aber auch etliche andere Länder verlangen Anstandsformen, die für Deutsche erst einmal ungewohnt scheinen mögen. Auch unser Nachbarland Frankreich.

  • Statt direkt auf Englisch loszusprechen, lieber ein höfliches „Excusez-moi, parlez-vous anglais?“ vorwegschicken.
  • Im Restaurant nicht einfach an einen freien Tisch setzen, sondern auf den Kellner warten.
  • Mit Daumen und Zeigefinger keinen Kreis formen.
  • Rechnungen im Restaurant werden von einer Person bezahlt und erst später zu gleichen Anteilen zwischen allen aufgeteilt.
  • Wer ein kleines Trinkgeld geben möchte, lässt es auf dem Teller liegen.
  • Essen wird immer mit Besteck gegessen.
  • Baguette wird nicht geschnitten, sondern abgebrochen.
  • Käse wird seitlich abgeschnitten.

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Großbritannien

Das Klischee des etwas steifen, überaus höflichen Briten kommt nicht von ungefähr, wie diese kleine Auswahl typischer Benimmregeln in Großbritannien zeigt:

  • Im Vereinigten Königreich begrüßt man sich mit „How do you do?“, „How are you?“ oder „Nice to meet you!“ Ehrliche Antworten über den eigenen Gefühlszustand bleiben aus, stattdessen reichen Antworten in Richtung „Fine, thank you“ aus. Auch in Großbritannien wird bei der Begrüßung in der Regel auf Körperkontakt verzichtet.
  • Immer schön höflich bleiben, sich oft bedanken und entschuldigen und Probleme so klein wie möglich reden.
  • Immer schön an sich halten und nicht zu viel Gefühl zeigen (mit Ausnahme von Fußball oder royalen Begebenheiten).
  • Kein Spott über das Königshaus, die englische Nationalmannschaft oder Kritik am Brexit.
  • Nicht Vordrängeln.
  • Niemals das Victory-Zeichen mit nach vorn gerichtetem Handrücken machen – in England hat das dieselbe Bedeutung wie ein Mittelfinger in Deutschland.
  • Wer ins Restaurant einlädt, zahlt. Ansonsten teilen alle Gäste hinterher gleichmäßig auf.
  • Auf britischen Bürgersteigen wird nicht auf Eis gerutscht, es werden keine Drachen steigen gelassen und auch andere, als störend empfundene Spiele sollten unterlassen werden.
  • Im Vereinigten Königreich gibt man zehn bis 15 Prozent Tip, solange dieses nicht bereits in der Rechnung enthalten ist (dann darf es weniger sein). Ausnahme: Im Pub gibt es kein Trinkgeld, sondern „one for yourself“, also ein Bier für den Barkeeper, wenn man möchte.

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Bali/Indonesien

Auf Bali haben sich in den vergangenen Jahren so viele Touristen so sehr danebenbenommen, dass es inzwischen etliche Einschränkungen und Gesetze gibt. Ein paar der verlangten Verhaltensweisen auf der indonesischen Trauminsel führen wir hier auf:

  • Keine öffentlichen Liebesbekundungen.
  • Tempel werden nur mit bedeckten Schultern, Oberarmen und Knien betreten, zum Beispiel mit einem Sarong.
  • Banyanbäume dürfen nicht berührt werden.
  • Nicht oben ohne sonnen, mancherorts sind sogar Bikini und Co. deplatziert.

Indien

Auch Indien ist bei Reisenden beliebt – und birgt etliche Fettnäpfchen für unwissende Europäer:

  • Niemals mit der linken Hand nach Essen oder anderem greifen oder jemandem die Hand schütteln. Diese Hand ist einzig der Reinigung nach dem Toilettengang vorbehalten.
  • In Indien begrüßt man sich mit vor der Brust zusammengelegten Händen und einer leichten Verbeugung, Händeschütteln ist eher unüblich.
  • Frauen wie Männer sollten weite, die Beine bedeckende Kleidung tragen. Mindestens ein Tuch für Tempelbesuche sollte immer greifbar sein.
  • Vor dem Betreten von Innenräumen werden die Schuhe ausgezogen.
  • In Indien isst man häufig mit der (rechten!) Hand, besser noch: mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Für cremige oder flüssige Speisen nutzt man Chapati oder Reis. Am Ende gibt es oftmals Reis – von dem man jedoch nur wenig essen sollte, damit der Gastgeber nicht denkt, Sie hätten noch Hunger.
  • Wackelt ein Inder langsam seitwärts mit dem Kopf, heißt das „Ja“, „Nein“ sieht ähnlich aus wie in Europa, dabei wird der Kopf schneller von links nach rechts und zurückgedreht. Hinzu kommt ein wackelndes Nicken, das eine Antwort irgendwo dazwischen meint.

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Thailand

Wie auf Bali und in Indien dürfen Besucher Tempel nur in angemessener Kleidung betreten. Das bedeutet mit bedeckten Armen, Schultern und Beinen. Außerdem werden die Schuhe ausgezogen. Auch am Strand gibt es klare Vorgaben: Oben ohne (Frauen) oder gar nackt darf hier niemand sein. Außerdem sollte man es in Thailand tunlichst vermeiden, das Königshaus zu beleidigen. Anders als in Großbritannien wird man dafür nicht mit einer gerümpften Nase abgestraft, sondern mitunter sogar mit bis zu 15 Jahren Gefängnis.

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Singapur

Wie in Japan darf man auch in Singapur keinen Dreck machen und entsprechend auch nicht essend durch die Gegend laufen. Wer es dennoch tut, riskiert ein Bußgeld von 300 Euro. Kaugummikauen wird sogar noch härter bestraft: Rund 500 Euro muss man bei Missachtung des Kaugummiverbots zahlen. Für Müll, den man auf die Straße wirft, zahlt man sogar rund 1000 Euro. Auch Spucken und Rauchen sind verboten. Auch hier wird viel Wert auf ruhiges und tendenziell unemotionales Verhalten gelegt, man begegnet einander respektvoll, spricht in angemessener Lautstärke und drängelt nicht.

Wie in Bali dürfen sich Liebende ihre Zuneigung auch in Singapur nicht allzu offen und überschwänglich zeigen. Und selbst in den eigenen vier Wänden sollte man damit vorsichtig sein, darf man sich dort nicht nackt aufhalten, wenn ein Nachbar einen sehen könnte.

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Brasilien

Nacktheit ist auch in Brasilien nicht allzu gern gesehen, zumindest nicht am Strand. Auch oben ohne ist hier verboten, ebenso wie der Kleidungswechsel. Verpönt sind darüber hinaus Gespräche über Fußball, Religion und Politik.

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Luxemburg

Eine für Deutsche mitunter ungewohnt erscheinende Sitte in Luxemburg ist diese: Kuchen werden mit Messer und Gabel gegessen.

Neuseeland

Auch das bei Deutschen so beliebte Gap-Year-Land Neuseeland birgt einige Benimmregeln, die teils auf die Maori- und teils auf die britische und irische Kultur zurückgehen. Hier sind einige Beispiele:

  • Nicht auf Tischen oder Kopfkissen sitzen.
  • Keine Schuhe in Innenräumen.
  • Kein „Nein“ erwarten, Neuseeländer antworten eher mit einem zurückhaltenderen „yeah na“, „not sure“ oder auch „not really“, meinen damit aber „Nein“.
  • Während man Nicht-Maoris im Gespräch durchaus aufmerksam in die Augen schauen sollte, kann das auf Maoris aggressiv wirken.
  • Leger, aber nicht nackt: In Neuseeland sind Shorts, Jogginghosen und Co. normale Alltagsbekleidung, oben ohne oder nackt ist man am Strand dagegen nicht gern gesehen.

China

Wie in Japan setzt man auch in China auf Pünktlichkeit. Beim Essen geht es in China dagegen weitaus legerer zu: schmatzen, rülpsen, mit offenem Mund kauen – alles okay. Was man nicht tun sollte, ist jedoch, sein Essen komplett zu verspeisen, damit der Koch nicht glaubt, man sei nicht satt geworden. Die Nase schnäuzen sollte man sich am Tisch auch nicht.

USA

Angesichts von Filmen und Serien fühlen sich gerade die USA oftmals sehr vertraut an, es gibt jedoch etliche kleine und größere Unterschiede im Verhalten, die einem bei einer Reise auffallen:

  • Sich den klassisch deutschen „Guten Appetit“ zu wünschen, ist in den USA unüblich, und „good appetite“ wird mitunter mit einem amüsierten Grinsen belohnt. Wenn überhaupt, heißt es „Enjoy (your meal)“, man darf aber auch einfach anfangen zu essen.
  • Im Restaurant weist einem ein Kellner den Platz zu.
  • Ist man mit dem Essen fertig, ist auch schon der Teller weg und die Rechnung liegt auf dem Tisch.
  • US-Amerikaner sind oftmals gesprächig, überaus freundlich und werfen mitunter mit Komplimenten um sich. Allzu gebauchpinselt sollte man sich deshalb jedoch nicht fühlen, dient das meist einem gelungenen Small Talk.

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Italien

Auch Italien besitzt so einige Eigenheiten, die schon mal zu Missverständnissen oder auch völlig überfüllten Mägen führen können:

  • Wer satt ist, sollte etwas auf dem Teller liegen lassen. Ansonsten kommt immer mehr nach. Und selbst dann, wird man eventuell noch fünf Mal aufgefordert, mehr zu essen.
  • Pasta ist kein Hauptgang, sondern eine Vorspeise.
  • Spaghetti werden auf der Gabel gerollt, nicht geschnitten oder abgebissen.
  • Nach dem Essen gibt es einen Caffè, also Espresso. Cappuccino trinken Italiener nur zum Frühstück.
  • Trinkgeld ist eher unüblich, bleibt wenn gewünscht jedoch hinterher auf dem Tisch liegen.

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